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Patienteninformationen

Die Strahlentherapie gehört neben Operation und Chemotherapie zu den 3 Säulen der Krebstherapie. Diese drei Therapieoptionen werden heute in exakter Abstimmung und enger Zusammenarbeit der an der Krebstherapie beteiligten Experten, die sich in so genannten Tumorkonferenzen zusammenfinden, zum größt möglichem Nutzen für den betroffenen Patienten eingesetzt – man spricht von multimodalen Therapiekonzepten.

Insgesamt können heute durch das Zusammenwirken aller Therapieformen mehr als 50% aller Krebserkrankungen geheilt werdenBei 40% aller Krebsheilungen ist die Strahlentherapie mit beteiligt oder gar alleinige Behandlung.

Sie kann dabei vor der Operation zur Tumorverkleinerung (neoadjuvant), während der Operation (intraoperativ) oder danach zur Vernichtung mikroskopischer Tumorreste (adjuvant) eingesetzt werden. Das Ziel der Strahlenbehandlung kann es sein allein oder in Kombination mit den anderen Therapieverfahren eine komplette Heilung zu erreichen (kurativ) oder aber bei fortgeschrittenen Tumorerkrankungen lindernd zu wirken (palliativ – z.B. Schmerzen bei Knochenmetastasen).

Häufig wird die Strahlentherapie mit Medikamenten zur Krebsbehandlung (Chemotherapie) kombiniert, um die Wirkung der Strahlen zu verstärken. Man spricht dann von einer kombinierten Radio-/Chemotherapie, welche eine hocheffektive Behandlungsmethode im Kampf gegen den Krebs ist und ein Behandlungsschwerpunkt unserer Klinik darstellt.

Am häufigsten wird die Bestrahlung von außen durchgeführt, wobei das Eindringen der Strahlen in den Körper nicht zu spüren ist.

Seltener erfolgt die Strahlentherapie direkt vom Innern des Körpers (sog. Kontakttherapie oder Brachytherapie). Hierzu werden Röhrchen oder Schläuche in den Körper eingeführt, um eine Bestrahlungsquelle direkt an den Tumor oder die gefährdete Körperregion zu bringen. Beim frühen Prostatakrebs werden sehr kleine Nadeln mit radioaktiven Strahlern, sogenannte Seeds, in die Prostata eingesetzt, diese verbleiben im Körper und geben ihre Strahlung über einen längeren Zeitraum ab.

 
Praktischer Ablauf einer Strahlentherapie

Anmeldung

Die Anmeldung erfolgt telefonisch durch die vorbehandelnde Klinik, den behandelnden niedergelassenen Facharzt oder den Hausarzt. Häufig vereinbaren auch die Patienten selbst einen Vorstellungstermin in unserer Klinik. In der Regel erfolgt dann das Erstgespräch innerhalb von 10 Tagen nach der Anmeldung. Notfälle werden selbstverständlich jederzeit vorgezogen. 

Um einen möglichst raschen Beginn der Therapie zu gewährleisten benötigen wir zum Erstgespräch folgende Unterlagen:

  • Die aktuellen im Rahmen der Erkrankung angefertigten Röntgen-,CT-, MRT- oder PET-CT-Bilder
  • Op.-Bericht
  • Pathologischer Bericht
  • Protokoll der Tumorkonferenz falls vorhanden
  • Aktuelle Laborwerte falls vorhanden

Erstgespräch

Während des Erstgespräches sichtet der Strahlentherapeut alle bisherigen Untersuchungsergebnisse und legt mit den Patienten anhand des Tumorstadiums das Ziel der Behandlung (heilend - kurativ oder lindernd – palliativ) fest. Es beinhaltet eine ausführliche Aufklärung über Notwendigkeit, Ablauf und mögliche Nebenwirkungen der Behandlung sowie über alternative Therapieverfahren (z.B. Operation beim Prostatakrebs)– hier hat der Patient die Möglichkeit, alle ihn interessierenden Fragen mit dem Arzt zu klären. Am Ende legt der Strahlentherapeut das Therapiekonzept fest, nach dem die Gesamtbehandlung abläuft – Gesamtdosis, Einzeldosis, mit oder ohne Chemotherapie etc.

Planungs-CT

Nachdem bei Ihnen die Notwendigkeit einer Strahlenbehandlung gesehen wurde und anhand aller vorhandener Informationen (Bildgebung, Operationsbericht, Histologie etc.) von uns die zu bestrahlende Körperregion festgelegt wurde, (dies wurde Ihnen im Erstgespräch erklärt), geht es nun darum, die einzelnen Bestrahlungen genau ins Ziel zu bringen.

Dies erfolgt in unserer Klinik mit einem hochmodernen Spezial-CT mit besonders großer Öffnung (also keine Sorge bezüglich Platzangst!), Spezialsoftware und einem angeschlossenen, beweglichen Lasersystem. 

Die Gabe von Röntgenkontrastmittel ist dafür meist nicht erforderlich. Bitte bringen Sie hierfür sowie zu den Bestrahlungen ein großes Badetuch mit, damit Sie etwas wärmer auf dem Tisch liegen.  

Es ist meist notwendig Sie für die Bestrahlungsplanung und die täglichen Bestrahlungen mit Lagerungshilfen besonders stabil auf dem CT- oder Bestrahlungstisch zu positionieren. Das ist für Sie nicht immer die bequemste Lagerung aber für Ihre Bestrahlung von besonderer Bedeutung. Versuchen Sie bitte trotzdem bei normaler Atmung ruhig liegen zu bleiben, bis wir Ihnen sagen, dass Sie sich wieder bewegen dürfen. 

Noch während Sie auf dem CT-Tisch liegen können wir in Ihren aktuell aufgenommenen  CT-Bildern mit dem Spezial-CT festlegen, wo das Zielgebiet in Ihrem Körper liegt und dessen Zentrum mit beweglichen Lasern an Decke und Wänden auf Ihre Körperoberflache projizieren. Diese Lasermarkierungen werden dann abschließend auf Ihrer Haut eingezeichnet und dienen der reproduzierbaren Lagerung bei den Bestrahlungen. Die Markierungen dürfen auf keinen Fall entfernt werden

Die gesamte Untersuchung dauert ca. 20 Minuten. Danach bekommen Sie den Termin zur ersten Bestrahlung (Ersteinstellung). Da der weitere Planungsprozess vopr allem bei der IMRT-Planung bis zu mehreren Tagen dauern kann, liegt die Ersteinstellung meist ca. eine Woche nach dem Planungs-CT. 

Während Sie dann schon zuhause sind werden in jedem einzelnen Ihrer ca. 50 CT-Bilder vom Strahlentherapeuten das Zielgebiet und die umliegenden Risikoorgane elektronisch eingezeichnet. Nach dieser Vorgabe und in enger Abstimmung mit dem Strahlentherapeuten berechnen danach unsere Medizinphysiker mit modernster Rechnertechnik Ihren individuellen, dreidimensionalen Bestrahlungsplan. Nach der endgültigen Kontrolle wird dieser Plan an die Bestrahlungsgeräte übertragen. Er steuert und überwacht elektronisch Ihre tägliche Bestrahlung. Daneben erfolgt die kontinuierliche Kontrolle durch unsere Mitarbeiter (MTRAs) am Bestrahlungsgerät, die Sie neben der vielen Technik natürlich auch ganz persönlich betreuen werden.

Bestrahlung

Bei der ersten Bestrahlung (Ersteinstellung) sind Chefarzt oder Oberärztin zusammen mit dem Medizinphysiker anwesend um nochmals alle Parameter genau zu überprüfen und Ihre Einzeichnung auf der Haut zu komplettieren, bevor die Bestrahlung durch den Arzt endgültig freigegeben wird. Auch während der Bestrahlungsserie erfolgen regelmäßige Kontrollen der Lage der Bestrahlungsfelder mit Hilfe von speziellen Feldkontrollaufnahmen am Bestrahlungsgerät (an diesen Tagen dauert die Bestrahlung etwas länger und gelegentlich wird die Einzeichnung etwas korrigiert). Bei der Spezialbestrahlung mit IMRT/VMAT und bildgeführter Strahlentherapie (IGRT) erfolgen diese Kontrollen täglich vor jeder Bestrahlung.

Die weiteren Bestrahlungen erfolgen dann entsprechend den exakten Vorgaben des Bestrahlungsplanes durch das speziell für die Bedienung der Bestrahlungsgeräte ausgebildete Fachpersonal (MTRA).

Bei der ersten Bestrahlung erhalten Sie die weiteren Termine für die Bestrahlung meist für eine Woche und dann jeweils am Ende einer Woche für die nächste Woche.

Während der Bestrahlung erfolgen regelmäßige Kontrollen der Haut, des körperlichen Befindens sowie (falls erforderlich) der Blutwerte. Darüber hinaus hat der Pat. jederzeit die Möglichkeit bei Auftreten von Beschwerden mit dem behandelnden Strahlentherapeuten zu sprechen.

Abschluss

Beim Abschlussgespräch erfolgt üblicherweise auch die körperliche Abschlussuntersuchung. Bei einem ausführlichen Gespräch werden die Hautpflege und weitere Verhaltensmaßnahmen besprochen. Es wird ein erster Kontrolltermin 4-6 Wochen nach Abschluss der Strahlentherapie vereinbart, um zu sehen, ob sich (wenn vorhanden) die akuten Nebenwirkungen (z.B. Hautreaktionen) komplett zurückgebildet haben. 

Nach Abschluss der Bestrahlung oder Radio-/Chemotherapie steht Ihnen eine Reha-Maßnahme in Form einer Anschlussheilbehandlung (AHB) zu, die Ihnen helfen soll, sich von den Anstrengungen der Erkrankung und Tumortherapie zu erholen. Wir empfehlen den Beginn der AHB nach der ersten Kontrolluntersuchung also ca. 5 Wochen nach Abschluss der Behandlung. Sie sollten den entsprechenden Antrag zusammen mit den Mitarbeitern unseres Sozialdienstes (Case Management) im 11. OG des Hauptgebäudes im letzten Drittel der Bestrahlungsserie ausfüllen. Dort wird man Sie auch bezüglich einer für Sie geeigneten AHB – Einrichtung beraten – also bitte nicht vergessen, rechtzeitig einen Termin mit unserem Case Management vereinbaren!

Die weitere Tumornachsorge erfolgt interdisziplinär in Zusammenarbeit mit dem zuweisenden Facharzt und dem Hausarzt

Es ist auf jeden Fall erforderlich, dass der bestrahlte Patient einmal jährlich dem Strahlentherapeuten vorgestellt wird, da die seltenen Spätnebenwirkungen noch Jahre nach der Bestrahlung auftreten können und dann oftmals fehlgedeutet werden. In die Nachsorge werden häufig auch technische Untersuchungen wie Röntgen, Ultraschall und Computertomographie mit einbezogen. Wie häufig diese erforderlich sind, wird der Arzt mit dem Patienten besprechen.