Twitter Facebook YouTube Xing Chat

Zertifizierte Zentren

Weitere Zentren


Mitarbeiter und Geschäftsführung fordern faire Finanzierung der Krankenhäuser

Gemeinsam mit Richard Kreutzer (Mitte), Geschäftsführer der Lahn-Dill-Kliniken, und Claudia Becker (Mitte links), Vorsitzende des Betriebsrats, forderten Mitarbeiter des Klinikums Wetzlar eine bessere Krankenhausfinanzierung.

Wetzlar, 18. September 2013 - Zahlreiche Mitarbeiter haben ihre Mittagspause gemeinsam mit Richard Kreutzer, Geschäftsführer der Lahn-Dill-Kliniken, vor dem Klinikum Wetzlar verbracht, um auf die unzureichende Finanzierung der Krankenhäuser aufmerksam zu machen. Auch an den Dill-Kliniken in Dillenburg nahmen Mitarbeiter an der Aktion teil.

Unterstützt wurde die Arbeitnehmeraktion von der Geschäftsleitung sowie von der Gewerkschaft ver.di, die den Mitarbeitern Plakate und Handzettel zur Verfügung stellte. „Unsere Patienten erwarten zu Recht, dass sie bei uns in den Lahn-Dill-Kliniken eine hochwertige Versorgung erhalten. Diesem verständlichen Anspruch können wir nur gerecht werden, wenn wir genügend Personal bereitstellen können“, erklärte Kreutzer. 
„Die Finanzierung der Krankenhäuser muss aus diesem Grund angepasst werden. Die Kosten steigen stetig und es erfolgt ein unzureichender finanzieller Ausgleich“, so der Geschäftsführer. Hintergrund sind die steigenden Tariflöhne, der zusätzliche Aufwand an Versicherungen sowie die steigenden Kosten im Energiebereich. So sind die Kosten pro vollbeschäftigten Mitarbeiter seit 2009 um 13,5 Prozent (Hochrechnung) gestiegen, während sich der Landesbasisfallwert für die Bezahlung der stationären Fälle nur um 4,7 Prozent (Hochrechnung) erhöht hat. „Dazwischen ist eine große Lücke und jeder, der diese Zahlen sieht, kann erkennen, dass es bei der momentanen Finanzierung schwierig ist, noch mehr Mitarbeiter einzustellen“, verdeutlichte Kreutzer.
Ebenso sei der Aufwand für Versicherungen stark gestiegen. Im Vergleich zu 2012 müssen z.B. für das Klinikum Wetzlar-Braunfels rund 380.000 Euro mehr an Versicherungen gezahlt werden. Darin enthalten ist ein Aufwand von rund 330.000 Euro für Haftpflichtversicherungen. 
„Wir sind zuversichtlich, dass wir trotz dieses steigenden Aufwands auch in diesem Jahr eine schwarze Null schreiben werden“, erklärte der Chef der Lahn-Dill-Kliniken. Dies sei ein Ergebnis, auf das alle stolz sein könnten. In den letzten Jahren hätten die Lahn-Dill-Kliniken die Prozesse sowie die Kostenstrukturen immer weiter optimiert. „Mittlerweile ist ein Maß erreicht, das selbst ein gesundes, solides und innovatives Unternehmen, wie wir es sind, eine bessere Finanzierung benötigt“, so Kreutzer weiter. 
Unterstützt in seinen Forderungen nach einer fairen Finanzierung der Krankenhäuser wird Kreutzer durch die Betriebsratsvorsitzende Claudia Becker: „Wir versorgen hier Menschen, die einen gesteigerten Bedarf an Zuwendung haben. Diese Zuwendung kann nur in einem entsprechenden Maße erfolgen, wenn wir genügend Personal haben“, verdeutlichte die Vorsitzende des Betriebsrates.
In den letzten Jahren sei viel von den Mitarbeitern gefordert worden. „Viele von ihnen arbeiten bereits heute an den Grenzen ihrer Möglichkeiten, um eine qualitativ hochwertige Versorgung unserer Patienten zu ermöglichen. Darum fordern wir eine faire Finanzierung der Krankenhäuser sowie eine gesetzliche Personalbemessung, damit mehr Personal eingestellt werden kann und wir unseren hohen Qualitätsstandard aufrechterhalten können“, so Becker.