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Thorsten Schäfer-Gümbel informiert sich über Landarztnetz Lahn-Dill

Thorsten Schäfer-Gümbel (Mitte) Informierte sich bei Lars Bongartz, Stephan Aurand, Richard Kreutzer und Dr. Michael Saar (v.l.) über das Landarztnetz Lahn-Dill.

Gesundheitsversorgung auf dem Land im FokusWetzlar, 09. März 2016 – Der stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende und hessische Landes- und Fraktionsvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel hat sich gestern über das Landarztnetz Lahn-Dill und die Gesundheitsversorgung im Lahn-Dill-Kreis informiert. Beim Gespräch mit Vertretern des Landarztnetzes kamen auch übergeordnete Themen wie die Ausbildung von Ärzten und die Attraktivität des Arztberufes zur Sprache.Stephan Aurand, Hauptamtlicher Kreisbeigeordneter des Lahn-Dill-Kreises, und Richard Kreutzer, Geschäftsführer des Landarztnetzes, begrüßten den stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD. „Wir freuen uns, dass Sie sich einen Überblick über die Gesundheitsversorgung bei uns verschaffen“, sagte Stephan Aurand. „Bis zum Jahr 2020 werden im Lahn-Dill-Kreis aufgrund der demografischen Entwicklung etwa 40 Prozent aller Hausarztpraxen einen Nachfolger suchen müssen“, schilderte der Hauptamtliche Kreisbeigeordnete die Situation. „Das Landarztnetz Lahn-Dill kann dazu beitragen, diese Entwicklung abzumildern“, erklärte Richard Kreutzer. „Aber stoppen können wir sie durch das Projekt leider nicht.“„Der Ärztemangel ist bereits heute ein Thema“, sagte Schäfer-Gümbel. „Um dieses Problem zu lösen, muss man an mehreren Stellen ansetzen.“ Beginnen müsse man unter anderem schon zu Beginn des Medizinstudiums. Man müsse sicherstellen, dass genau die Menschen zu Medizinern ausgebildet werden, die für den Arztberuf geeignet seien – unabhängig von einem Numerus Clausus. Auch sei es wichtig, den Beruf „Landarzt“ attraktiver zu gestalten.Hier setzt das Landarztnetz Lahn-Dill an: Dort werden Ärzte zu einem Festgehalt angestellt und sie können als Angestellter eine Praxis betreiben. „Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist heutzutage für viele Arbeitnehmer wichtig. In einem Angestelltenverhältnis ist dies leichter umsetzbar als in der Selbstständigkeit“, so Richard Kreutzer. „Zumal das Landarztnetz die angestellten Ärzte bei der Praxisorganisation unterstützt und ihnen so mehr Freiräume schafft.“ Auch Ärzte, die beispielsweise halbtags im Praxisverbund beim Landarztnetz Lahn-Dill arbeiten wollen, können eine Angestelltentätigkeit aufnehmen. Nach zwei Jahren besteht für die angestellten Ärzte die Möglichkeit, die Praxis als freiberufliche, selbstständige Hausärzte zu übernehmen.„Mir ist es ein besonderes Anliegen, im Sinne unserer Patienten und meiner Kollegen aktiv zu werden“, verdeutlichte Dr. Michael Saar, Ärztlicher Leiter des Landarztnetzes und niedergelassener Hausarzt in Breitscheid. „Denn: Wenn eine Praxis schließt, müssen über 1.000 Patienten auf die umliegenden Arztpraxen verteilt werden.“ Das würde zum Problem werden, zumal die Patienten aufgrund des demografischen Wandels immer älter werden und an mehreren Krankheiten leiden würden. „Unser Ziel ist es, Patienten weiterhin wohnortnah zu versorgen und jungen Ärztinnen und Ärzten eine risikoarme Möglichkeit zu bieten, das Landarztleben kennenzulernen“, so der Hausarzt.Derzeit betreibt das Landarztnetz drei Praxen in den Orten Breitscheid, Dietzhölztal-Steinbrücken und Haiger-Fellerdilln. „Es ist geplant, in diesem Jahr eine weitere Praxis zu integrieren“, sagte Lars Bongartz, Kaufmännischer Leiter des Landarztnetzes. „2016 werden wir über 30 Mitarbeiter beschäftigen, somit trägt das Landarztnetz nicht nur zur Aufrechterhaltung hausärztlicher Versorgungsangebote im Lahn-Dill-Kreis bei, sondern sichert auch Arbeitsplätze in der Region.“Am Ende des Gesprächs lobte Thorsten Schäfer-Gümbel das Engagement der Landarztnetz-Mitarbeiter und würdigte das Projekt als innovatives Konzept im Gesundheitswesen.Ärzte und Ärztinnen, die Interesse daran haben, als Angestellte in Teil- oder Vollzeit im Landarztnetz Lahn-Dill zu arbeiten, können sich direkt an die Betreiber wenden. Darüber hinaus ist es möglich, dort die allgemeinmedizinische Praxisweiterbildungszeit zu absolvieren und so bereits während der Facharztweiterbildung einen oder mehrere Praxisstandorte kennenzulernen. Interessierte finden unter www.landarztnetz.de Kontaktmöglichkeiten zum Landarztnetz.