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Aktionstag am Klinikum Wetzlar: Patientensicherheit an erster Stelle

OP-Manager Wolfgang Löhmann (links) erläutert den Teilnehmern der Führung die Abläufe und Sicherheitsmaßnahmen bei einer Operation.

In der hochmodernen Sterilgutversorgungsabteilung erklärt Eduard Bezusov die Arbeitsabläufe von der Reinigung über die Desinfektion bis zur Bereitstellung von medizinischen Instrumenten.

Wetzlar, 2. August 2014 – Von Patientenarmbändern bis Anti-Rutsch-Socken - über Maßnahmen der Patientensicherheit haben sich am vergangenen Samstag zahlreiche Interessierte am Klinikum Wetzlar informiert. Das Klinikum hatte zu einem „Aktionstag Patientensicherheit“ eingeladen. Neben Vorträgen und einem Informationsstand wurden auch Führungen in sicherheitsrelevanten Bereichen des Klinikums angeboten.„Die Sicherheit unserer Patienten steht für uns an erster Stelle“, so Dr. Norbert Köneke, Medizinischer Direktor der Lahn-Dill-Kliniken. „Wir arbeiten stetig daran, unsere Qualität weiter zu verbessern.“ In seinem Vortrag gab Dr. Köneke einen Überblick über die zahlreichen Sicherheitsmaßnahmen an den Lahn-Dill-Kliniken.So wurden im vergangenen Jahr Patientenarmbänder an den Lahn-Dill-Kliniken eingeführt: Jeder Patient erhält ein Armband, das eine zweifelsfreie Identifikation ermöglicht und vor Verwechslungen schützt. Darüber hinaus tragen Checklisten zum Beispiel bei Operationen und in der Endoskopie zur Sicherheit bei. So wird gewährleistet, dass der richtige Patient an der richtigen Stelle mit dem richtigen Verfahren operiert wird.Eine hochmoderne und bis ins Kleinste organisierte Zentrale Sterilgutversorgungsabteilung (ZSVA) sorgt am Wetzlarer Klinikum für die Sicherheit von Medizinprodukten wie etwa Operationsbesteck. Hier werden medizinische Instrumente gereinigt, desinfiziert, gepflegt, sortiert und sterilisiert.In der Blutspendezentrale wird nicht nur Blut gespendet, sondern auch gelagert und zur weiteren Verwendung aufbereitet. Bei Herstellung, Lagerung und Transport von Blutprodukten müssen Faktoren wie beispielsweise die richtige Temperatur und die Verarbeitung im geschlossenen System berücksichtigt werden. Ist eine Bluttransfusion erforderlich, wird die Verträglichkeit mehrfach überprüft.In vielen Bereichen ist die Mitwirkung des Patienten wichtig. „Auch Sie können einen Beitrag zu Ihrer eigenen Sicherheit leisten“, appellierte Dr. Köneke an die Patienten. Dazu gehöre beispielsweise die Arzneimitteltherapie – hier sei es hilfreich, wenn der Patient eine Liste mit allen derzeit eingenommenen Arzneimitteln mit sich führe, um auch in Notfallsituationen einen raschen Überblick über die eingenommenen Medikamente zu haben und das Risiko von Wechselwirkungen zu verringern. Allgemein sei es wichtig, als Patient und Angehöriger aufmerksam zu sein und Fragen zu stellen, wenn man etwas nicht verstehe.Zum Thema „Hygiene im Krankenhaus“ referierte Dr. Gisela Ballmann, Stellvertretende Leiterin der Abteilung Gesundheit des Lahn-Dill-Kreises, und informierte die Zuhörer über MRE, also Multiresistente Erreger. „Aufgrund von Antibiotika-Resistenzen werden Multiresistente Erreger wie zum Beispiel MRSA zu einem zunehmenden Problem für die Patienten“, sagte die Gesundheitsexpertin. „Viele Patienten kommen schon mit einer Besiedlung durch den Erreger in die Klinik und erfahren dies erst, wenn der Test positiv ausfällt“.In den Lahn-Dill-Kliniken ist es so geregelt, dass bei vorstationären Risiko-Patienten eine Blutkultur angesetzt und in einem externen Labor untersucht wird. Die Ergebnisse liegen dann rechtzeitig vor der geplanten Behandlung vor. Patienten, die notfallmäßig aufgenommen werden, werden mit einem Schnelltest getestet.Dieses Vorgehen ist durch eine Checkliste geregelt, die den Beschlüssen des MRE-Netzwerkes Mittelhessen entspricht und die Richtlinien und Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) umsetzt. „Das MRE-Netz Mittelhessen verfolgt das Ziel, alle Maßnahmen zur Erkennung, Behandlung und Bekämpfung multiresistenter Erreger optimal zu nutzen und flächendeckend umzusetzen“, erklärte Dr. Ballmann. In diesem Netzwerk, in dem auch die Lahn-Dill-Kliniken Mitglied sind, haben verschiedene Einrichtungen des Medizin- und Pflegewesens (Krankenhaus, Niedergelassene Medizin, Pädiatrie, Dialyse, Stationäre Pflege, Ambulante Pflege, Rettungsdienst) Empfehlungen zum Umgang mit der MRE-Problematik für ihren jeweiligen Tätigkeitsbereich erarbeitet.Im Anschluss an die Vorträge konnten die Besucher im Rahmen von Führungen einen Einblick in den OP-Bereich, die Blutspendezentrale oder die ZSVA erhalten. „Wir geben Interessierten damit die Möglichkeit, Bereiche kennenzulernen, die normalerweise für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind“, erläuterte Dr. Köneke.Darüber hinaus gab es im Foyer des Klinikums einen Infostand, an dem Mitarbeiter des Klinikums zum Thema Sicherheit an den Lahn-Dill-Kliniken Rede und Antwort standen. Unter anderem erfuhren die Besucher, wie eine OP-Checkliste aussieht und welche Daten auf einem Patientenarmband gespeichert werden. Rolf Wolter, Hygienebeauftragter der Lahn-Dill-Kliniken, zeigte die korrekte Händedesinfektion und hatte auch eine UV-Lampe dabei – mit Hilfe des ultravioletten Lichts lässt sich nämlich überprüfen, ob das Desinfektionsmittel wirklich gründlich auf der ganzen Hand verteilt wurde.