Twitter Facebook YouTube Xing Chat

Zertifizierte Zentren

Weitere Zentren

02.05.2017

Der Weg zum „grünen Krankenhaus“

Wegweisendes Energiekonzept der Lahn-Dill-Kliniken


Wetzlar, 2. Mai 2017 – 13 Mitglieder der Wetzlarer Stadtverordneten­versammlung der Koalitionspartner SPD, Grünen und Freien Wähler haben sich vom Energiekonzept der Lahn-Dill-Kliniken überzeugt. „Wir sind auf dem Weg zum grünen Krankenhaus“, sagte Katja Streckbein, Kaufmännische Direktorin der Lahn-Dill-Kliniken bei ihrer Begrüßung. „Wir haben bereits zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, um die Energiebilanz der Lahn-Dill-Kliniken nachhaltig zu verbessern.“ Insgesamt wurden rund 2,8 Millionen Euro in neue Anlagen und Baumaßnahmen investiert. Durch das neue Konzept kann zukünftig am Standort Wetzlar eine Reduktion um 1.500 Tonnen Kohlendioxid (CO2) erreicht werden. Jährlich werden zusätzlich Kosten für Gas und Strom in Höhe von rund 500.000 Euro eingespart. Wolfgang Schuster, Landrat des Lahn-Dill-Kreises lobte das Konzept als „zukunftsweisend“. Man habe viel erreicht und müsse nun an dem Erreichten stetig weiterarbeiten. „Denn gerade der Bereich Energietechnik ist von einem ständigen Wandel geprägt“, so Schuster.

Ziel des Energiekonzeptes war es, vor dem Hintergrund steigender Energiekosten ein für die Zukunft tragfähiges, sicheres und energiesparendes Versorgungskonzept zu entwickeln. Die energetische Zielplanung umfasste die Hauptbereiche Wärme-, Dampf-, Kälte- und Stromerzeugung inklusive der Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik.

Mit Erweiterung der bereits bestehenden zwei Blockheizkraftwerke (BHKW) um ein weiteres Modul ist das Klinikum in der Lage, bis zu 75 Prozent seines benötigten Stroms selbst zu erzeugen. Die Abwärme wird optimal genutzt: einerseits zur Wärmeversorgung des Klinikums, zum anderen über einen zusätzlichen Abhitzedampfkessel, bei dem die Abgaswärme in Prozessdampf umgewandelt und für die Dampfversorgung zur Verfügung gestellt wird. Im Sommer wird die Abwärme des BHKW in der ebenfalls neuen Adsorptionskältemaschine in Kälte umgewandelt. In Spitzenlastzeiten sichert ein neuer Brennwertheizkessel die ausreichende Versorgung mit Wärme.

„Diese Art der Energieerzeugung und Nutzung in solch einem komplexen Wärmeverbundsystem ist deutschlandweit einmalig“, erläutert der Alexander Will, Technischer Leiter an den Lahn-Dill- Kliniken.

Innerhalb der Dampftechnik wurden zwei Schnelldampferzeuger zur Absicherung installiert. Darüber hinaus wurden alle Anlagen mit Ausnahme der BHKW sowohl für den regulären Betrieb mit Erdgas als auch für den Notfallbetrieb mit Öl ausgelegt, um eine maximale Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Honoriert wurde das außergewöhnliche Konzept von Alexander Will und seinen Mitarbeitern von höchster Stelle: Letzte Woche wurde der Förderbescheid über 100.000 Euro für die neue Kältetechnik durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle zugestellt.

Die Maßnahmen wurden in einem Zeitraum von rund 1,5 Jahren umgesetzt und im März 2017 beendet.

Die Stadtverordneten zeigten sich von dem Energiekonzept beeindruckt: „Gerade vor dem Hintergrund steigender Energiekosten zeugt es von großem Weitblick, wie die Lahn-Dill-Kliniken sich hier aufgestellt haben. Dies schafft wichtige Wettbewerbsvorteile für das Unternehmen“, sagte Sandra Ihne-Köneke, Fraktionsvorsitzende der Stadtverordneten der SPD-Wetzlar.