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GZW und Lahn-Dill-Kliniken prüfen Zusammenschluss

Äußerten sich zur Prüfung eines Zusammenschlusses der beiden Klinikverbünde (v.l.n.r.): Jochen Metzner, Referatsleiter Krankenhausversorgung des hessischen Sozialministeriums, Prof. Dr. Dr. Friedrich Grimminger, Ärztlicher Direktor des GZW, Armin Häuser, Bürgermeister Bad Nauheim, Joachim Arnold, Landrat Wetteraukreis, Wolfgang Schuster, Landrat Lahn-Dill-Kreis, und Richard Kreutzer, Geschäftsführer Lahn-Dill-Kliniken.

Öffentlich-rechtliche Krankenhäuser in Mittelhessen wollen sich gemeinsam für die Zukunft aufstellenBad Nauheim/Wetzlar - Die Krankenhauslandschaft in Deutschland ist im Umbruch, jede zweite Klinik schreibt rote Zahlen und allgemein stellt sich die Frage, wie einzelne Krankenhäuser sich für die Zukunft aufstellen sollen. In Mittelhessen bahnt sich derzeit ein Schritt in die richtige Richtung an: Die Bildung eines Verbundes aus den Lahn-Dill-Kliniken sowie den Kliniken des Gesundheitszentrums Wetterau (GZW) könnte zukünftig möglich sein. Mit der Federführung der jetzt beginnenden inhaltlich-fachlichen Gespräche werden von den Gesellschaftern des GZW und der Lahn-Dill-Kliniken GmbH der Geschäftsführer der Lahn-Dill-Kliniken, Richard Kreutzer, sowie der Ärztliche Direktor des GZW, Prof. Dr. Dr. Friedrich Grimminger, betraut.In sieben Kliniken in Mittelhessen (Klinikum Wetzlar, Dill-Kliniken Dillenburg, Klinik Falkeneck in Braunfels, Hochwaldkrankenhaus Bad Nauheim, Bürgerhospital Friedberg einschließlich der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Kreiskrankenhaus Schotten, Schlossbergklinik Gedern) mit insgesamt 1.650 Betten versorgen rund 3.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jährlich über 65.000 Patienten stationär. Zum Verbundwürden ferner sechs Medizinische Versorgungszentren und weitereTochtergesellschaften (die Diabetes-Klinik Bad Nauheim, die Gesellschaft zur Förderung der Gesundheitsregion Lahn-Dill, die Gourmet-Werkstatt Rhein-MainWetterau, die MedReha Lahn-Dill und die MedServ Lahn-Dill) gehören.Mit den Lahn-Dill-Kliniken und dem GZW könnten zwei starke Partner auf Augenhöhe die Zukunft der Gesundheitsregion Mittelhessen gemeinsam gestalten. Beide haben in der Vergangenheit ihre Hausaufgaben gut gemacht und wären auf einen solchen Schrittgut vorbereitet. Die Klinikverbünde sind wirtschaftlich gesund und damit eine Ausnahmeerscheinungen im Bereich der öffentlich-rechtlichen Krankenhäuser in Hessen. Die Gesellschafter der Kliniken, vertreten durch die Landräte Wolfgang Schuster (Lahn-Dill-Kreis) und Joachim Arnold (Wetteraukreis) sowie Bürgermeister Armin Häuser (Bad Nauheim), zeigten sich darin einig, "dass die Prüfung einer solchen Kooperation der richtige Schritt ist, da zusammenwachsen könnte, was gut zusammenpasst. Wirtschaftliche Stabilität und geographische Zusammengehörigkeitsind die richtigen Voraussetzungen für einen schlagkräftigen Verbund.""Im Krankenhaussektor steigen die Herausforderungen zunehmend: Grund hierfür sind die unzureichende Finanzierung der Krankenhäuser und die stetig steigenden Kosten.Wir müssen darum über Kreisgrenzen hinweg sehen und eine mögliche Zusammenarbeit mit anderen Partnern prüfen - nur so können wir zukünftig wirtschaftlich und im Sinne unserer Patienten agieren", betonte Wolfgang Schuster."Ein Zusammenschluss der beiden Verbünde würde die öffentlich-rechtlichen Krankenhäuser in Hessen insgesamt stärken. Damit würde auch ein Anliegen deshessischen Sozialministeriums umgesetzt. Es setzt seit Jahren Anreize dafür, dass sichdie öffentlich-rechtlichen Krankenhäuser neu organisieren und über den Tellerrandhinausblicken", sagte Joachim Arnold. Armin Häuser erklärte: "Dank seiner Größeschaffe ein solcher Verbund die Möglichkeit weiterer Spezialisierung, bessererWeiterbildung, vor allem die Weiterentwicklung der Versorgungsqualität und eineoptimierte Versorgungssicherheit für die Patienten der Region."Die Gesellschafter waren sich einig: "In der von den Lahn-Dill-Kliniken und vom GZW bereits etablierten betreiberübergreifenden Vernetzung mit zahlreichen Kooperationspartnern innerhalb der Gesundheitsregion Mittelhessen könnte ein solcher Verbund die Position der öffentlich-rechtlichen Krankenhäuser stabilisieren und so die unverzichtbare Pluralität der Trägerschaft im Krankenhauswesen langfristig sicherstellen."
"Ich bin zuversichtlich, dass wir die Gespräche mit einem positiven Ergebnis beendenwerden, denn unser Ziel ist es, uns für die Anforderungen der Zukunft fit zu machen",erklärte Richard Kreutzer. Prof. Dr. Dr. Grimminger betonte, bei der geplanten Zusammenarbeit werde es "ein wesentliches Ziel sein, die Versorgungsqualität in Mittelhessen durch abgestimmte Investitionspolitik zu verbessern und Strukturen zu entwickeln, die die Gesundheitsregion Mittelhessen im überregionalen Wettbewerb sichtbarer machen".Das hessische Sozialministerium, vertreten durch den Referatsleiter Krankenhausversorgung, Jochen Metzner, zeigte sich erleichtert über die wegweisende Initiative: "Wir versuchen seit Jahren Konzepte zu entwickeln, um die kommunalen Krankenhäuser in überlebensfähige Verbünde zu überführen. Nur auf diesem Wegekönnen sie mit den privaten und kirchlichen Krankenhausverbünden auf gleicheAugenhöhe kommen", sagte Metzner. Er betonte, dass die vielversprechende Initiative auch bei der Entscheidung darüber eine Rolle spielen werde, welche Krankenhäuser 2015 im Rahmen der letztmals aufgelegten Bauprogramme gefördert würden. Eine offizielle Verlautbarung des hessischen Sozialministers Stefan Grüttner zur Prüfung der Zusammenarbeit kündigte Metzner an.