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Landarztnetz Lahn-Dill: Erste Zweigpraxis eröffnet in Dietzhölztal

Für die Patienten ändert sich nichts: Die Praxis von Dr. Hans Georg Schwedes in Dietzhölztal wird an gewohnter Stelle mit dem gesamten Personal weiterbetrieben.

Die erste Zweigpraxis des Landarztnetzes Lahn-Dill hat ihren Betrieb aufgenommen: Die allgemeinmedizinische Praxis von Dr. Hans Georg Schwedes in Dietzhölztal ist seit 1. Oktober Teil des Landarztnetzes, das Anfang des Jahres zur Sicherung der hausärztlichen Versorgung im Lahn-Dill-Kreis gegründet wurde. Ziel ist es, dazu beizutragen, Praxen in ländlichen Regionen des Lahn-Dill-Kreises weiter zu betreiben, die ansonsten von einer ersatzlosen Schließung betroffen wären. 

Dr. Schwedes und sein gesamtes Praxisteam sind nun Angestellte des Landarztnetzes. Die Praxisräume bleiben bestehen, für die Patienten ändert sich nichts. Bis zum 30. September 2015 wird ein Arzt oder eine Ärztin gesucht, welcher die Praxis als Angestellter des Landarztnetzes übernimmt.
„Ich habe lange nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin für meine Praxis gesucht“, so Dr. Schwedes. „Junge Ärztinnen und Ärzte zieht es derzeit offenbar mehr in die größeren Städte oder sie scheuen das Risiko der Selbstständigkeit. Ich unterstütze das Projekt gerne, damit meine Patienten weiter hier versorgt werden und meine Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze behalten können.“ 
Inzwischen hat die Landarztnetz Lahn-Dill GmbH zwei Standorte mit insgesamt 15 Angestellten. Somit trägt das Landarztnetz nicht nur zur Aufrechterhaltung hausärztlicher Versorgungsangebote im Lahn-Dill-Kreis bei, sondern sichert auch Arbeitsplätze in der Region. „Den Patienten im Lahn-Dill-Kreis droht der Ärztemangel: Die Hausärzte im Lahn-Dill-Kreis sind deutlich älter als der hessenweite Durchschnitt“, erklärte Wolfgang Schuster, Landrat des Lahn-Dill-Kreises. „Mit dem Landarztnetz Lahn-Dill sind wir einen wegweisenden Schritt in die richtige Richtung gegangen, um auch zukünftig die landärztliche Versorgung sicherzustellen“. 
Die nachfolgenden Ärzte werden beim Landarztnetz Lahn-Dill zu einem Festgehalt angestellt. Mit dem Angebot kommen die Initiatoren den Bedürfnissen der jungen Mediziner entgegen, denn es gibt zwar viele angehende Ärzte, die sich vorstellen können, als Hausarzt zu arbeiten, aber sie haben oft auch Angst vor der Selbstständigkeit und finanziellen Folgen. „Wir möchten dazu beizutragen, Patienten wohnortnah zu versorgen und jungen Ärztinnen und Ärzten eine risikoarme Möglichkeit bieten, das Landarztleben kennenzulernen“, so Dr. Michael Saar, Ärztlicher Leiter des Landarztnetzes. 
Zudem ist es als Landarzt häufig schwierig, Beruf und Familie zu vereinbaren. „Dies ist in einem Angestelltenverhältnis leichter umsetzbar, zumal das Landarztnetz Lahn-Dill die angestellten Ärzte bei der Praxisorganisation unterstützt und ihnen so mehr Freiräume schafft“, so Richard Kreutzer, Geschäftsführer Landarztnetz Lahn-Dill. Auch Ärzte, die beispielsweise halbtags im Praxisverbund beim Landarztnetz Lahn-Dill arbeiten wollen, können eine Angestelltentätigkeit aufnehmen. Nach zwei Jahren besteht für die Nachfolger die Möglichkeit, die Praxis als freiberufliche, selbstständige Hausärzte zu übernehmen. 
Ärzte und Ärztinnen, die Interesse daran haben, als Angestellte in Teil- oder Vollzeit im Landarztnetz Lahn-Dill zu arbeiten, können sich direkt an die Betreiber wenden. Darüber hinaus ist es möglich, dort die allgemeinmedizinische Praxisweiterbildungszeit zu absolvieren und so bereits während der Facharztweiterbildung einen oder mehrere Praxisstandorte kennenzulernen. Interessierte finden unter www.landarztnetz.de Kontaktmöglichkeiten zum Landarztnetz. Das Landarztnetz Lahn-DillDie Landarztnetz Lahn-Dill GmbH verfolgt das Ziel, die hausärztliche Versorgung im Lahn-Dill-Kreis in Zukunft sicherzustellen. Das Angebot des Landarztnetzes richtet sich an Hausarztpraxen im Lahn-Dill-Kreis, die keinen Alters-Nachfolger finden und daher von der Schließung bedroht sind. Gesellschafter der Landarztnetz Lahn-Dill GmbH sind zum einen die Lahn-Dill-Kliniken GmbH und zum anderen der 1. Stellvertretende Vorsitzende des A.N.R. e.V., Dr. Michael Saar. Ein „Basis-MVZ“ (Medizinisches Versorgungszentrum) hat zum 1. April 2014 am Standort Breitscheid seinen Betrieb aufgenommen. Nach und nach sollen MVZ-Zweigpraxen mit angestellten Ärzten hinzukommen. Dabei gelten folgende Voraussetzungen:

  • Der praxisabgabewillige Arzt findet trotz längerer intensiver Suche keinen Nachfolger.
  • Die Praxis befindet sich in einer Region, in der die Bevölkerung im Fall der Schließung der Praxis nicht mehr ausreichend hausärztlich versorgt ist.
  • Die niedergelassenen Ärzte im Einzugsgebiet der Praxis wünschen die Aufrechterhaltung des Praxisstandorts.
  • Die Praxis ist wirtschaftlich gesund.