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Menschen mit Demenz verstehen

Erstes Fachforum Demenz

Rund 300 Besucher aus den Bereichen Medizin und Pflege hatten sich zur Fortbildungsveranstaltung der Lahn-Dill-Kliniken eingefunden

Nicole Richard zeigte die innere Erlebniswelt von Menschen mit Demenz auf.

Wetzlar – Im Mittelpunkt des ersten Fachforums Demenz am 3. Juni 2013 im Bürgerhaus Münchholzhausen, Wetzlar stand der Umgang und die Kommunikation mit Menschen mit Demenz. Rund 300 Besucher aus den Bereichen Medizin und Pflege hatten sich zur Fortbildungsveranstaltung der Lahn-Dill-Kliniken eingefunden, um Anregungen für ihre tägliche Arbeit mitzunehmen. Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft von Wolfgang Schuster, Landrat des Lahn-Dill-Kreises. Für die Fortbildungsveranstaltung konnten die Lahn-Dill-Kliniken Nicole Richard gewinnen. Sie hat die „integrative Valiadtion nach Richard®“ entwickelt, eine Methode für den Umgang und die Kommunikation mit Menschen mit Demenz.Mit der älter werdenden Gesellschaft wird sich die Anzahl der Patienten mit Demenz in den nächsten Jahren kontinuierlich erhöhen. „Das heißt, dass wir uns in den Kliniken darauf einstellen müssen, dass die Zahl der Patienten mit Demenz weiter steigen wird“, verdeutlichte Richard Kreutzer, Geschäftsführer der Lahn-Dill-Kliniken in seiner Begrüßung.Im Klinikum Wetzlar-Braunfels werden jährlich rund 26.500 Patienten stationär behandelt. Bei zirka 1.000 Patienten wurden im Jahr 2012 die Nebendiagnose Demenz erfasst. „Wir freuen uns über den regen Zuspruch der Veranstaltungen, denn es zeigt, dass Demenz ein Thema ist, das bereits heute allgegenwärtig ist“, so Kreutzer weiter. Schätzungen zufolge sind deutschlandweit 1,1 bis 1,3 Millionen Menschen von dieser Erkrankung betroffen. „Ich habe sehr gerne die Schirmherrschaft des ersten Fachforums Demenz übernommen“; erklärte Wolfgang Schuster, Landrat des Lahn-Dill-Kreises. Er verwies in seiner Rede auf die Änderung der Altersstruktur im Lahn-Dill-Kreis: „Im Jahr 2000 waren rund 10.000 Menschen im Lahn-Dill-Kreis älter als 80 Jahre. 2011 waren es schon über 14.000 und 2030 werden es über 18.000 Menschen sein. Aufgrund der alternden Gesellschaft wird uns das Thema Demenz zukünftig auf den verschiedensten Ebenen verstärkt beschäftigen. Wir brauchen zukunftsfähige Konzepte, um Menschen mit Demenz sowohl in stationären wie auch ambulanten Einrichtungen eng verzahnt betreuen zu können“, betonte der Landrat.Die Begleitung von Menschen mit Demenz beinhaltet komplexe Aufgaben und Erfordernisse. Dies verdeutlichte die Expertin Nicole Richard bei der Veranstaltung. Sie zeigte dabei unter anderem die innere Erlebniswelt von Menschen mit Demenz auf. Denn es gilt, die Erlebens- und Wahrnehmungswelt von Menschen mit Demenz zu verstehen und den Blick für Ressourcen zu stärken. Essentiell sei es, Sicherheit zu geben. Zusätzlich zur grundpflegerischen Versorgung würden dementiell Erkrankte eine Organisation und Mit-Gestaltung ihrer Lebensumwelt, die Bezug nimmt auf ihre spezifischen Bedürfnisse benötigen. Grundlegend sei die Haltung: Kontakt und Kommunikation stehe vor Funktion, Beziehung vor Behandlung. Ein stützendes „Zuhause-Milieu“ im Krankenhaus und Pflegeeinrichtungen müsse geschaffen werden. Dies sei ganz besondere Aufgabe für alle Mitarbeiter, das Team und die Institution.