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Unsere Leistungen

Das Mittelhessische Darmzentrum Wetzlar will insbesondere Darmkrebspatienten durch strikt an Leitlinien ausgerichtete Behandlung optimale Hilfe sicherstellen. 
Den Patienten wird ein umfassendes und genau auf sie abgestimmtes Konzept, von der Früherkennung über die Therapie bis hin zur Nachsorge, angeboten. 

Das Mittelhessische Darmzentrum Wetzlar ist von der Deutschen Krebsgesellschaft auf Konzeption, Umsetzung und Qualität geprüft und im Juni 2007 erstmals zertifiziert worden. Damit ist das Mittelhessische Darmzentrum Wetzlar in den Kreis der von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Darmzentren aufgenommen und gilt somit als „Darmzentrum mit Empfehlung der Deutschen Krebsgesellschaft e. V.“.

Vorsorge

Darmkrebs ist heilbar, wenn er rechtzeitig erkannt wird! Vorbeugung und Früherkennung verhindern, dass Menschen an Darmkrebs sterben müssen.

Vorsorge ist die Grundlage für eine lange Gesundheit. Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden sind uns wichtig. Um das so lange wie möglich gewährleisten zu können, steht gerade die Vorsorge an erster Stelle. 

Ihr Hausarzt bleibt Ihr wichtigster Ansprechpartner. Bei Verdacht auf eine Krankheit finden alle weiteren erforderlichen Maßnahmen in enger Absprache mit Ihrem Hausarzt statt.

Vorsorge und Früherkennung – Für wen und ab wann?

  • Ab dem 50. Lebensjahr gehört das Austasten des Enddarms und der Test auf Blut im Stuhlgang zur den Vorsorgeleistungen der gesetzlichen Krankenkassen.
  • Ab dem 56. Lebensjahr erweitert sich das Vorsorgeprogramm um eine Darmspiegelung (komplette Koloskopie) zur Krebsfrüherkennung, die bei unauffälligem Befund einmal von jedem Versicherten nach zehn Jahren kostenlos wiederholt werden kann.
  • Für Versicherte, die keine Darmspiegelung wünschen, wird weiterhin die Testung auf Blut im Stuhl (alle zwei Jahre) übernommen.

Im Zuge der Darmspiegelung werden Darmpolypen als potentielle Darmkrebsvorstufen direkt während der Untersuchung entfernt und hierdurch eine mögliche Krebsentstehung effektiv verhindert. Bei Verdacht auf Krebs wird eine Gewebeprobe entnommen, welche in der Pathologie unter dem Mikroskop untersucht wird. Bei einem Nachweis von bösartigen Zellen erfolgt die Weiterleitung des Patienten in die stationäre Behandlung. 

Operation

Die Erkrankung entscheidet über die Operationsstrategie (Bösartigkeit, Entzündung, funktionelle Darmbeschwerden). 

Die Operationsmethoden (minimalinvasive, sanfte OP oder offene OP) entsprechen modernsten Empfehlungen und werden blutsparend durchgeführt. 

Alle Operationen am Darm werden in unserem Haus routinemäßig durchgeführt. Hierbei ist im Besonderen die Erhaltung des Schließmuskels ohne dauerhaftes Stoma (künstlicher Darmausgang) unser angestrebtes Ziel. Dieses ist heute mit modernsten OP-Techniken in über 90 Prozent der Fälle realisierbar. Es ist uns ein ganz besonderes Anliegen, Ihnen Ihr Wohlbefinden zu erhalten. 

Nach einer Operation gewährt die moderne interdisziplinäre intensivmedizinische Behandlung eine bestmögliche Fürsorge.

Chemotherapie

Sehr oft ist im Zusammenhang mit einer Darmkrebs-Erkrankung die Durchführung einer Chemotherapie notwendig. 

Dies kann einerseits eine sogenannte „adjuvante Chemotherapie“ nach einer Darmkrebs-Operation sein. In dieser Situation ist der Tumor durch die Operation komplett entfernt und durch eine Chemotherapie kann das Risiko eines Wiederauftretens der Erkrankung verringert werden. 

Andererseits gibt es besonders bei Tumorerkrankungen im Bereich des Rektums, des letzten Darmabschnitts, die Möglichkeit, den Tumor durch eine Chemotherapie zu verkleinern, um ihn dann besser operieren zu können. Diese Therapie ist meist eine Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie
Weiterhin können bei einigen Patienten, wenn eine Metastasierung z. b. in der Leber vorliegt, durch eine Chemotherapie die Metastasen verkleinert werden, so dass man sie danach operieren kann. 

Sollte aufgrund der Tumorausbreitung keine Operation möglich sein, stehen moderne, relativ gut verträgliche Chemotherapeutika und neue sogenannte neue, zielgerichtete Substanzen (targeted therapies) zur Verfügung, die den Tumor und die Metastasen verkleinern können. 

Welche Therapie für den einzelnen Patienten die richtige ist, hängt von ganz verschiedenen Faktoren ab. Dies sind insbesondere das Tumorstadium und die bisher erfolgten Therapien ebenso wie die zusätzlichen Krankheiten, die ein Patient neben der Krebsdiagnose hat. 

In jedem Fall ist es eine individuelle Therapieentscheidung, die in der Regel in der wöchentlichen Tumorkonferenz getroffen wird. Gemeinsam mit dem Patienten wird dann ein auf ihn zugeschnittenes Therapiekonzept besprochen. 

So kann gewährleistet werden, dass jedem einzelnen Patienten die für ihn optimale Therapie angeboten wird.

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie kann Tumorzellen durch hochenergetische Röntgenstrahlen abtöten, welche künstlich mit einem Linearbeschleuniger (Bestrahlungsgerät) erzeugt werden.

Mit Hilfe der modernen Bildgebung werden mittels einer speziellen Computertomographie (Bestrahlungsplanungs-CT) das Zielgebiet und die Risikoorgane (z. B. Dünndarm und Harnblase) für jeden Patienten ganz individuell festgelegt. Daraufhin erfolgt eine zielgenaue, dreidimensionale Bestrahlungsplanung, mit 120 einzeln elektronisch ansteuerbaren Bleilamellen von 0,5 cm Breite (Multi Leaf Collimator - MLC) im Bestrahlungsgerät können die Bestrahlungsfelder sehr genau an den Tumor angepasst und gleichzeitig gesunde Organe ausgeblendet und geschont werden.

Um eine Tumorzerstörung zu erreichen, ist eine bestimmte Strahlendosis am Tumor erforderlich, die nicht auf einmal, sondern in vielen kleinen, täglichen Portionen gegeben wird, damit sich das mitbestrahlte gesunde Gewebe in den Pausen zwischen den Bestrahlungen erholen kann. Das kranke, tumoröse Gewebe hat diese Erholungsmöglichkeit nicht und geht zugrunde. Für eine Bestrahlungsserie sind 28 bis 30 Bestrahlungen erforderlich, sodass sich meist eine Behandlungsdauer von 5 - 6 Wochen ergibt. Die Strahlentherapie ist völlig schmerzlos, erfolgt überwiegend ambulant und dauert ca. 10 - 15 Minuten.

Sie wird heute standardmäßig bei den Enddarmtumoren (Rektumkarzinomen) vor einer Operationeingesetzt, um den Tumor zu verkleinern und für den Chirurgen besser operabel zu machen. Die Operation erfolgt dann ca. 4-6 Wochen nach Abschluss der Strahlentherapie.

Bei diesem Therapiekonzept wird die Bestrahlung mit einer Chemotherapie kombiniert (Radio-/Chemotherapie). Durch die simultane Chemotherapie verstärkt sich die Strahlenwirkung. Die Ansprechraten auf die Therapie und damit die Heilungsraten können so weiter verbessert werden. 

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Seite der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie.

Ernährungsberatung

Die Ernährungsberatung ist ein wichtiger Bestandteil des ganzheitlichen Therapiekonzeptes bei Patienten mit Darmkrebs. Für die rasche Genesung ist eine bedarfsgerechte Ernährung eine grundlegende Voraussetzung. Unser Ziel ist es, durch qualifizierte Ernährungsberatung die optimale Nährstoffversorgung unserer Patienten sicherzustellen und Ernährungsprobleme zu lösen.

Wir verstehen uns als Ansprechpartner für Patienten, ihre Angehörigen und Pflegende. Unsere Unterstützung umfasst:

  • Erfassung des Ernährungsstatus
  • Spezielle Ernährungsempfehlungen – z.B. bei Nebenwirkungen der Strahlen- und/oder Chemotherapie oder Problemen im Bereich des Verdauungstraktes
  • den Erhalt des Körpergewichts und Vorbeugung einer Mangelernährung

Unsere Patienten werden individuell beraten und betreut. Eine erste Ernährungsberatung erfolgt bereits am Krankenbett. Besonders wichtig ist uns die anschließende ambulante Betreuung, um neue Anforderungen an die Ernährung dauerhaft und praktisch im Alltag umsetzen zu können. Hier arbeiten wir mit qualifizierten Ernährungsexperten in niedergelassenen Praxen zusammen.
Sollten Sie Fragen zur Ernährung haben, sprechen Sie uns an!

Kontakt:

Dipl. oec. troph. Christine Kraft
Zertifizierte Ernährungsberaterin, Ernährungsfachkraft Allergologie
Arbeitskreis zertifizierte Ernährungsberater (AZEB
Stoppelberger Hohl 1
35578 Wetzlar
Tel.: 06441 446 57 55
cc.kraft(at)web.de

Psychoonkologie

Die Feststellung einer Tumorerkrankung bedeutet eine erhebliche psychische Belastung, mit der nicht jeder Betroffene allein fertig wird. Ein Teil der Patienten entwickelt infolge der Diagnose oder der Behandlung ausgeprägte Reaktionen oder wird so traumatisiert, dass eine professionelle Hilfe durch einen Psychoonkologen erforderlich ist. 

Die Psychoonkologie kennt heute gesicherte Möglichkeiten, um Patienten bei der Bewältigung ihrer Tumorerkrankung zu unterstützen und sie zu beraten, wie sie mit auftretenden Belastungen umgehen können. Die Behandlung dient

  • der Verbesserung des körperlichen und seelischen Befindens sowie der Lebensqualität
  • der Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung
  • dem Abbau von Angst, Depressivität und Schmerzen
  • der Beziehung zwischen Behandlungsteam und Betroffenem sowie im sozialen Umfeld

Weitere Informationen zur psychoonkologischen Betreuung erhalten Sie auf der Seite des Onkologischen Zentrums Lahn-Dill.

Stomaversorgung

Bei rund fünf Prozent der Patienten mit Enddarmkrebs muss der Enddarm vollständig einschließlich Schließmuskulatur entfernt werden, um den Tumor sicher zu entfernen. Dann wird ein künstlicher Darmausgang durch die Bauchdecke unumgänglich. 

Der Stomatherapeut oder die Stomaschwester beginnt mit einer schrittweisen Anleitung zur Selbstversorgung und steht für Fragen bzgl. Ernährung, Versorgungsmaterialien, Komplikationen und bei psychosozialen Problemen zur Verfügung. 

Das Mittelhessische Darmzentrum Wetzlar unterstützt Patientenorganisationen, die sich um Darmkrebspatienten bemühen, und pflegt hier eine enge Zusammenarbeit vor Ort insbesondere zur Deutschen ILCO, einer Organisation für Stomaträger und Menschen mit Darmkrebs sowie deren Angehörige. Die ILCO gehört zu den von der Deutschen Krebshilfe geförderten Selbsthilfeorganisationen. 

Sie führt den Besucherdienst im Krankenhaus ausschließlich mit ehrenamtlichen, unabhängigen Betroffenen durch und gewährleistet dadurch einen hohen Grad an Kompetenz und auch Einfühlungsvermögen in die schwierige Situation, die eine schwere Darm- oder Blasenoperation nach sich zieht. 

Monatliche Treffen finden statt:

  • in Wetzlar jeden 1. Mittwoch im Monat, ab 15:00 Uhr, im Seniorentreff, Ecke Obertorstr./Arnsburger Gasse, 1. Stock
  • in Gießen jeden 2. Donnerstag im Monat, ab 15:00 Uhr, in den Mohrunger Stuben, in der Kongresshalle, hinten gegenüber der Stadtbibliothek, Berliner Str. 2
  • in Dillenburg jeden 3. Dienstag alle 2 Monate (mit gerader Zahl), ab 15:00 Uhr, in der Altenwohnanlage des DRK, Marbacher Str. 
  • in Bad Nauheim, jeden letzten Dienstag im Monat, ab 16:00 Uhr, im Wiener Cafe in der Kurpark-Klinik, Vorstellung der ILCO, zu der auch Stoma-Patienten sowie Darmkrebspatienten und deren Angehörige eingeladen sind.

Ansprechpartner im Klinikum: 

Viola von Steegen, Tel. : 0 64 41/ 2 10 12 99 
Jolanta Langfort, Tel. : 0 64 41/ 78 24 25 

Ansprechpartner der Region: 

Deutsche ILCO e. V.
Sigrid Schulz
Kölschhäuser Weg 8
35764 Sinn
Tel. 02772 51336

Stellvertretung:
Iris Range
Königsberger Str. 10
35684 Dillenburg
Tel. 02771 31592

Andere Darmerkrankungen

Im Mittelhessischen Darmzentrum Wetzlar werden auch andere Darmerkrankungen behandelt, denn auch die primär nicht bösartigen Erkrankungen des Dick- und Enddarms erfordern ein hohes Maß an Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen medizinischen Disziplinen. 
Zu dieser Gruppe von Erkrankungen gehören:

  • Divertikelerkrankungen des Darms (Divertikulose, Divertikulitis)
  • Entzündliche Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn)
  • Reizdarm
  • Beckenbodenschwäche (Rektozele, Descensus)
  • Darmpolypen (FAP)
  • alle proktologischen Erkrankungen (z. B. Hämorrhoiden und Analfisteln/Analfissuren)