In seinem Vortrag stellte er dar, wie sich Demenz von normalen Alterserscheinungen abgrenzen lässt, welche Risikofaktoren die Erkrankung begünstigen und warum eine frühe Diagnose entscheidend ist. Beim interaktiven Demenzparcours konnten Besucher an fünf Stationen – zu Gedächtnis, Alltag, Kommunikation, Orientierung und Sensorik – nachempfinden, mit welchen Einschränkungen Menschen mit Demenz im täglichen Leben konfrontiert sind.

„Mit dem Demenzparcours möchten wir Barrieren abbauen und Verständnis, Empathie und Sensibilität im Umgang mit der Erkrankung fördern. Denn wer versteht, wie sich Demenz auf das Leben auswirkt, kann Menschen mit Demenz und ihre Familien bestmöglich unterstützen“, erklärte Annette Zeitler, Pflegedirektorin der Lahn-Dill-Kliniken, die diesen besonderen Aktionstag gemeinsam mit den Innerbetrieblichen Demenzbeauftragten (IDA) der Lahn-Dill-Kliniken organisiert hatte.

„Während normale Alterserscheinungen meist nur gelegentliche Gedächtnislücken oder verlangsamtes Denken betreffen, führt eine Demenz zu fortschreitenden Einschränkungen im Alltag, die über das Vergessen hinausgehen. Begünstigt wird die Erkrankung durch Risikofaktoren wie unter anderem Bluthochdruck, Diabetes, Bewegungsmangel oder soziale Isolation“, erklärte Dr. Braun. „Eine frühe Diagnose ist entscheidend, um rechtzeitig Therapien einzuleiten, den Verlauf zu verlangsamen und die Lebensqualität möglichst lange zu erhalten“, so der Chefarzt weiter.

Neben bewährten nichtmedikamentösen Maßnahmen wie Gedächtnistraining und psychosozialer Unterstützung präsentierte er auch aktuelle Forschungsergebnisse zu innovativen Antikörpertherapien. Diese können in Vorstadien oder leichter Demenz den Krankheitsverlauf verlangsamen und werden voraussichtlich in den nächsten Monaten auch in Deutschland zur Verfügung stehen. Damit eröffnen sich neue Perspektiven für Patientinnen und Patienten mit Alzheimer-Demenz.

Das rege Besucherinteresse machte deutlich, dass Demenz ein zentrales Thema der Gesellschaft ist. Mit Fachvorträgen, praxisnahen Angeboten und offenen Gesprächen möchten die Lahn-Dill-Kliniken Betroffenen, Angehörigen und Interessierten Wege aufzeigen, wie man der Erkrankung begegnen und den Alltag trotz aller Einschränkungen bestmöglich gestalten kann.

 

Dr. Tobias Braun (1. von links), Chefarzt der Klinik für Neurologie am Klinikum Wetzlar, und Annette Zeitler (3. von rechts), Pflegedirektorin der Lahn-Dill-Kliniken, freuten sich gemeinsam mit den Innerbetrieblichen Demenzbeauftragten über die zahlreichen interessierten Besucher.