Prof. Dr. Christopher Bliemel widmete sich in seinem Vortrag sowohl verschleißbedingten Erkrankungen als auch akuten Verletzungen der Hand. Zunächst ging er auf Polyarthrosen der Hand- und Fingergelenke ein – ein weit verbreitetes Krankheitsbild, das vor allem mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen einhergeht. Die Diagnostik erfolgt dabei sowohl klinisch als auch mithilfe bildgebender Verfahren. 

Im Mittelpunkt der Behandlung steht ein breites Spektrum konservativer Maßnahmen. Dazu zählen medikamentöse Therapien, physikalische Anwendungen, Schienenbehandlungen sowie gezielte handtherapeutische Übungen. Auch Gelenkinjektionen können in bestimmten Fällen zur Linderung der Beschwerden beitragen. Ziel dieser Behandlungen ist es, operative Eingriffe möglichst zu vermeiden oder hinauszuzögern. Gleichzeitig stellte Prof. Bliemel auch operative Möglichkeiten vor, die bei fortgeschrittenen Erkrankungen zum Einsatz kommen können.
Im weiteren Verlauf ging Prof. Bliemel auf häufige Verletzungen von Sehnen und Bändern ein. Dabei erklärte er, dass die Behandlung stark davon abhängt, wo genau die Sehne verletzt ist und wie schwer die Verletzung ausfällt. Leichtere, geschlossene Verletzungen können in bestimmten Fällen ohne Operation behandelt werden, etwa durch spezielle Schienen, die die Heilung unterstützen.

Schwerere oder auch offene Verletzungen müssen hingegen meist operativ versorgt werden, um die Beweglichkeit der Finger zu erhalten. Im Anschluss ist eine gezielte Nachbehandlung entscheidend, damit die Hand ihre Funktion möglichst vollständig zurückerlangt. Ziel sei es immer, Beweglichkeit und Kraft bestmöglich wiederherzustellen und dauerhafte Einschränkungen zu vermeiden. „Das A und O dafür ist eine exakte Analyse der jeweiligen Erkrankung oder Verletzung“, betonte Prof. Dr. Bliemel.

Dr. med. Denis Visser, Oberarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, ging anschließend auf das traumatische Karpaltunnelsyndrom sowie Handwurzelfrakturen ein. Dabei erläuterte er typische Symptome und diagnostische Verfahren und stellte insbesondere die operativen Behandlungsmöglichkeiten beim Karpaltunnelsyndrom vor, die bei anhaltenden Beschwerden oder neurologischen Ausfällen zum Einsatz kommen. Ergänzend ging er auf moderne, schonende Operationsverfahren ein. Im Hinblick auf Handwurzelfrakturen verdeutlichte Dr. Visser, dass je nach Art und Ausprägung sowohl konservative als auch operative Therapien notwendig sein können, um eine stabile Heilung und die Funktion der Hand sicherzustellen. Anhand praxisnaher Beispiele hob er die Bedeutung einer frühzeitigen und individuell abgestimmten Behandlung hervor: „Gerade bei Beschwerden der Hand ist es wichtig, frühzeitig eine klare Diagnose zu stellen – so können wir die passende Therapie einleiten und langfristige Einschränkungen vermeiden.“

Einen ergänzenden Blickwinkel brachte Corinna Wanger, Leitende Physiotherapeutin, ein. Sie verdeutlichte die zentrale Rolle der Physiotherapie in der Nachbehandlung und Rehabilitation, um Beweglichkeit, Kraft und Funktion der Hand nachhaltig wiederherzustellen. „Die beste Operation ist nur der erste Schritt – entscheidend für den langfristigen Erfolg ist eine konsequente und individuell angepasste handtherapeutische Nachbehandlung“, betonte Corinna Wanger. Neben der stationären Physiotherapie im Klinikum Wetzlar während des Klinikaufenthalts steht das angeschlossene Gesundheitszentrum TheraMedis für die ambulante Nachbehandlung zur Verfügung. Angeboten werden moderne krankengymnastische Konzepte, medizinische Trainingstherapie, Trainingstherapeutische Rehabilitationsnachsorge (T-RENA), Krankengymnastik am Gerät (KGG) und professionell betreutes Gesundheitstraining. Eine hochmoderne Geräteausstattung unterstützt dabei den nahtlosen Übergang von der Klinik in die ambulante Versorgung.

Im Anschluss nutzten viele Besucher die Gelegenheit, individuelle Fragen zu stellen und sich direkt mit den Expertinnen und Experten auszutauschen. 

Abschließend zog Prof. Dr. Bliemel ein positives Fazit: „Die große Resonanz zeigt, wie viele Menschen von Erkrankungen und Verletzungen der Hand betroffen sind – und wie wichtig es ist, darüber aufzuklären und moderne Behandlungsmöglichkeiten verständlich zu vermitteln.“ 

Freuten sich über die große Resonanz (v.l.): Dr. med. Denis Visser, Corinna Wanger und Prof. Dr. med. Christopher Bliemel