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Patienteninformationen

Die nachfolgenden Seiten sollen es Ihnen ermöglichen, sich einen ersten Überblick über die wichtigsten urologischen Krankheitsbilder und deren Behandlungsmöglichkeiten zu verschaffen. Näheres und Einzelheiten wird Ihr behandelnder Arzt mit Ihnen besprechen und die von uns gegebenen Informationen vervollständigen.

Harnsteine

Das Harnsteinleiden ist eine sehr häufige Erkrankung. Steine kommen in den unterschiedlichsten Formen und Größen im gesamten Harntrakt vor.

Zur Behandlung von Nierensteinen steht eine Reihe verschiedener Verfahren zur Verfügung, zumeist minimal-invasiv. Die berührungsfreie Steinzertrümmerung von außen (ESWL) und die endoskopische Harnleiterspiegelung mit stoßwellen- oder lasergestützter Steinzertrümmerung sind die Therapieoptionen der ersten Wahl. Mit ihnen kann man nahezu alle Steine ohne Schnittoperation entfernen.

Eine weitere Möglichkeit bei sehr großen Steinen im Nierenbecken ist die minimalinvasive perkutane Nephrolitholapaxie, bei der durch die Haut über einen kleinen Arbeitskanal mittels Endoskop der Stein im Nierenbecken zerkleinert und abgesaugt wird.

Gutartige Prostatavergrößerung

Die gutartige Prostatavergrößerung (Benigne Prostatahyperplasie, BPH) ist eine sehr häufige Erkrankung des älteren Mannes. Bedingt durch eine hormonelle Umstellung kommt es zu einem Wachstum der Vorsteherdrüse. Diese Vergrößerung kann dazu führen, dass das Wasserlassen bis hin zur Harnsperre mehr und mehr behindert wird.

Wenn der Urologe eine beginnende Prostatavergrößerung feststellt, so wird er diese zunächst medikamentös behandeln. Wenn sich allerdings die Blasenfunktion durch Medikamente nicht nachhaltig bessern lässt, sollte die Prostata operiert werden.

Die transurethrale Elektroresektion der Prostata (TURP) stellt den operativen Standard der Therapie der gutartigen Prostatavergrößerung dar. Der Operateur schält die Prostata mit Hilfe eines speziellen Endoskopes in kleinen Spänen durch die Harnröhre aus. Diese werden ausgespült und es wird für einige Tage ein Katheter in die Blase eingelegt. Durch dieses Operationsverfahren, das in unserer Klinik bipolar und damit für Sie als Patienten sehr sicher durchgeführt wird, lässt sich die Prostata schnell und nachhaltig verkleinern. 

Eine Alternative zur Elektroresektion stellt die Behandlung mit einem Greenlight-Laser dar. Bei diesem Verfahren wird die Prostata mittels hochenergetischem Laserstrahl endoskopisch verdampft. Vorteile liegen in dem deutlich geringeren Blutverlust und dem kürzeren Krankenhausaufenthalt. Gerade ältere Patienten, Patienten mit schwerwiegenden Grunderkrankungen und solche, die Medikamente zur Gerinnungshemmung einnehmen, können mit dieser Methode sicher und schonend behandelt werden.

Ist eine Prostata sehr groß gewachsen, so wird sie offen durch einen Bauchschnitt operiert. Auch bei diesem Verfahren wird die Prostata »ausgeschält« – das Gewebe der Prostatakapsel bleibt dabei unberührt. Genau wie bei der Prostataresektion wird bei der offenen Operation zunächst ein Katheter eingelegt, der wenige Tage später entfernt werden kann.

Inkontinenz

Der ungewollte Abgang von Urin - die Inkontinenz - ist immer noch ein Tabuthema. Dies ist bedauerlich, da Inkontinenz meist geheilt, zumindest aber deutlich gebessert werden kann.

Viele Faktoren spielen bei der Entstehung der Inkontinenz zusammen. Meist sind eine Bindegewebsschwäche des Beckenbodens in Zusammenhang mit einem durch die Wechseljahre bedingten Hormonmangel und evtl. Übergewicht die Ursache der Schließmuskelschwäche. Auch die Geburt von Kindern kann zur Inkontinenz beitragen. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von neurologischen Erkrankungen, die die Blase beeinträchtigen können.

Man unterscheidet die »Belastungsinkontinenz«, bei der der unfreiwillige Harnabgang bei körperlicher Belastung (z. B. Husten) auftritt, von der »Dranginkontinenz«, bei welcher ein plötzlich einsetzender Harndrang so übermäßig ist, dass die Toilette nicht mehr erreicht werden kann. Beide Inkontinenzformen können auch gemeinsam als Mischinkontinenz auftreten.

Um welche Form der Inkontinenz es sich genau handelt, bestimmen wir durch Befragung der Patienten und eine Reihe von Untersuchungen (urodynamische Messung von Blasen- und Schließmuskelkraft,  Messung der Weite der Harnröhre, Vorliegen einer Senkung von Blase, Gebärmutter oder Darm, ggf. Röntgen-untersuchung). Dies geschieht im Rahmen der einmal wöchentlich stattfinden Inkontinenzsprechstunde in unserer Klinik statt.

Die Therapie reicht je nach Untersuchungsbefund von einer örtlichen Hormontherapie mit östrogenhaltiger Salbe, über Medikamente, Beckenbodengymnastik bis hin zum minimal-invasiven Einsatz eines Bändchens zur Hebung des Blasenhalses (TVT / TVTO) oder Hebungsoperation bei Vorfall von Harnblase und / oder Gebärmutter.

Prostatakrebs

Das Prostatakarzinom ist die häufigste Tumorerkrankung des Mannes.  Die Prostata oder »Vorsteherdrüse« ist eine Drüse, die den Großteil der Samenflüssigkeit produziert. Sie liegt unterhalb der Harnblase und oberhalb des Schließmuskels.

Ein Prostatakarzinom kann sehr lange Zeit ohne jegliche Symptome bleiben. Gelegentlich haben Patienten mit Prostatakarzinom auch Symptome, die denen einer gutartigen Prostatavergrößerung ähneln. Erst im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu Schmerzen. Als »Motor« des Krebswachstums der Prostata gilt das männliche Sexualhormon Testosteron.

Aufgrund dieses schleichenden Krankheitsverlaufes und aufgrund der Erkrankungshäufigkeit ist eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung sehr wichtig. Wir empfehlen allen Männern ab dem 45. Lebensjahr eine jährliche Kontrolle durch einen Urologen. Bei dieser Vorsorgeuntersuchung wird die Prostata vom After her abgetastet, eine Ultraschalluntersuchung der Prostata durchgeführt und zusätzlich ein spezieller Laborwert bestimmt, das »Prostataspezifische Antigen (PSA)«.

Besteht aufgrund einer Prostata-Vorsorgeuntersuchung der Verdacht, dass ein Prostatakarzinom vorliegen könnte, wird eine kleine Gewebeprobe aus der Prostata entnommen und vom Pathologen feingeweblich untersucht.

Wird ein Prostatakrebs diagnostiziert, werden gegebenenfalls einige Untersuchungen durchgeführt, um das Ausmaß der Erkrankung festzustellen (Knochenszintigraphie, Computertomographie).

Es stehen beim Prostatakarzinom drei Therapieverfahren zur Auswahl. Jedes dieser drei Verfahren hat Vor- und Nachteile sowie sein spezifisches Einsatzgebiet.

Bei der Hormontherapie eines Prostatakarzinoms wird das Testosteron durch einen operativen Eingriff (Entfernung der Hoden) oder durch Medikamente unterdrückt. Schaltet man das Hormon aus, wird das Prostatakarzinom für einen gewissen Zeitraum nur noch langsam wachsen, danach wird es jedoch hormonunempfindlich. Durch eine Hormontherapie ist ein Prostatakrebs also nicht heilbar.

Die Strahlentherapie beim Prostatakarzinom erfolgt entweder von außen als externe Bestrahlung oder von innen, wobei kleine radioaktive Metallteilchen – sogenannte »Seeds« – in die Prostata eingestochen werden und dort verbleiben.

Der Vorteil der Strahlentherapie ist der Wegfall einer Operation. Die Nachteile sind die Begleiterscheinungen dieser Therapieform, nämlich die Entzündungsreaktion von Blase, Harnröhre und Enddarm. Außerdem kann der weitere Verlauf nur noch über eine regelmäßige PSA-Wert-Kontrolle erfolgen. Zudem gibt es in einigen klinischen Studien Hinweise, dass nach fünf Jahren eine schlechtere Überlebensrate der bestrahlten Patienten im Vergleich zur Operation besteht.

Klassischerweise wird bei einer Operation die Prostata mit den Samenblasen und den zugehörigen Lymphknoten über einen ca. 10 cm langen Schnitt im Bereich des Unterbauchs entfernt. Diese Operation geht schnell, der Blutverlust ist minimal und das Komplikationsrisiko ist auf ein absolutes Minimum beschränkt.

Alternative Operationsmethoden wie die Prostataentfernung über einen Dammschnitt, die laparoskopische Prostatektomie oder die robotische Prostataentfernung mittels DaVinci-System können ebenfalls angewendet werden, bieten im Vergleich zur klassischen Operationsmethode über den Unterbauchschnitt jedoch kein besseres Ergebnis.

Blasenkrebs

Blasenkrebs ist ebenfalls ein bösartiger urologischer Tumor, der Männer und Frauen betrifft.

Wie viele bösartige Tumore bleibt auch der Blasenkrebs im frühen Stadium oft unbemerkt. Das typische Alarmzeichen ist die schmerzlose Blutbeimengung im Urin. Mit einem Urintest kann der Arzt prüfen, ob sich im Harn Blut nachweisen lässt. Die wichtigste Untersuchung, um einen Harnblasenkrebs zu erkennen, ist die Spiegelung von Harnröhre und Blase. Findet sich bei der Spiegelung ein Tumor in der Harnblase, wird mit Hilfe einer Elektroschlinge (transurethrale Resektion, TURB) über die Harnröhre das Tumorgewebe abgetragen. Oberflächliche Tumoren können bei diesem Eingriff komplett entfernt werden. Durch die Gabe eines fluoreszierenden Farbstoffs in die Harnblase vor der Operation wird die Resektion des Tumors in unserer Klinik in photodynamischer Technik (PDD) durchgeführt. Dadurch können wir Blasentumoren mit einer höheren Sicherheit entdecken, als dies bei der »normalen« TURB der Fall ist.

Anhand der histopathologischen Einteilung erhält der Urologe Aussagen darüber wie bösartig der Tumor und wie weit er in die Harnblase eingewachsen ist. Ist der Tumor bereits in die Muskelschicht eingewachsen, liegen jedoch keine Anzeichen für Tochtergeschwülste (Metastasen) vor, muss das Karzinom durch eine Operation vollständig entfernt werden. Außer der Harnblase muss der Operateur bei Männern zusätzlich Prostata und Samenbläschen entnehmen. Bei Frauen umfasst der Eingriff die Harnblase, die Gebärmutter, beide Eierstöcke und Eileiter sowie einen Teil der Scheidenwand. Diese Operation nennt man »radikale Zystektomie«. Zusätzlich zur Entfernung der Blase muss eine neue Harnableitung geschaffen werden. Die Methoden reichen vom Ausleiten der beiden Harnleiter an die Bauchdecke über verschiedene Reservoire aus Dünn- oder Dickdarm bis zur Konstruktion einer völlig neuen Blase aus dem eigenen Dünndarm des Patienten.

Welche Methode letztlich angewendet wird, hängt vom Alter und Zustand des Patienten und dem Ausmaß der Krebserkrankung ab.

Nierenkrebs

Heutzutage wird eine bösartige Veränderung der Niere (Nierenzellkarzinom) meist zufällig durch Ultraschall oder Computertomographie bei der Abklärung anderer Erkrankungen diagnostiziert. Blut im Urin stellt eines der ersten Symptome dar.

Bei Nierenkrebs ist die Entfernung der tumortragenden Niere bis heute die einzige Therapie, die zur Heilung führt. In günstigen Fällen kann der Tumor unter Erhalt der Nierenfunktion aus der Niere herausgeschnitten werden. Vor allem bei Patienten ohne Fernmetastasen ist die Operation das Mittel der Wahl. Dieses Verfahren nennt man »organerhaltende Nierenteilresektion«. In manchen Fällen, nämlich wenn der Tumor vom Niereninneren, dem Nierenbecken, ausgeht, wird zusätzlich auch der Harnleiter entfernt.

Liegen beim Nierenkrebs Fernmetastasen vor, so werden Medikamente eingesetzt, die die Blutversorgung des Nierenzellkarzinoms drosseln und damit das Tumorwachstum hemmen.

Die Strahlentherapie kann in ausgewählten Fällen bei Metastasen in Gehirn oder Knochen als Folge des Nierenzellkarzinoms eingesetzt werden, um die Beschwerden zu lindern. Eine wirksame Chemotherapie gibt es bis heute nicht.