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Neujahrsempfang der Lahn-Dill-Kliniken

Diskutierten über die zukünftige Gesundheitsversorgung im Lahn-Dill-Kreis (v.l.n.r.): Dr. Roger Agne, Dr. Michael Saar, Dr. Uwe Röndigs, Jochen Metzner, Priv.-Doz. Dr. Erich Lotterer.

Wolfgang Schuster verdeutlichte, dass es wichtig sei, auch zukünftig innovative Ideen zu verfolgen.

Braunfels, Dillenburg, Wetzlar, 23. Januar 2015 - In welche Richtung entwickelt sich die Gesundheitsversorgung im Lahn-Dill-Kreis? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs der Lahn-Dill-Kliniken am 22. Januar. „Auch 2014 können die Lahn-Dill-Kliniken eine schwarze Null als Geschäftsergebnis ausweisen. Ein positives Ergebnis zu erreichen, wird aber von Jahr zu Jahr schwieriger“, erklärte Richard Kreutzer, Geschäftsführer der Lahn-Dill-Kliniken bei seiner Begrüßung. „Um auch zukünftig erfolgreich zu sein, ist es wichtig, auch weiterhin innovative Ideen zu verfolgen“, so Wolfgang Schuster, Landrat des Lahn-Dill-Kreises. 

Drei Ziele würden dabei im Vordergrund stehen: Auch in Zukunft solle die wohnortnahe und qualitativ hochwertige stationäre und ambulante Versorgung der Menschen im Lahn-Dill-Kreis und somit im ländlichen Raum sichergestellt werden. Ein weiterer Punkt sei es, die tarifgerechte Bezahlung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewährleisten. „Außerdem ist es das Ziel, die kommunale Trägerschaft der Lahn-Dill-Kliniken zu erhalten“, betonte Schuster. „Doch schaffen wir die Sicherung der drei Ziele in Zukunft alleine, wie bisher, oder brauchen wir einen Partner an unserer Seite?“, fragte der Landrat. 

Die Landräte des Lahn-Dill-Kreises und des Wetterau-Kreises sowie der Bürgermeister von Bad Nauheim und die Krankenhausleitungen des Gesundheitszentrums Wetterau und der Lahn-Dill-Kliniken hätten sich auf eine Partnerschaftslösung in Form einer gemeinsamen Dachgesellschaft verständigt. Die hierzu notwendigen Verträge lägen im Entwurf vor. Nach einer internen Prüfung würden die offiziellen Gremien der Lahn-Dill-Kliniken am 26.Januar 2015 die Vertragsvorschläge erhalten. 

Schuster betonte: „Dabei handelt sich um Entwürfe. Ich strebe eine breite Zustimmung im Kreistag an. Mit einer knappen Mehrheit wird es keine gemeinsame Dachgesellschaft geben. Ziel ist es, am 18. Mai 2015 im Kreistag abschließend zu entscheiden.“

Erstmals über 40.000 Patienten stationär behandelt

Der Umsatz des Gesamtunternehmens Lahn-Dill-Kliniken GmbH lag wie im vergangenen Jahr bei rund 160 Millionen Euro. Erstmals wurden 2014 über 40.000 Patienten in den Lahn-Dill-Kliniken stationär behandelt. „Das ist eine erneute Steigerung um 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, verdeutlichte Schuster.

„Wir haben auch im letzten Jahr zahlreiche Projekte umgesetzt“, erklärte Richard Kreutzer. Er würdigte die Leistung der Mitarbeiter der Lahn-Dill-Kliniken: „Ohne Sie wäre dies nicht möglich gewesen, ich danke Ihnen für Ihre Initiative und Ihr Engagement“. So wurden die neuen Tochtergesellschaften kerngesund! und das Landarztnetz Lahn-Dill gegründet. Das Medi-Center am Klinikum Wetzlar und das Zentrum für Atmungsstörungen an den Dill-Kliniken wurden eröffnet. 

Insgesamt haben die Lahn-Dill-Kliniken 2014 rund sechs Millionen Euro in bauliche Maßnahmen und medizinische Ausstattung investiert. „Wir haben aber auch unsere internen Prozesse beleuchtet und haben unter anderem ein Service-Team in Wetzlar gegründet, das den Patienten eine bestmögliche Service-Leistung aus einer Hand während des Aufnahmeprozesses gewährleisten und Wartezeiten reduzieren soll“, so Kreutzer. 

Qualität im Mittelpunkt

Über die zukünftige Gesundheitsversorgung im Lahn-Dill-Kreis diskutierten bei einer Podiumsdiskussion Jochen Metzner, Referatsleiter Krankenhausversorgung, Gesundheits- und Krankenpflege, Hessisches Ministerium für Soziales und Integration, Dr. Michael Saar, Ärztlicher Leiter Landarztnetz Lahn-Dill und Hausarzt in Breitscheid, Dr. Roger Agne, Ärztlicher Direktor der Dill-Kliniken Dillenburg und Priv.-Doz. Dr. Erich Lotterer, Ärztlicher Direktor des Klinikums Wetzlar-Braunfels. Moderiert wurde die Gesprächsrunde von Dr. Uwe Röndigs, Chefredakteur der Zeitungsgruppe Lahn-Dill. 

„In dem von der Bund-Länder-Arbeitsgruppe vorgelegten Eckpunkteprogramm zur Krankenhausreform wurden entscheidende Maßnahmen für die zukünftige Gesundheitsversorgung beschlossen“, erklärte Jochen Metzner. „Zukünftig wird beispielsweise die Qualität der Behandlung in der Krankenhausplanung eine tragende Rolle spielen, dies ist im Sinne der Patienten eine maßgebliche Weiterentwicklung“. 

Auf die Frage, ob und wie sich die Qualität der Behandlungen verändern wird, verdeutlichte Priv.-Doz. Dr. Erich Lotterer: „Es ist Ziel eines jeden Arztes, seinen Patienten die bestmögliche Qualität der Versorgung zukommen zu lassen. Zukünftig werden uns aber beispielsweise die älter werdende Bevölkerung, die Multimorbidität der Patienten und die zunehmende Komplexität von Erkrankungen und Therapiemöglichkeiten noch stärker vor Herausforderungen stellen. Entscheidend wird es dann sein, dass interdisziplinäre Expertenteams eng zusammenarbeiten - so wie wir es bereits in unseren Zentren machen“. 

Gesundheitsversorgung in ländlichen Bereichen

„Nicht nur die Bevölkerung wird älter - auch die Ärzteschaft wird älter“, betonte Dr. Michael Saar. Bereits bis zum Jahr 2020 würden 40 Hausärzte im Lahn-Dill-Kreis das Rentenalter erreichen und müssten durch nachfolgende Ärzte ersetzt werden. Das würde immer schwieriger werden. Um den Bürgern eine wohnortnahe Versorgung weiterhin gewährleisten zu können, müssten neue Wege gegangen werden. „Nur dann werden wir in der Lage sein, gemeinsam die Herausforderungen einer flächendeckenden ambulanten Versorgung in der Zukunft zu meistern“, erklärte der Hausarzt. 

Mit dem Landarztnetz Lahn-Dill haben die Lahn-Dill-Kliniken gemeinsam mit Dr. Saar ein deutschlandweit einzigartiges Projekt ins Leben gerufen, mit dem Ziel, die ambulanten hausärztlichen Versorgungsangebote in ländlich geprägten Regionen des Lahn-Dill-Kreises dauerhaft aufrecht zu erhalten. 

Thema: Fachkräftemangel

Auf den Ärztemangel im Krankenhaus ging Dr. Roger Agne ein: „Dies wird ein bestimmendes Thema in der medizinischen Versorgung der nächsten Jahre oder Jahrzehnte sein. Deshalb wäre es hilfreich, wenn die Politik erkennen würde, dass wir in Deutschland zu wenige Ärzte ausbilden“, erklärte er. Wichtig sei heutzutage aber auch, dass man als Arbeitgeber attraktiv sei. „Fachkräftemangel betrifft auch zahlreiche andere klinische Bereiche. Kliniken müssen - unabhängig von der Vergütung - weitere Angebote haben, um qualifizierte Fachkräfte für sich zu gewinnen. Ein wichtiger Punkt ist zum Beispiel die Vereinbarkeit von Beruf und Familie“.