Tobias Gottschalk, Sprecher der Geschäftsführung, unterstrich den besonderen Stellenwert des Anlasses: „Die Einführung von Chefärztinnen und Chefärzten gehört zu den wichtigsten Momenten eines Krankenhauses und ist für uns alles andere als eine Routineveranstaltung.“ Nicht Strukturen oder Geräte prägten eine Klinik, sondern die Menschen – insbesondere jene, die Verantwortung übernehmen und Medizin aktiv gestalten.

Mit Professor Vorwerk begrüßen die Lahn-Dill-Kliniken erst die zweite Chefärztin in ihrer Geschichte. Geschäftsführerin Katja Streckbein betonte: „Ihre Berufung steht für Qualität, Kompetenz und Persönlichkeit.“ Fachliche Exzellenz, wissenschaftliche Expertise und langjährige Führungserfahrung hätten die Entscheidungsträger überzeugt.

Professor Vorwerk absolvierte ein Doppelstudium der Humanmedizin und Physik an der Georg-August-Universität Göttingen. 1998 schloss sie ihr Physik-Diplom ab, im Jahr 2000 promovierte sie im Fach Medizin im Bereich Pharmakologie und Toxikologie. 2006 folgte die Facharztanerkennung für Strahlentherapie. 2010 habilitierte die neue Chefärztin und erhielt die Lehrberechtigung für Strahlentherapie; 2012 wurde sie zur außerplanmäßigen Professorin ernannt. 

Die Chefärztin ist ausgewiesene Medizinphysikexpertin und verfügt über umfassende Erfahrung in der Tele- und Brachytherapie sowie in der Partikeltherapie. Damit vereint sie in besonderer Weise medizinische und physikalische Kompetenz – eine Kombination, die in der modernen Radioonkologie von zentraler Bedeutung ist.

In den Ansprachen wurde die Schlüsselrolle der Strahlentherapie im onkologischen Gesamtkonzept des Hauses hervorgehoben. „Erfolgreiche Onkologie ist Teamarbeit“, so Tobias Gottschalk. Qualität entstehe im engen Zusammenspiel aller Disziplinen. Der Leitung der Strahlentherapie komme dabei eine besondere Verantwortung zu.

Mit zwei hochmodernen Linearbeschleunigern verfügt die Klinik über eine leistungsfähige technische Ausstattung. Wolfram Dette, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, verwies auf die kontinuierlichen Investitionen in die medizinische Infrastruktur trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen. Damit sei eine Grundlage geschaffen worden, um hohe medizinische Qualität und einen starken Teamgeist nachhaltig zu sichern.

Auch der Ärztliche Direktor des Klinikums Wetzlar-Braunfels, Priv.-Doz. Dr. Erich Lotterer, stellte die Bedeutung von Teamarbeit und gemeinsamer Verantwortung in den Mittelpunkt. Die Strahlentherapie sei ein Fach mit hoher Sichtbarkeit und besonderer Verantwortung gegenüber den Patienten mit oftmals einschneidenden Diagnosen. Entscheidend sei ein gelebter Teamgedanke innerhalb der eigenen Klinik ebenso wie eine strukturierte und verlässliche Vernetzung mit allen Fachabteilungen im Haus.

In ihrer Antrittsrede dankte Professor Hilke Vorwerk für das entgegengebrachte Vertrauen und erläuterte ihre Beweggründe für den Wechsel nach Wetzlar. Neben der modernen technischen Ausstattung habe sie insbesondere der ausgeprägte onkologische Schwerpunkt des Hauses überzeugt.

Fachlich setzt sie unter anderem auf hochpräzise, atemgesteuerte Bestrahlungstechniken. Am Beispiel von Lungentumoren erläuterte sie, wie bewegliche Tumoren mithilfe moderner Technik millimetergenau behandelt werden können – auch bei Patienten, für die eine Operation nicht infrage kommt. Dabei sei stets das Zusammenspiel aller Berufsgruppen entscheidend: „Nicht das Gerät allein macht den Unterschied, sondern die enge Zusammenarbeit von Sekretariat, Medizinischen Technologen für Radiologie, Physikern und Ärzten.“

Ein weiteres zentrales Anliegen sei die konsequente Weiterentwicklung digitaler Prozesse. „Digitalisierung bedeutet nicht mehr Distanz zum Patienten, sondern effizientere Abläufe, weniger Fehlerquellen und dadurch mehr Zeit für persönliche Zuwendung“, sagte Professor Vorwerk.

Großen Wert legt die neue Chefärztin zudem auf die Aus- und Weiterbildung. Digitale Lehrangebote könnten Grundlagen vermitteln und Freiräume schaffen für das Wesentliche: das Gespräch mit Patienten, die empathische Aufklärung und den professionellen Umgang mit Sorgen und Ängsten.

Zum Abschluss würdigte sie die Offenheit und das Engagement des Teams: Ihr Start in den ersten Wochen sei „wirklich einfach und schön“ gewesen. Sie wolle auf dem bestehenden Fundament aufbauen, Prozesse weiterentwickeln und die interdisziplinäre Zusammenarbeit stärken.

Mit der offiziellen Einführung von Prof. Dr. Hilke Vorwerk setzen die Lahn-Dill-Kliniken ein klares Zeichen für Kontinuität und Innovation. Ziel ist es, die Strahlentherapie als tragende Säule der regionalen onkologischen Versorgung weiter auszubauen – getragen von medizinischer Präzision, gelebtem Teamgeist und einem klaren Fokus auf die Bedürfnisse der Patienten.