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Zentrum für Problemwunden

Die Entstehung von Wunden, insbesondere größeren Problemwunden hat meistens sehr vielfältige Gründe.

Wenn Vorerkrankungen oder Begleiterkrankungen vorliegen, kann das Entstehen von Problemwunden beim älteren Menschen zusätzlich noch gefördert oder die Heilung von bereits entstandenen Wunden verhindert werden.

In der Klinik für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie am Klinikum Wetzlar beschäftigen wir uns seit nunmehr einem Jahrzehnt genau mit dieser Versorgung solcher Problemwunden. Um die Versorgungsqualität, auch im Hinblick auf eine interdisziplinäre Versorgung, zu verbessern, möchten wir unsere Expertise in einem „Zentrum für Problemwunden“ bündeln, um auch der Komplexität der Diagnose weiter gerecht werden zu können.

Was sind Problemwunden?

Als Problemwunden werden Wunden bezeichnet, die keine Heilungstendenz aufweisen oder eine Größe erreicht haben, die es unmöglich macht; die normale Wundheilung abzuwarten. Die Wunden können als Folge einer Operation auftreten, von einem kleinen Bagatelltrauma ausgelöst werden, als Folge von Infektionen entstehen, oder - nach längeren krankheitsbedingten Liegephasen - durch kontinuierlichen Druck auf die selbe Stelle als Druckgeschwür imponieren. Die Abheilung solcher entstandener Problemwunden wird dann meistens durch einfache Bakterienbesiedelung bis hin zu Wundinfektionen oder durch schlechte Durchblutungsverhältnisse, meist durch Begleiterkrankungen wie Diabetes, verhindert.

Die Folgen können dann, bei freiliegenden tieferen Strukturen, u.a. eine Osteomyelitis oder der Verlust von wichtigen wesentlichen Funktionen des Körpers beziehungsweise einer Extremität bis hin zur Sepsis mit Todesfolge sein.

Durch fortschreitende wissenschaftliche Erkenntnisse und stetig verbesserte und verfeinerte Operationsverfahren sowie Diagnostik und Therapie; ist es heute zunehmend möglich, den Verschluss der Wunde zu erreichen und somit die Integrität des Körpers wieder herzustellen.

Um dieses Ziel zu erreichen und drohende schwerwiegende Folgen, die durch eine chronisch bestehende Problemwunde entstehen können, abzuwenden, bedient sich die Plastische Chirurgie mehrerer Methoden der Weichteildeckung. Dieses kann von einer einfachen Hauttransplantation über sogenannte lokale Lappenplastiken bis hin zum freien Gewebetransfer reichen, bei dem unter dem Operationsmikroskop die das Gewebe versorgenden Gefäße wieder an Versorgungsgefäße angeschlossen werden müssen.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Deckung ist dabei eine saubere, nicht infizierte Wunde und eine gute Durchblutung. Im Rahmen unserer Behandlung werden zunächst diese Voraussetzungen geprüft, bevor wir eine operative Deckung der Wunde durchführen. Im Zuge dessen kann es notwendig sein, dass ein durchblutungsverbessernder Eingriffe durch die Kollegen der Gefäßchirurgie im Hause oder mittels Ballonkatheter eine Aufdehnung der Gefäßengstellen durch die Kollegen der Radiologie, zunächst durchgeführt werden müssen. Bei ausreichender Wiederherstellung der Durchblutung, insbesondere des Wundareals, kann die Deckung erfolgen. Zur Vervollständigung des ganzheitlichen Therapieansatzes steht für spezielle internistische Fragestellungen die Medizinische Klinik II (PD Dr. Lotterer) mit ihrer Expertise zur Seite. Im Falle einer notwendigen geriatrischen Behandlung, Nachbehandlung oder geriatrischen Rehabilitation besteht eine enge Kooperation mit der Geriatrie Falkeneck in Braunfels. 

Therapierbare Problemwunden

  • Druckgeschwüre (Decubitus an Steiß, Oberschenkel, Ferse, Hinterkopf)
     
  • Defektwunden an jeder Körperregion
     
  • Defektwunden über dem Brustbein nach Herz-OP (Sternumosteomyelitis)
     
  • Defektwunden bei infizierten Gelenkprothesen
     
  • Defektwunden nach Knochenbrüchen (Frakturen)
     
  • Defektwunden resultierend aus superinfizierten Operationswunden am gesamten Körper
     
  • Problemwunden an den Beinen / Füssen auf Grund schlechter Durchblutung oder Stoffwechselstörungen
     
  • Defektwunden durch akute Infektionen des Gewebes am gesamten Körper