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19.01.2018

Seit 16 Jahren positive Jahresergebnisse

Neujahrsempfang Lahn-Dill-Kliniken


Braunfels, Dillenburg, Wetzlar, 18. Januar 2018 – „Wir können zum sechzehnten Mal in Folge ein positives Geschäftsergebnis ausweisen. Das ist kein Glück, sondern das Ergebnis harter Arbeit vieler Menschen hier im Unternehmen“, erklärte Richard Kreutzer, Geschäftsführer der Lahn-Dill-Kliniken, beim Neujahrsempfang der Lahn-Dill-Kliniken am 18. Januar. „Darum gilt mein Dank allen Mitarbeitern, den Ärzten, den Pflegekräften und natürlich allen Mitarbeitern der unterstützenden Bereiche, ohne die der Krankenhausbetrieb nicht aufrechterhalten werden könnte.“

2017 haben sich wieder mehr Patienten für eine Behandlung an den Lahn-Dill-Kliniken entschieden. Insgesamt waren über 41.000 Patienten in stationärer Behandlung. Im Vergleich zu 2016 bedeutet dies eine Steigerung um 1,2 Prozent. Außerdem wurden wieder mehr Patienten mit komplexen und schweren Krankheitsbildern behandelt.

„Die wichtigste Aufgabe in 2018 wird die Nachfolgeregelung für Geschäftsführer Richard Kreutzer sein. Er und sein Team haben die Lahn-Dill-Kliniken in den letzten Jahren sehr erfolgreich geführt“, sagte Wolfgang Schuster, Landrat des Lahn-Dill-Kreises. Kreutzer wird noch bis Ende Mai 2019 als Geschäftsführer tätig sein und steht danach dem Unternehmen bis 2021 in beratender Funktion zur Seite. 

„Wir wissen aktuell nicht, wie sich das Gesundheitswesen weiter entwickeln wird. Ich würde es sehr begrüßen, wenn in den kommenden Jahren mehr Geld im Bereich der Pflege eingesetzt werden würde“, so Kreutzer. „Denn der demografische Wandel wird uns zukünftig vor große Herausforderungen stellen. Es wird immer wichtiger, medizinische und pflegerische Strukturen anzupassen, um auch weiterhin eine optimale Versorgung der Patienten anbieten zu können.“

Sicher sei, dass die Entwicklung im Gesundheitswesen durch die Vernetzung von Angeboten sowie die Entstehung von Kooperationen und strategischen Zusammenschlüssen weiter geprägt werde. „Wir sind zuversichtlich, dass es 2018 zu einer interkommunalen Zusammenarbeit kommen wird“, sagte Schuster.

Es sei in der Zukunft wichtig, sich mit anderen Krankenhäusern zusammenzuschließen, mit dem Ziel sich gegenseitig zu fördern und weiter wirtschaftlich arbeiten zu können. „Durch eine engere Vernetzung wird auch die Verhandlungsposition gegenüber dem Land Hessen in Bezug auf Fördermittel gestärkt“, so Schuster. 

Kreutzer blickte in seiner Rede auf das vergangene Jahr zurück. „Gleich zu Beginn des Jahres hat uns eine Kinderkrankheit in Atem gehalten: Die Masern traten am Klinikum Wetzlar auf. Das führte natürlich dazu, dass wir in dieser Zeit weniger Patienten behandeln konnten.“ Dem außerordentlich großen Engagement aller Mitarbeiter sei es zu verdanken, dass bereits nach drei Wochen „Entwarnung“ gegeben werden konnte – und das obwohl Masern eine hochansteckende Erkrankung sind. „Die Entscheidung, ein Hygieneinstitut an den Lahn-Dill-Kliniken zu etablieren, hat sich als die richtige erwiesen“, so Kreutzer.

Wolfgang Schuster betonte in diesem Zusammenhang, dass das Management der Lahn-Dill-Kliniken sehr gut funktioniert habe. „Jedoch ist es bedauerlich, dass für solche unkalkulierbaren Ereignisse kein finanzieller Ausgleich vorgesehen ist.“ Umso erfreulicher sei es, dass wieder mehr Patienten behandelt werden konnten: „Dies liegt an der hohen Qualität und dem großen Vertrauen, das die Bevölkerung den Lahn-Dill-Kliniken entgegenbringt.“

Damit dies so bleibe, müsse man die Weiterentwicklung stetig vorantreiben, verdeutlichte der Landrat. „Es ist wichtig, kontinuierlich Investitionen zu tätigen.“ 2018 sollen zwei Großprojekte im Bereich Bau abgeschlossen werden: Der Küchenneubau am Klinikum Wetzlar mit angeschlossenem Konferenzzentrum soll im Frühsommer fertiggestellt sein. Hier investieren die Lahn-Dill-Kliniken rund 16,5 Millionen Euro. Auch die OP-Erweiterung am Standort Wetzlar soll in diesem Jahr abgeschlossen werden. Für rund 12,4 Millionen Euro werden derzeit drei neue OP-Säle gebaut. Außerdem wird die Stationssanierung auf der Südseite des Klinikums fortgesetzt.

Auch an den Dill-Kliniken soll weiter gebaut werden: Ziel ist es, zusätzliche Bettenkapazität zu schaffen. Daher ist geplant, den Westflügel der Dill-Kliniken für rund 4,5 Millionen Euro aufzustocken. Hier soll zukünftig die Weaning-Station untergebracht werden, wo künstlich beatmete Patienten von der Beatmung entwöhnt werden.

Ein weiteres wichtiges Thema in den kommenden Jahren wird die Sicherung der landärztlichen Versorgung im Lahn-Dill-Kreis sein. In einem Gastvortrag referierte Dr. Antje Erler, Leiterin des Arbeitsbereichs Innovative Versorgungsformen und Gesundheitssystemforschung am Institut für Allgemeinmedizin der Frankfurter Goethe-Universität zu diesem Thema. Die Ergebnisse einer von ihr maßgeblich durchgeführten Situationsanalyse zeigen: Der nördliche Lahn-Dill-Kreis ist bereits heute hausärztlich unterversorgt. Oft ist es schwierig, Hausarztpraxen neu zu besetzen und so die wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung zu sichern. Bis 2025 müssten 95 Hausärzte ersetzt werden, bis 2030 sind es sogar 118 Mediziner. Die Versorgung der Patienten in der Fläche sei in absehbarer Zeit kaum noch zu bewältigen. Zur Weiterentwicklung bestehender Strukturen wird über den Aufbau eines lokalen Gesundheitszentrums am Standort der Dill-Kliniken in Dillenburg nachgedacht.

Dieses Vorhaben soll zwei Ziele verfolgen: zum einen die langfristige Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung der Patienten im nördlichen Lahn-Dill-Kreis und zum anderen die Entlastung der Notaufnahme der Dill-Kliniken. Durch eine enge Kooperation der Notaufnahme des Krankenhauses, des ärztlichen Bereitschaftsdienstes (ÄBD) und des lokalen Gesundheitszentrums könnte so eine zentrale Anlaufstelle für Patienten etabliert werden. Auf diese Weise könnte schnell entschieden werden, ob eine ambulante Behandlung ausreicht oder ob eine stationäre Versorgung notwendig ist. „Es müssen attraktive Arbeitsbedingungen für Ärzte geschaffen werden, z.B. durch solche lokale Gesundheitszentren an Kliniken“, sagte Dr. Erler. Außerdem sei es sinnvoll, den ärztlichen Nachwuchs in der Region auszubilden. „Die Lahn-Dill-Kliniken können dabei auch weiterhin eine führende Rolle einnehmen“, so die Einschätzung von Dr. Erler. 

Komödiantisch und musikalisch begleitet wurde der Neujahrsempfang vom Duo „Fabian Lau und die Detektive“. Sie präsentierten ihr Programm „Willkommen auf der Intensivstation“.