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Pilotphase gestartet: Web-basierte Verteilung radiologischer Aufnahmen wird zukünftig Standard

Nach rund einem Jahr technischer und organisatorischer Planung und Vorbereitung der Radiologie und der IT-Abteilung der Lahn-Dill-Kliniken fiel jetzt der Startschuss zur Pilotphase einer Web-basierten Bildverteilung an Patienten und ausgewählte Überweiser. Das Projekt wurde maßgeblich vom ehemaligen Chefarzt der Radiologie Prof. Dr. Klaus Rauber, der Leitenden Oberärztin der Radiologie, Julia Heinrichs, und IT-Leiter Folkert Hoim geleitet.

Wurde jetzt vorgestellt: Die neue Web-basierte Bildverteilung radiologischer Daten.

Bisher erhielten Patienten des Institutes für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des Klinikums Wetzlar ihre Aufnahmen zur Weitergabe an behandelnde Ärzte oder Kliniken auf Bilddaten-CDs. Bei großen Datenmengen führte dieses Verfahren zu regelrechten CD-Sammlungen. Dass Brennen und Einlesen der CDs ist zeit-, personal- und ressourcenaufwändig und stellt zudem eine Umweltbelastung dar. Mit der Web-basierten Bildverteilung soll das in Zukunft der Vergangenheit angehören. Statt CDs erhält der Patient nach der Untersuchung in der Radiologie einen individuellen Zahlencode, mit dem er Zugriff auf seine Bilddaten hat.

Die Datenverteilung übernimmt dabei die Firma Dobco PACSonWeb – ein erfahrener Partner, der in Belgien landesweit für die Patientendaten-Verteilung zuständig ist. Die beiden dafür genutzten und  hochgesicherten Datenserver stehen in der EU und unterliegen dem strengen EU-Datenrecht. Die eigentlichen Bilder müssen zudem entsprechend den in Deutschland geltenden Vorschriften weiterhin auf den lokalen Servern des Klinikums gespeichert sein.

Weiterbehandelnde Ärzte können mit dem Zahlencode nach der Einverständniserklärung des Patienten – die jederzeit widerrufen werden kann – die Bilder über eine App von den gesicherten Datenservern abrufen. In der aktuellen Projektphase können nur Bilder abgerufen werden. Nach der Pilotphase sollen auch Befunde übermittelt werden, was schließlich zu einer schnelleren Entscheidung über notwendige Behandlungen führt. Die Web-basierte Datenübermittlung erlaubt es zudem, jederzeit und überall auf Bilddaten zuzugreifen. So kann ein Patient mit akuter Erkrankung im Ausland den dort behandelnden Ärzten sofort Bilder und Ergebnis von CT- oder MRT-Untersuchungen bereitstellen, oder bei auftretenden Herzbeschwerden im Urlaub Aufnahmen eines in Wetzlar durchgeführten Herzkatheters zur Verfügung stellen.

Damit Patienten die Hoheit über die Weitergabe ihrer Daten behalten, werden neben einer grundsätzlichen Einverständniserklärung für den Aufruf auch der ausgehändigte Zahlencode und das Geburtsdatum abgefragt. Geht der Code verloren, kann kein Unbefugter auf die Bilddaten zugreifen. Das Verfahren ist damit deutlich sicherer als die bisher übliche CD, die im ungünstigen Fall von jedem ausgelesen werden kann.