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Humangenetische Erstberatung

Wenn in einer Familie gehäuft Brust- oder Eierstockkrebserkrankungen auftreten, ruft das bei den Betroffenen und den Angehörigen viele Fragen und Sorgen hervor. Ist die Erkrankung erblich? Besteht ein gesteigertes Risiko für Familienangehörige, ebenfalls zu erkranken?Wie kann man sich schützen?

Um für Sie mehr Klarheit zu schaffen, haben wir eine Kooperation mit dem Zentrum Familiärer Brust- und Eierstockkrebs der Uniklinik Köln geschlossen. In diesem Rahmen bieten wir Ihnen eine Erstberatungssprechstunde am Standort Wetzlar an. Hier können viele Ihrer Fragen geklärt werden. Wenn in Ihrem Fall eine Risikokonstellation vorliegt, können wir eine genetische Testung vor Ort veranlassen.

Sollte bei Ihnen eine Veränderung der fraglichen Gene vorliegen, stellen wir gerne den Kontakt zum Kompetenzzentrum in Köln her. Dort sind weitere spezielle Testungen und eine weiterführende Beratung möglich.

Termine für die Erstberatung vereinbaren Sie bitte über das Sekretariat der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe.

Montag bis Freitag von 8:00 – 16:00 Uhr
Tel. 06441 79 - 23 01
elena.koepke(at)lahn-dill-kliniken.de

Sollte es erforderlich sein, stellen wir nach der Erstberatung gerne den Kontakt zum Zentrum Familiärer Brust- und Eierstockkrebs der Uniklinik Köln her.

Was ist familiärer Brust- und Eierstockkrebs?

Bei etwa 20 von 100 Brust- bzw. Eierstockkrebserkrankten sind Veränderungen im Erbgut für die Krebsentstehung verantwortlich. Wesentliche Kennzeichen des erblich bedingten Brust- und Eierstockkrebses sind eine Häufung von Erkrankten in der Familie, ein frühes Erkrankungsalter sowie Zweittumoren sowohl der Brust als auch der Eierstöcke. In vielen Fällen sind Veränderungen (Mutationen) in den beiden Genen BRCA1 und BRCA2 Ursache für die Krebserkrankung.

Was bedeutet es, eine Veränderung (Mutation) in einem der beiden Gene BRCA1 oder BRCA2 zu haben?

Je nachdem, ob eine Mutation und damit eine familiäre Belastungvorliegt, ist das Risiko einer Krebserkrankung unterschiedlich hoch.

Frauen ohne familiäre Belastung:

  • Rund 8 von 100 Frauen erkranken bis zum 75. Lebensjahr an Brustkrebs.
  • Rund eine von 100 Frauen erkrankt bis zum 75. Lebensjahr an Eierstockkrebs.

Trägerinnen einer BRCA-Mutation:

  • Rund 45 bis 60 von 100 Frauen erkranken bis zum 75. Lebensjahr an Brustkrebs.
  • Rund 10 bis 40 von 100 Frauen erkranken bis zum 75. Lebensjahr an Eierstockkrebs.
  • Außerdem treten die Erkrankungen aufgrund der Mutation injüngeren Lebensjahren auf.

Männer mit einer BRCA1-oder BRCA2-Mutation haben ebenfalls ein erhöhtes Brustkrebsrisiko. Dies trifft insbesondere für BRCA2-Mutationsträger zu. Innerhalb dieser Gruppe erkranken im Laufe ihres Lebens rund 5 bis 7 von 100 Männern. Des Weiteren scheint ein erhöhtes Prostatakrebsrisiko zu bestehen, wobei dies noch Gegenstand aktueller Untersuchungen ist.

Soll ich mich beraten lassen?

Wenn eines der folgenden Kriterien bei Ihnen bzw. in Ihrer Familieerfüllt ist, dann kann eine Beratung hilfreich sein:

  • mindestens drei Frauen aus der gleichen Linie einer Familie sind an Brustkrebs erkrankt (unabhängig vom Alter bei Erstdiagnose)
  • mindestens zwei Frauen aus der gleichen Linie einer Familie sind an Brustkrebs erkrankt, davon eine vor dem 51. Lebensjahr
  • mindestens zwei Frauen aus der gleichen Linie einer Familie sind an Eierstockkrebs erkrankt
  • mindestens eine Frau ist an Brustkrebs und mindestens eine Frau an Eierstockkrebs erkrankt oder eine Frau an Brust- und Eierstockkrebs
  • mindestens eine Frau ist vor dem 36. Lebensjahr an Brustkrebserkrankt
  • mindestens eine Frau ist an beidseitigem Brustkrebs erkrankt, wobei der erste Brustkrebs vor dem 51. Lebensjahr aufgetreten ist
  • mindestens ein Mann ist an Brustkrebs und mindestens eine Frauan Brust- oder Eierstockkrebs erkrankt
  • mindestens eine Frau ist vor dem 51. Lebensjahr an triple-negativem Brustkrebs erkrankt
  • mindestens eine Frau ist vor dem 81. Lebensjahr an Eierstockkrebs erkrankt

Wie läuft die Gentestung ab?

Sie erhalten bei uns zunächst eine Erstberatung. Danach können Sie sich frei für oder gegen eine genetische Testung entscheiden. Für die Durchführung des Gentests ist nur eine einfache Blutentnahme notwendig. Bis das Ergebnis vorliegt, kann es einige Wochen dauern.

Wenn Sie nicht selbst erkrankt sind, sollte der Test bei einem bereits erkrankten Familienmitglied erfolgen. Wird bei dieser Person eine krankheitsauslösende Genveränderung festgestellt, können im Anschluss auch gesunde Familienmitglieder gezielt auf diese Mutation hin untersucht werden. Wer diese Mutation in der Familie nicht trägt,hat kein relevant erhöhtes Krebsrisiko im Vergleich zu Frauen ohne eine familiäre Belastung.

Bei mir wurde eine Genveränderung festgestellt, wie geht es jetzt weiter?

Wenn bei Ihnen oder einem erkrankten Familienmitglied eine Mutation im BRCA-Gen oder in einem anderen Risikogen festgestellt wurde, haben Sie mehrere Möglichkeiten: Sie können an einem Früherkennungsprogramm für Brustkrebs an einem Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs teilnehmen. Darüber hinaus können Sie ggf. über vorbeugende Operationen nachdenken, um das Risiko für eine Krebserkrankung zu senken.

Eine umfassende Beratung dazu erfolgt über unseren Kooperationspartner, das Zentrum Familiärer Brust- und Eierstockkrebs der Uniklinik Köln.

Wo finde ich Rat und Hilfe?

Weitere Unterstützung erhalten Sie beim BRCA-Netzwerk, einem Verein von Betroffenen für Betroffene: www.brca-netzwerk.de