Urologische Vorsorge und moderne Therapien im Fokus
Am 1. November fand im Konferenzzentrum des Klinikums Wetzlar der Tag der Männergesundheit statt. Rund 200 Besucher folgten der Einladung der Klinik für Urologie, Kinderurologie und Urologischer Onkologie und nutzten die Gelegenheit, sich über aktuelle Themen der urologischen Vorsorge, Diagnostik und Therapie zu informieren.
Pressemitteilung
12.11.2025
Wetzlar
Das Programm umfasste Fachvorträge des Ärzteteams der Klinik rund um Chefarzt Dr. med. Victor Teodor Garlonta sowie von niedergelassenen Urologen. Ergänzt wurde die Veranstaltung durch einen persönlichen Erfahrungsbericht eines Patienten und Beiträge regionaler Selbsthilfegruppen.
Im Mittelpunkt stand das gesamte Spektrum urologischer Erkrankungen – von der Vorsorge über gutartige Gewebeveränderungen bis hin zu Tumorerkrankungen. Dr. med. Victor Teodor Garlonta stellte gemeinsam mit Dr. med. Christoph Haas, niedergelassener Urologe in Herborn, die Bedeutung der regelmäßigen urologischen Vorsorge vor. Da diese Untersuchungen in der Regel in einer Facharztpraxis für Urologie erfolgen, erläuterten beide Referenten das Thema gemeinsam und erklärten, welche Rolle Prostata, Nieren, Blase, Hoden und Penis im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen spielen.
„In Deutschland nehmen urologische Tumorerkrankungen bei Männern die ersten, vierten und fünften Plätze in der Häufigkeit ein und treten zunehmend auch bei Frauen auf. Daher sind Vorsorgeuntersuchungen, eine spezialisierte Versorgung sowie eine fachgerechte Tumortherapie in spezialisierten Zentren, wie bei uns im Klinikum Wetzlar, von entscheidender Bedeutung“, fasste der Chefarzt zusammen.
Dr. med. Edlira Duraj, Geschäftsführende Oberärztin, erläuterte die Behandlungsmöglichkeiten bei Harninkontinenz sowie bei Harnröhren- und Blasenhalsengen, die insbesondere nach operativen Eingriffen auftreten können. Sie stellte auch spezielle Therapieverfahren vor, die im Klinikum Wetzlar angeboten werden.
Oberarzt Murat Aslan Köklü informierte über moderne Verfahren zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung, darunter die künftig im Klinikum verfügbare Holmium-Laser-Therapie (HoLEP), ein minimalinvasives Operationsverfahren zur Behandlung einer gutartigen Prostatavergrößerung. Dabei wird überschüssiges Prostatagewebe mit einem Holmium-Laser schonend aus der Prostatakapsel gelöst, zerkleinert und anschließend abgesaugt. Dieses Verfahren zeichnet sich durch geringen Blutverlust, kürzere Krankenhausaufenthalte und eine schnelle Erholung aus.
Oberarzt Dr. med. Alexander Henkel thematisierte den Einfluss von Ernährung und Hormontherapie auf die Gesundheit im höheren Lebensalter, insbesondere im Zusammenhang mit Mangelerscheinungen, Muskelabbau, Osteoporose und Depressionen.
Bernd Henrie Lemp, ehemaliger Patient der Klinik, berichtete über seine Erfahrungen nach einer radikalen Prostataentfernung. Seine Ausführungen zeigten eindrucksvoll, wie wichtig eine kompetente operative und postoperative Betreuung im Behandlungs- und Genesungsverlauf ist. Zum Abschluss stellte die Prostata-Selbsthilfegruppe Weinbach ihre Arbeit vor und zeigte die Unterstützungsmöglichkeiten nach einem Krankenhausaufenthalt auf.
Die Veranstaltung bot Raum für viele Gespräche und Fragen und unterstrich die Bedeutung der Prävention und frühzeitigen Diagnostik urologischer Erkrankungen. Zahlreiche männliche Besucher nutzten die Gelegenheit, einen kostenfreien PSA-Test (PSA = Prostata-spezifisches Antigen) in Anspruch zu nehmen, um ihr Prostatakrebsrisiko bestimmen zu lassen. Bei erhöhten PSA-Werten wurden die entsprechenden Empfehlungen ausgesprochen.
„Vielen Dank an das gesamte Team der Urologie, an Jana Masseit, Chefarztsekretärin, die die Veranstaltung federführend organisiert hat, und natürlich an die Kollegen, die für die Durchführung der PSA-Tests verantwortlich waren“, so Chefarzt Dr. Garlonta abschließend. „Sie alle gemeinsam haben den Tag der Männergesundheit erst möglich gemacht.“