Priv.-Doz. Dr. med. Tobias Braun, Chefarzt der Klinik für Neurologie am Klinikum Wetzlar, informierte in seinem Vortrag „Demenz – mehr als nur Alzheimer“ über verschiedene Formen der Erkrankung und zeigte auf, wie sich altersbedingte Veränderungen von einer beginnenden Demenz unterscheiden lassen. „Mit zunehmendem Alter kann es vorkommen, dass man gelegentlich einen Namen oder ein Wort nicht sofort findet, einen Gegenstand verlegt oder etwas länger braucht, um ein Problem zu lösen. Bei einer Demenzerkrankung nehmen solche Veränderungen zu und beeinträchtigen zunehmend den Alltag“, erklärte der Chefarzt. Bei einer dementiellen Erkrankung muss nicht immer eine Alzheimer-Krankheit vorliegen. „Demenz“ ist vielmehr ein Überbegriff für nachlassende geistige Fähigkeiten, die zwar häufig, aber nicht nur und auch nicht immer das Gedächtnis betreffen. Auch können Sprachstörungen, Schwierigkeiten beim Lösen von Problemen oder der Orientierung vorkommen. Bei derartigen Beschwerden sollte eine weitere Abklärung erfolgen, da es zumindest bei einem Teil der Patienten behandelbare Ursachen hierfür gibt. Zudem kann geprüft werden, ob und welche Form einer Demenz vorliegt und eine Behandlung begonnen werden.

Während der gesamten Veranstaltung konnten die Teilnehmer einen interaktiven Demenzparcours durchlaufen. An fünf Erlebnisstationen zu Gedächtnis, Alltag, Kommunikation, Orientierung und Sensorik konnten sie dabei selbst erfahren, welche Herausforderungen eine Demenzerkrankung mit sich bringen kann. Die „Innerbetrieblichen Demenzbeauftragten“ – speziell geschulte Pflegekräfte der Lahn-Dill-Kliniken – begleiteten die Stationen, beantworteten Fragen und gaben praktische Einblicke in den Umgang mit Menschen mit Demenz.

„Uns ist wichtig, mit solchen Veranstaltungen Wissen zu vermitteln, Fragen aufzugreifen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Ich freue mich sehr, dass unser Pflegeteam gemeinsam mit den Innerbetrieblichen Demenzbeauftragten diesen Tag gestaltet haben. Mein besonderer Dank gilt Tobias Dussa, Leiter der Arbeitsgruppe Demenz, und allen beteiligten Demenzbeauftragten für ihr großes Engagement“, betont Pflegedirektorin Martina Weich.

Die vielen persönlichen Gespräche und das positive Feedback der Teilnehmer zeigten, wie wichtig Information, Austausch und Sensibilisierung rund um das Thema Demenz sind.