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Grünes Laserlicht verkleinert Prostata

Greenlight-Faser 1

Greenlight-Faser 2

Anwendung des Greenlight-Lasers

Wetzlar, 23. März 2015 - Seit kurzem können Männer, die unter einer gutartigen Vergrößerung ihrer Vorsteherdrüse (Prostata) leiden, in der Klinik für Urologie, Kinderurologie und Urologische Onkologie am Klinikum Wetzlar mit einem schonenden Therapieverfahren, dem sogenannten Greenlight-Laser, behandelt werden.

Wird die gutartige Prostatavergrößerung nicht erkannt und rechtzeitig behandelt, können eine akute Harnsperre mit der Unfähigkeit, die Blase zu entleeren, Harnstaunieren bis hin zum Nierenversagen und eine Schädigung der Harnblase die Folge sein. Die Abklärung der Symptome übernimmt der Urologe in der Praxis. Er wird zunächst Medikamente verschreiben, die die Symptome abmildern. Wächst die Prostata weiter und steigt die Restharnmenge in der Blase an, muss operiert werden. Meistens erfolgt ein endoskopisches Verfahren, die sogenannte transurethrale Resektion der Prostata (TURP), bei der Anteile der Prostata mit einer Elektroschlinge ausgehobelt werden, um den Weg für den Harnfluss wieder frei zu machen.

Dr. Achim Elert, Chefarzt der Klinik am Klinikum Wetzlar vergleicht dies mit einer Südfrucht: „Man kann sich das wie bei einer Mandarine vorstellen: das Fruchtfleisch wird entfernt, aber die Mandarinenschale bleibt erhalten.“

Ergänzt wird die TURP neuerdings durch die Behandlung mittels Laser. Die Greenlight-Lasertherapie ist eine hochentwickelte, minimal-invasive Behandlung, bei der eine dünne Laserfaser mit Hilfe eines Endoskops in die Harnröhre eingeführt wird. Die Faser sendet einen leistungsstarken Laserstrahl aus, der das Prostatagewebe schnell erhitzt und somit das Gewebe verdampft. Dieser Prozess wird so lange durchgeführt, bis das gesamte vergrößerte Gewebe entfernt ist.

Nach wenigen Tagen verspüren viele Patienten bereits eine Verbesserung ihres Harnstrahls. Nach 2-3 Wochen funktioniert dann das Wasserlassen wieder einwandfrei. „Die Vorteile der Laseroperation liegen auf der Hand“, so Chefarzt Elert. „Es ist schonend, führt zu einer schnellen Verbesserung des Harnflusses und einer schnellen Rückkehr zu normaler Aktivität. Es ist ein praktisch unblutiger Eingriff, da Blutgefäße durch die Laserung sofort verschlossen werden und es ist eine definitive und langanhaltende Behandlung mit nur kurzem Krankenhausaufenthalt. Der größte Vorteil ist, dass wir auch Patienten behandeln können, die wegen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung Medikamente zur Blutverdünnung einnehmen müssen. Hier verbietet sich die Elektroresektion der Prostata wegen der Blutungsgefahr. Für den Laser ist das jedoch kein Problem.“ 

Weltweit wurden bislang über 500.000 Patienten mit diesem Verfahren behandelt, über das nun auch das Klinikum Wetzlar verfügt. Die Kosten der Behandlung werden von den gesetzlichen Krankenkassen und den meisten privaten Krankenversicherungen übernommen.

Die gutartige Prostatavergrößerung trifft zirka 60 Prozent aller Männer über 70 Jahre. Durch das zunehmende Wachstum der Drüse wird mehr und mehr die Harnröhre eingeengt und das Wasserlassen erschwert. Ein schwacher Harnstrahl, nächtliche Blasenschwäche, plötzlicher Harndrang, Schwierigkeiten beim Start des Wasserlassens und Pressen beim Urinieren sind typische Anzeichen, die auf das Problem hinweisen.