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Kreisverwaltung bildet „Lebensretter“ aus

Woche der Wiederbelebung

Auch Landrat Wolfgang Schuster trainierte unter Anleitung von Professor Dr. Jörg Engel die Reanimation.

Rund 50 Mitarbeiter der Kreisverwaltung üben die Reanimation.

„Prüfen, rufen, drücken“ kann Leben retten – das haben Mitarbeiter der Kreisverwaltung des Lahn-Dill-Kreises erfahren. In Kooperation mit der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin des Klinikums Wetzlar hatte die Abteilung Betriebliches Gesundheitsmanagement zur bundesweiten „Woche der Wiederbelebung“ einen Aktionstag am 21. September veranstaltet. Unter dem Motto „Ein Leben retten. 100 Pro Reanimation“ lernten die Teilnehmer, worauf es bei der Wiederbelebung ankommt. Den Ernstfall trainierten sie und auch Landrat Wolfgang Schuster mit Hilfe von Übungspuppen.„Uns ist es wichtig, dass unsere Mitarbeiter für den Fall der Fälle ausgebildet sind und sich nicht scheuen, wiederbelebende Maßnahmen durchzuführen“, erklärte Wolfgang Schuster. „Wir freuen uns, dass die Ärzte des Klinikums Wetzlar sich bereit erklärt haben, unsere Mitarbeiter zu schulen.“„Der plötzliche Herztod ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland“, so Professor Dr. Jörg Engel, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin am Klinikum Wetzlar. Doch die Helferquote beim Herzstillstand sei im internationalen Vergleich sehr gering: Etwa 60 Prozent der Herzstillstände würden beobachtet, aber nur 17 Prozent würden reanimiert. „Dabei kann ein plötzlicher Herzstillstand jeden treffen – deshalb sollte auch jeder in der Lage sein, im Notfall einfache und lebensrettende Sofortmaßnahmen zu ergreifen“, erklärte Professor Engel.„Die Devise lautet: prüfen, rufen, drücken“, so Professor Engel. Zunächst müsse man prüfen, ob die Person noch atmet. Unter der Notrufnummer 112, die europaweit gültig ist, ruft man den Rettungsdienst. Das Drücken, also die Herzmassage, soll kräftig und schnell erfolgen – mindestens 100-mal pro Minute. „Das kann die Überlebenschance verdoppeln bis verdreifachen“, erläuterte Professor Engel.Während der Veranstaltung lernten die Teilnehmer, was bei der Wiederbelebung zu beachten ist. Wichtigster Grundsatz: Man kann kaum etwas falsch machen. „Entscheidend ist, dass man überhaupt etwas unternimmt. Das könnte lebensrettend sein“, so Professor Engel. Drücken müsse man in der Mitte des Brustkorbs und zwar so lange, bis Hilfe eintrifft. „Das kann körperlich sehr anstrengend werden, aber halten Sie durch!“, appellierte der Mediziner an die Teilnehmer. Hilfreich sei es, die Kraft nicht aus den Armen zu holen, sondern das Gewicht des Oberkörpers zu nutzen.„Bei der Herzmassage sollte man mindestens 100 mal pro Minute drücken“, so Professor Engel. Der Song „Stayin‘ Alive“ von den Bee Gees entspreche mit 100 Beats pro Minute genau diesem Rhythmus und könne daher bei der Herzmassage helfen, erläuterte der Chefarzt.Auch zahlreiche Fragen der Teilnehmer konnten geklärt werden – etwa nach der Mund-zu-Mund-Beatmung. „Wenn Sie die Mund-zu-Mund-Beatmung beherrschen, ist das natürlich gut, aber kein Muss“ so Professor Engel. Mit einer Herzmassage würden Gehirn und Organe bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes ausreichend mit Sauerstoff versorgt.