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in Jahr Roboterassistierte Chirurgie am Klinikum Wetzlar: Über 200 Patienten mit da Vinci-System operiert

Das Resümee zur Roboterassistierten Chirurgie am Klinikum Wetzlar ist positiv: Seit einem Jahr ist dort der so genannte da Vinci-„Roboter“ im Einsatz. Über 200 Patienten haben bisher von der neuartigen Operationsmethode profitiert. Seit der Installation des roboterassistierten Systems konnten mit dem da Vinci-System rund 120 Patienten innerhalb der Viszeralchirurgie und über 90 Patienten im Bereich der Urologie erfolgreich operiert werden.

V.l.n.r. : Dr. med. Christoph Haas, Oberarzt der Klinik für Urologie, Kinderurologie und Urologische Onkologie und Dr. med. Victor Teodor Garlonta, Chefarzt der Klinik für Urologie, Kinderurologie und Urologische Onkologie

Dr. med. Laura Georg, Assistenzärztin der Klinik für Allgemeine, Viszerale und Onkologische Chirurgie

V.l.n.r.: Dr. med. Alexander Reinisch-Liese, Leitender Oberarzt der Klinik für Allgemeine, Viszerale und Onkologische Chirurgie mit Priv.-Doz. Dr. med. Frank Ulrich, Chefarzt der Klinik für Allgemeine, Viszerale und Onkologische Chirurgie.

Die Entwicklung der Roboterassistierten Chirurgie ist beeindruckend: Weltweit wurden im Jahr 2020 1,2 Millionen roboterassistierte Eingriffe mit rund 6.000 da Vinci-Systemen durchgeführt. Das innovative OP-System hat zahlreiche Vorteile: „Zu nennen sind hier beispielsweise das sehr schonende und präzise Arbeiten, der geringere postoperative Schmerzmittelbedarf, die schnellere Mobilisation und ein kürzerer Krankenhausaufenthalt“, erklärt Privatdozent Dr. Frank Ulrich, Chefarzt der Allgemeinen, Viszeralen und Onkologischen Chirurgie. Zusätzlich würden die gewohnte körperliche Belastung sowie die Rückkehr in den Alltag früher möglich. „Die Patienten profitieren von einem besseren kosmetischen Ergebnis. Zudem wird die Kontinenz oder auch die Potenz nach der Operation schneller wieder hergestellt, so dass der normale Alltag wieder schneller eintreten kann“, ergänzt Dr. Victor Teodor Garlonta, Chefarzt der Klinik für Urologie, Kinderurologie und Urologische Onkologie. Ein weiterer Vorteil sei das signifikant geringere Auftreten von Narbenbrüchen im längeren Verlauf.

Eine Metaanalyse von Studien mit insgesamt 170.000 Patienten, die einen Vergleich zog zwischen einem robotisch operierten und einem klassisch minimalinvasiv operierten Enddarmkrebs zeigt, dass die so genannte Robotik zu einem signifikant besseren Ergebnis führt. „Hervorzuheben ist dabei unter anderem die geringere Sterblichkeit, der geringere Blutverlust und die geringere Zahl an Wundinfektionen“, erläutert Dr. Ulrich.

Im Mittelhessischen Darmkrebszentrum Wetzlar, das durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifiziert ist, werden mittlerweile die absolute Mehrzahl der Patienten mit Dick- und Enddarmkrebs „robotisch“ operiert. In der Allgemeinchirurgie zählen darüber hinaus Eingriffe an Magen und Speiseröhre bei Karzinomen oder Zwerchfellbruch mit Refluxkrankheit, Leber- und Bauchspeicheldrüsentumore, aber auch die Adipositaschirurgie mit Schlauchmagenbildung und Magenbypass zu den Behandlungsfeldern.

„In der Urologie ist das Prostatakarzinom mit über 60.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland die häufigste Krebserkrankung des Mannes und wird mittlerweile, wenn die Möglichkeit besteht, robotisch-assistiert operiert“, sagt Dr. Garlonta. Zudem würde die Robotik auch bei Nierenkrebs und Nebennierenkrebs sowie gutartigen Prostatavergrößerungen angewendet. Aber auch rekonstruktive Eingriffe bei angeborener Harnleiter-Verengung (Nierenbeckenabgangsenge) oder nach einer stattgehabten Therapie der Nachbarorgane seien optimal mit der da Vinci-Methode durchführbar. „Ich bin froh, dass die Lahn-Dill-Kliniken 1,2 Millionen Euro für den da Vinci investiert haben, denn Eingriffe mit diesem System können mit einer unvergleichbaren Präzession durchgeführt werden. Davon profitieren unsere Patienten“, so Dr. Garlonta.

Anfang September wurde bei einer Patientenveranstaltung das hochmoderne da Vinci-System der allgemeinen Öffentlichkeit vorgestellt. Die zahlreichen Besucher waren bei der ersten Veranstaltung am Klinikum Wetzlar seit Beginn der Corona-Pandemie besonders beeindruckt von Video-Sequenzen bereits durchgeführter da Vinci-Operationen am Klinikum Wetzlar und den dazugehörigen Erklärungen und Erläuterungen der beiden Chefärzte, die die moderne Technik besonders anschaulich machte. Im Anschluss erhielten alle Anwesenden die Möglichkeit, selbst mit praktischen Übungen das eigene Geschick an einem da Vinci-Simulator unter Beweis zu stellen. Dabei erhielten Sie Unterstützung von einem Ärzteteam, das den „Hobby-Operateuren“ mit Rat und Tat zur Seite stand.

Hintergrund da Vinci-Operationssystem:

Mit dem neuen High-Tech-Gerät können Patienten noch schonender operiert werden. Aktuell wird das System von den Ärzten der Allgemeinen, Viszeralen und Onkologischen Chirurgie sowie der Urologie genutzt. Bei der Operation mit dem da Vinci-System sitzt der Chirurg an einer Steuerkonsole, abseits des Operationstisches. Über Bedienelemente für die Hände und mehrere Fußpedale steuert er die Roboterarme, an deren Enden sich frei bewegliche Instrumente befinden und die zuvor über kleinste Schnitte in den Körper eingebracht wurden. Neben einer hervorragenden dreidimensionalen Sicht über die Kamera des Systems haben die Instrumente dabei einen größeren Bewegungsumfang als die menschliche Hand und erlauben dadurch auch in engen Körperhöhlen komplexe Operationsschritte. Bei den Eingriffen überträgt das System alle Bewegungen des Operateurs eins zu eins und dient dabei als hochpräziser verlängerter Arm des Chirurgen.

Bildunterschrift:
Dr. med. Laura Georg, Assistenzärztin der Klinik für Allgemeine, Viszerale und Onkologische Chirurgie, während einer da-Vinci-OP.

V.l.n.r.: Dr. med. Alexander Reinisch-Liese, Leitender Oberarzt der Klinik für Allgemeine, Viszerale und Onkologische Chirurgie mit Priv.-Doz. Dr. med. Frank Ulrich, Chefarzt der Klinik für Allgemeine, Viszerale und Onkologische Chirurgie.
V.l.n.r. : Dr. med. Christoph Haas, Oberarzt der Klinik für Urologie, Kinderurologie und Urologische Onkologie und Dr. med. Victor Teodor Garlonta, Chefarzt der Klinik für Urologie, Kinderurologie und Urologische Onkologie