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Moderne Wirbelsäulentherapie: High-Tech-Medizin im OP

Wirbelsäulen-Operationen werden am Klinikum Wetzlar durch ein spezialisiertes Wirbelsäulen-Team durchgeführt.

Mit dem O-Arm können Behandlungsschritte exakt geplant und kontrolliert werden.

Wetzlar, 16. März 2016 – Rund 700.000 Euro haben die Lahn-Dill-Kliniken in ein hochmodernes mobiles Bildgebungssystem investiert, um operative Eingriffe an der Wirbelsäule noch sicherer durchführen zu können. „Mit dem neuen High-Tech-Gerät können wir Eingriffe an der Wirbelsäule und am zentralen Nervensystem mit nie dagewesener Präzision durchführen“, erklärt Privatdozent Dr. Thomas Gausepohl, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie am Klinikum Wetzlar. Der so genannte O-Arm verbindet die Vorteile von einfachen Röntgen-Untersuchungen und Computertomographie (CT) in einem einzigen Gerät. „Damit können wir die Behandlungsschritte zum Beispiel beim Einbringen von Schrauben in die Wirbelsäule exakt planen und kontrollieren.“ Hessenweit sind neben dem Gerät am Klinikum Wetzlar nur drei weitere dieser Art im Einsatz. Erste Eingriffe wurden am Klinikum Wetzlar bereits erfolgreich durchgeführt.Rückenbeschwerden gelten als Volkskrankheit Nummer eins in Deutschland: 62 Prozent der Frauen und 56 Prozent der Männer sind nach dem Bundes-Gesundheitssurvey des Robert-Koch-Instituts mehr oder weniger stark betroffen. Mittlerweile stehen für Menschen, die an anhaltenden Rückenschmerzen leiden, immer mehr schonende Behandlungsoptionen und Medizintechnik wie die O-Arm-Technologie zur Verfügung.Jährlich werden am Klinikum Wetzlar rund 400 Operationen an der Wirbelsäule durchgeführt – Tendenz steigend. „Auch die Zahl der komplexen Eingriffe, wie beispielsweise die Entfernung von Tumoren, hat zugenommen“, so Dr. Gausepohl. „Unser Ziel ist es, die Wirbelsäulenchirurgie am Klinikum Wetzlar immer weiter zu entwickeln. Durch die Anschaffung des O-Arms haben wir jetzt noch bessere Möglichkeiten komplexe Eingriffe so sicher wie möglich zu machen.“Wirbelsäulen-Operationen werden am Klinikum Wetzlar von einem spezialisierten Wirbelsäulen-Team unter Leitung von Christian Braune, Leitender Oberarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, durchgeführt. „Es ist aus Aspekten der Patientensicherheit sehr wichtig, dass Operationen mit dem O-Arm durch ein eingespieltes Team erfolgen“, erklärt der Chefarzt. „Deshalb werden sowohl die Ärzte als auch die Pflegekräfte, die damit arbeiten, regelmäßig geschult.“ Das neue Gerät steht auch der Praxisklinik Mittelhessen, einer Tochtergesellschaft der Lahn-Dill-Kliniken, zur Verfügung.Das moderne Bildgebungssystem umschließt den Patienten ringförmig wie ein O, so dass die Liegeposition des Patienten während der Operation nicht verändert werden muss. Schrauben und Stäbe werden mit Hilfe der Schlüssellochtechnik dabei noch präziser mit den Wirbeln verbunden. „Außerdem profitieren die Patienten von einer verkürzten OP-Dauer“, erläutert Chefarzt Dr. Gausepohl.Eine Operation mit dem O-Arm habe für den Patienten zusätzlich den Vorteil, dass sich die Strahlenbelastung um bis zu 50 Prozent reduziere. Zu Beginn der Operation wird mit dem Gerät ein dreidimensionaler Scan innerhalb von 13 Sekunden erstellt. „Klassische Röntgenaufnahmen der Wirbelsäule dauern häufig mehrere Minuten. Außerdem entfallen durch das permanente Monitoring während der Operation die CT-Aufnahmen am Folgetag“, erklärt der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie.„Deutschlandweit wird das Verfahren nur an 30 Kliniken durchgeführt – insbesondere an Universitätskliniken“, sagte Richard Kreutzer, Geschäftsführer der Lahn-Dill-Kliniken. „Die Anschaffung dieses innovativen Gerätes ist für uns folgerichtig, denn unser beständiges Ziel ist es, unseren Patienten hochwertige und moderne Medizin auf universitärem Niveau anzubieten und uns immer weiter zu entwickeln.“