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Tausende Dokumente bereits bewertet - GZW und Lahn-Dill-Kliniken informieren Mitarbeiter zum Stand der Prüfungen eines Zusammenschlusses

(v.l.) Wolfgang Schuster, Landrat Lahn-Dill-Kreis und Richard Kreutzer, Geschäftsführer Lahn-Dill-Kliniken, informierten die Mitarbeiter über die die bisherigen Ergebnisse der Prüfung eines möglichen Zusammenschlusses.

Aufgeschlossen und interessiert lauschten die Mitarbeiter den Ausführungen. Im Anschluss daran wurde rege und sachlich diskutiert.

Bad Nauheim/Wetzlar, 14. November 2014 – In den acht Monate seit Aufnahme der Prüfung eines Zusammenschlusses der Kliniken des Gesundheitszentrums Wetterau (GZW) und den Lahn-Dill-Kliniken wurden bisher zahlreiche Dokumente der einzelnen Unternehmen gegenseitig geprüft und bewertet. Am gestrigen Freitag wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beider Kliniken in parallelen Veranstaltungen über die bisherigen Ergebnisse informiert. Mit der Federführung der inhaltlich-fachlichen Gespräche hatten die Gesellschafter der Gesundheitszentrum Wetterau GmbH (Stadt Bad Nauheim und Wetteraukreis) sowie der Lahn-Dill-Kliniken GmbH (Lahn-Dill-Kreis) im April den Geschäftsführer der Lahn-Dill-Kliniken, Richard Kreutzer, sowie den Ärztlichen Direktor des GZW, Prof. Dr. Dr. Friedrich Grimminger, betraut. Ihr Fazit: Die bisherige gegenseitige ergebnisoffene Prüfung hat gezeigt, dass ein Zusammenschluss Vorteile für beide Unternehmen bringen könnte.

Vor den Mitarbeitern betonten die Vertreter der Gesellschafter, Bad Nauheims Bürgermeister Armin Häuser sowie die Landräte Joachim Arnold (Wetteraukreis) und Wolfgang Schuster (Lahn-Dill-Kreis), es sei wichtig, dass die öffentlich-rechtlichen Krankenhäuser in Deutschland erhalten blieben, da sie ein unverzichtbarer Pfeiler der flächendeckenden und qualitativ hochwertigen stationären und ambulanten medizinischen Versorgung seien. Ob man dieses Ziel alleine oder gemeinsam schaffen könne, werde momentan geprüft. Größere Verbünde hätten den Vorteil, dass man auf Augenhöhe mit den immer größer werdenden Krankenkassen, Zulieferern und konkurrierenden Krankenhäusern stehen könne. In Hessen gab und gebe es viele Versuche Verbunde zu gründen – viele seien gescheitert. „Das GZW und die Lahn-Dill-Kliniken haben sich als gesunde Krankenhausunternehmen entschieden, diese Möglichkeit ergebnisoffen zu untersuchen. Dies ist natürlich von Vorteil“, betonten Häuser, Arnold und Schuster.Im Lauf der Gespräche haben sich für beide Seiten vier Prioritäten herausgestellt: 1. Die medizinische Versorgungsqualität der Patienten soll im Verbund weiter verbessert werden können. 2. Der Erhalt der kommunalen Trägerschaft darf auf beiden Seiten niemals zur Disposition gestellt werden. 3. Es ist nach betriebswirtschaftlichen Synergien zu suchen, um die Wirtschaftlichkeit eines möglichen Verbundes zu gewährleisten. 4. Konzepte und Strukturen sind im Verbund besser aufeinander abzustimmen.Zudem besteht nach Angaben der Gesellschafter die Notwendigkeit, sich auf sich dramatisch verändernde Rahmenbedingungen einzustellen. „Ab 2016 wird das bisher geltende Konzept der Krankenhausfinanzierung modifiziert, das heißt, Forderungen der Häuser an das Sozialministerium nach Investitionsmitteln wird es nicht mehr geben. Stattdessen wird jedes Krankenhaus jährlich einen pauschalen Betrag pro Fall  erhalten. In zukunftsfähige Strukturen investieren können wird dann also nur derjenige, der über ein gewisses Finanzvolumen verfügt. Dies wäre in einem größeren Verbund der Fall“, erläuterten Häuser, Arnold und Schuster.  Voraussetzung für den Zusammenschluss wäre allerdings die seit sechs Monaten laufende Unternehmensbewertung. Bisher haben sich die beiden Unternehmen wechselseitig „auf ihren Gesundheitszustand hin überprüft“, erläuterten Kreutzer und Prof. Grimminger den Verfahrensablauf. Tausende von Dokumente seien geprüft und bewertet worden. Dies sei ein aufwändiger Prozess – und man sei noch nicht zu Ende damit. Acht verschiedene Modelle der Unternehmens- und Eigentümerstruktur für das neue, kommunenübergreifende Gebilde seien momentan in der Diskussion. Geklärt werden müssten außerdem steuer-, personal- und kartellrechtliche Fragen. Hier würden verschiedene Lösungskonzepte gegeneinander abgewogen.  Regierungspräsidium und Sozialministerium seien informiert und hätten ihre Unbedenklichkeitserklärung abgegeben. „Nun wird das Ganze bilanziert und ein Gesamtfazit der Einzelbewertungen gezogen“, betonten die beiden Krankenhausrepräsentanten. Entsprechend der bei kommunalen Trägern vorgegebenen Entscheidungsstrukturen werde das bislang Erarbeitete den Gremien vorgestellt. Jede der beteiligten Kommunen müsse nun für sich gewissenhaft die Entscheidung treffen, ob sie die geplante Partnerschaft eingehen wolle.