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Kardiologie wird weiter ausgebaut: Hochmoderner Herzkatheterarbeitsplatz

Ende Juni 2021 wurde die Modernisierung des zweiten von drei Herzkatheter-Arbeitsplätzen der Medizinischen Klinik I am Klinikum Wetzlar zur Behandlung von herzkranken Patienten abgeschlossen. „Mit rund 3.000 behandelten Patienten jährlich gehört die Kardiologie zu den größten in Hessen“, sagte Tobias Gottschalk, Geschäftsführer der Lahn-Dill-Kliniken. „Wir freuen uns sehr, dass wir diese durch die Modernisierung des Herzkathetermessplatzes weiter ausbauen können.“ Rund eine Dreiviertelmillion Euro haben die Lahn-Dill-Kliniken in das hochmoderne System investiert.

Innerhalb des modernisierten Herzkatheterarbeitsplatzes sind etablierte Techniken zur Vermessung und Bildgebung von Verengungen der Herzkranzgefäße (Druckdrahtmessung und Ultraschall im Herzkranzgefäß) Integriert, wodurch die Therapie und die Therapiekontrolle weiter verbessert wurden. Ermöglicht wird dies durch eine Druckmessung im Bereich von Gefäßverengungen. Diese erlaubt eine noch detailliertere Beurteilung des untersuchten Bereichs. „Wir profitieren vor allem von einem breiten Portfolio an innovativen Bildgebungslösungen, die uns bei der Diagnosestellung und der Wahl der Therapieansätze unterstützen“, erklärt Professor Dr. Martin Brück, Chefarzt der Medizinischen Klinik I der Lahn-Dill-Kliniken. „So können wir beispielsweise konkretere Aussagen zur Notwendigkeit von Stentimplantationen machen.“

Im Unterschied zu der bereits im Dezember 2020 in Betrieb genommenen neuen Anlage ist diese ein sogenanntes biplanes Zweiebenensystem, das eine hohe Bildqualität bei deutlich geringerer Strahlendosis ermöglicht. So besitzt dieser kardiologische Arbeitsplatz zwei Röntgenröhren, welche zeitgleich betrieben die Möglichkeit bieten, komplexe Untersuchungsverfahren anzubieten. Hierzu gehören die Elektrophysiologie, die sich mit der Behandlung von Herzrhythmusstörungen beschäftigt, als auch moderne Prozeduren zur Reparatur von undichten Herzklappen. Bei der Untersuchung der Herzkranzgefäße kann durch den zeitgleichen Einsatz zweier Röntgenröhren Kontrastmittel eingespart werden, wovon besonders Patienten profitieren, deren Nieren vorerkrankt sind.

„Das System bietet Ärzten direkt am Untersuchungstisch die Kontrolle über alle wesentlichen Funktionalitäten“, erklärt Thorsten Runde, leitender Oberarzt der Medizinischen Klinik I. Auf vier großen Monitoren haben Ärzte und Pflegekräfte alle laufenden Anwendungen und Untersuchungsschritte hochauflösend im Blick. „Der große Vorteil ist die direkte Bedienung vom Herzkatheter-Tisch, die es auch ermöglicht, dem Patienten die Befunde rasch zu zeigen. Von einem einzigen Bedienpanel aus lassen sich die unterschiedlichen, in die Anlage integrierten Funktionen einfach ansteuern. Dabei ist die Nutzung durch den Untersucher intuitiv und erleichtert und beschleunigt die Auswertung erheblich“, ergänzt Runde. 

Die Medizinische Klinik I verfügt über drei hochmoderne Herzkathetermessplätze. Jährlich werden etwa 2.500 Herzkatheteruntersuchungen, davon rund 1.000 so genannte PCI (Aufweitung von Engstellen) mit Stentimplantationen durchgeführt. Zusätzlich werden Implantationen von hochmodernen Herzschrittmachersystemen (ICD und CRT) und Implantation von Dialysekathetern umgesetzt. Weitere Behandlungsfelder sind Eingriffe zum Verschluss von Vorhofseptumdefekten (Löchern in der Herzscheidewand) und vom Vorhofsohr des Herzens zum Schutz vor Schlaganfall, elektrophysiologische Untersuchungen von komplexen Herzrhythmusstörungen und interventionelle Reparaturen von Herzklappenfehlern an der Mitralklappe (MitraClip) und Trikuspidalklappe (Trikuclip).