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Schlüsselloch-Chirurgie bei futuristischer Beleuchtung: Blaues Licht im Operationssaal

Unter „normalen" Bedingungen werden in der Allgemeinen, Viszeralen und Onkologischen Chirurgie am Klinikum Wetzlar über 1.000 Operationen im Jahr minimal-invasiv in Schlüssellochtechnik durchgeführt. Im letzten Jahr ging die Zahl der mit diesem schonenden Verfahren mittels Bauchspiegelung durchgeführten Eingriffe coronabedingt um zirka 20 Prozent zurück.

Die Fluoreszenzangiographie bringt Gewebe zum Leuchten.

Bei Operationen mit der Schlüssellochtechnik kommt bei Bedarf blaues Licht zum Einsatz.

„Wir haben am Klinikum Wetzlar eigens für die Schlüsselloch-Chirurgie vorgesehene Operationssäle“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Frank Ulrich, Chefarzt des Zentrums für Allgemeine, Viszerale und Onkologische Chirurgie. „In diesen kommt bei Bedarf ein spezielles blaues Raumlicht zum Einsatz. Das sieht sehr futuristisch aus, hat aber natürlich seinen Sinn.“ Das Licht werde bei endoskopischen Eingriffen genutzt, da es weniger ermüdend wirke als ein völlig abgedunkelter Saal. „Außerdem wird zugleich die Sichtbarkeit des endoskopischen Bildes verbessert, das bei allen unseren Systemen in hochmoderner 3D-Technik dargestellt wird“, erläutert der Chefarzt. Das OP-Personal kann dabei über ein steriles Tablet die Einstellungen und die Beleuchtung des Operationssaals steuern. Darüber hinaus gibt es in den Operationssälen die Möglichkeit einer so genannten Fluoreszenzangiographie (intraoperativen Gefäßdarstellung), um z.B. die Durchblutung des Darms vor einer geplanten Naht überprüfen zu können. „Dadurch können wir solche Eingriffe noch sicherer gestalten“, sagt Dr. Ulrich.

Minimalinvasive Verfahren haben zahlreiche Vorteile im Vergleich zu Operationen, die mit einem großen Schnitt durchgeführt werden. Dabei ist die Präzision der durchgeführten Eingriffe durch das exzellente und vergrößerte 3D-Bild sehr hoch. „Wenn möglich, nutzen wir die Schlüssellochtechnik“, so der Chefarzt. Operationen, die minimal-invasiv durchgeführt werden, sind sehr schonend und weniger belastend für die Patienten. Der Schmerzmittelbedarf nach der Operation ist deutlich geringer. „Außerdem werden Patienten schneller mobil, der Krankenhausaufenthalt ist kürzer und sie können ihrer gewohnten körperlichen Belastung früher nachgehen“, erklärt Ulrich. Zudem habe man ein besseres kosmetisches Ergebnis.

Mittlerweile kann eine Vielzahl von Operationen mittels Schlüsselloch-Chirurgie durchgeführt werden. Gallenblasen- und Blinddarmentfernungen wie auch Operationen bei Leistenbrüchen werden schon seit längerer Zeit minimal-invasiv versorgt. Heutzutage gehören aber auch Eingriffe an der Speiseröhre, am Magen, Dünn- und Dickdarm sowie dem Enddarm zum Standardrepertoire großer bauchchirurgischer Kliniken. Oft handelt es sich dabei auch um umfangreiche Tumoroperationen. Darüber hinaus führen Dr. Ulrich und seine Mitarbeiter auch die Adipositaschirurgie mit Schlauchmagenbildung oder Magenbypass in Schlüssellochtechnik durch. Selbst Operationen an der Bauchspeicheldrüse und der Leber wie beispielsweise die Entfernung von Lebermetastasen, können mittels Bauchspiegelung durchgeführt werden.

Einer der Schwerpunkte der Allgemeinen, Viszeralen und Onkologischen Chirurgie am Standort Wetzlar ist die Behandlung von bösartigen Tumoren und Krebserkrankungen der Bauchorgane. Gemeinsam mit Partnern im Rahmen des von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Darmzentrums und des Onkologischen Zentrums werden Patienten nach höchsten Qualitätsstandards behandelt. Chefarzt Dr. Frank Ulrich ist Facharzt für Allgemeine Chirurgie und Facharzt für Viszeralchirurgie mit der Zusatzbezeichnung spezielle Viszeralchirurgie und hat die Weiterbildungsbefugnis der Landesärztekammer Hessen, die komplette Ausbildung seiner Mitarbeiter für diese Facharztqualifikationen durchzuführen. Außerdem ist er Hochschullehrer und Dozent im Fachbereich Medizin der Goethe-Universität