Schmerzfrei durchs Leben – neue Möglichkeiten beim Gelenkersatz
Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, sich bei der Patientenveranstaltung „Schmerzfrei durchs Leben – neue Möglichkeiten beim Gelenkersatz“ unter der Leitung von Professor Dr. med. Christoper Bliemel, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, umfassend über Gelenkerkrankungen zu informieren.
Pressemitteilung
03.02.2026
Wetzlar
Im Mittelpunkt standen moderne Therapiekonzepte rund um den Hüft-, Knie-, und Schultergelenkersatz (Endoprothesen) sowie die entscheidende Rolle der Physiotherapie für eine schnelle Rückkehr in ein aktives, selbstständiges Leben. Endoprothesen stellen etablierte Behandlungsmethoden dar, mit denen Patienten mit fortgeschrittener Arthrose wieder an Lebensqualität gewinnen können.
Hüftendoprothetik – Moderne Therapien bei Arthrose
In seinem Vortrag verdeutlichte Professor Bliemel die Bedeutung der Arthrose als Volkskrankheit: „Rund neun Millionen Menschen in Deutschland leiden unter arthrosebedingten Gelenkschmerzen. Die Erkrankung verursacht rund zehn Millionen Arbeitsunfähigkeitstage pro Jahr und geht mit erheblichen gesundheitlichen und gesellschaftlichen Folgen einher.“
Der Chefarzt erklärte verständlich, was Arthrose ist und welche Ursachen zum fortschreitenden Verschleiß der Gelenke führen können. „Durch den Abbau des schützenden Gelenkknorpels kommt es mit der Zeit zu schmerzhaften Bewegungseinschränkungen, die den Alltag deutlich beeinträchtigen können“, so der Experte.
Professor Bliemel stellte sowohl nicht-operative Behandlungsmöglichkeiten wie Physiotherapie, Schmerztherapie und Injektionen als auch operative Verfahren vor. Einen besonderen Schwerpunkt bildete der Ablauf einer Hüft-Endoprothesenoperation (Hüft-TEP). Dabei erläuterte er moderne, schonende OP-Techniken sowie das richtige Verhalten nach dem Eingriff. Auch die Frage, welche sportlichen Aktivitäten mit einer Hüftendoprothese möglich sind, wurde thematisiert. „Ein moderner Hüftgelenkersatz bedeutet heute nicht nur Schmerzreduktion, sondern vor allem die Rückgewinnung von Mobilität, Lebensqualität und Sicherheit im Alltag“, betonte der Chefarzt.
Moderne Endoprothetik von Knie und Schulter – individuell geplant für mehr Lebensqualität
Professor Dr. med. Ahmed Jawhar, geschäftsführender Oberarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, gab anschließend einen umfassenden Überblick über die moderne Knie- und Schulterendoprothetik.
Anschaulich erklärte er, wann ein Gelenkersatz sinnvoll ist und welche persönlichen Faktoren – wie das Ausmaß der Beschwerden, der Funktionsverlust und die individuelle Lebenssituation – bei der Entscheidung für eine Operation berücksichtigt werden. Zudem stellte er das breite Spektrum moderner Implantate für Knie und Schulter vor, durch die heute eine sehr passgenaue und individuelle Versorgung ermöglicht wird.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Planung und Durchführung der Operationen: Mithilfe moderner Bildgebung und präziser OP-Techniken können die Eingriffe gezielt vorbereitet und schonend durchgeführt werden, um Schmerzen zu lindern, die Funktion der Gelenke zu verbessern und eine möglichst schnelle Rückkehr in den Alltag zu erreichen. „Der Schlüssel zu einem erfolgreichen Gelenkersatz liegt in der individuellen Planung und einer realistischen Zielsetzung – abgestimmt auf die Bedürfnisse jeder einzelnen Patientin und jedes einzelnen Patienten“, so Professor Jawhar.
Physiotherapie – Schlüssel zur schnellen Mobilität
Den Abschluss der Veranstaltung bildete der Vortrag von Simone Drastig, Leitende Physiotherapeutin am Klinikum Wetzlar. Sie zeigte, wie entscheidend die Physiotherapie vor und nach einer Operation für den Behandlungserfolg ist.
Vorgestellt wurden sowohl die stationäre Physiotherapie als auch die ambulante Weiterbehandlung im Gesundheitszentrum TheraMedis am Klinikum Wetzlar, wo Patienten eine moderne Trainingsfläche mit Geräten zur Kräftigung, Ausdauer und Koordination zur Verfügung steht. Ergänzt wird das Angebot durch individuelle Betreuung und Beratung durch Sportwissenschaftler und Physiotherapeuten, Krankengymnastik, T-RENA (Trainingstherapeutische Rehabilitationsnachsorge), Krankengymnastik am Gerät (KGG) und gezieltes Gesundheitstraining. „Unser Ziel ist es, Patienten so früh wie möglich wieder in Bewegung zu bringen und sie auf dem Weg zurück in ein selbstständiges Leben optimal zu begleiten“, erklärte Simone Drastig.