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Urologe im Dialog: Prostatabeschwerden

Hier finden Sie die Fragen und Antworten zum Thema "Urologe im Dialog: Prostatabeschwerden" an Dr. Achim Elert, MHBA, und Dr. Enis Tanović, MBA.

Thema: Prostatabeschwerden

Ist ein Prostatavolumen von 80 ml noch mit Resektion oder Laser behandelbar? Behandlungsnotwendigkeit bei 80 Jahre, kein Restharn, aber Dranginkontinenz zeitweise bei Bewegung oder Stresssituation, leichter Harnabgang dabei. Ich habe Prostatakrebs und wurde im Herbst 2013 bestrahlt.

Dr. med. Achim Elert: Falls eine Medikamententherapie Ihnen nicht hilft und Sie sehr unter den Symptomen leiden, ist auch in Ihrem Alter eine Laserung möglich. Nach Bestrahlung ist allerdings das Risiko einer Harninkontinenz erhöht.

 

Ich bin 68 Jahre und habe eine stark vergrößerte Prostata (60 ml). Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es in Ihrer Klinik?

Dr. med. Enis Tanović: In Ihrem Alter und bei dieser Prostatagröße kämen multiple Therapie-Optionen in Frage, d. h. von einer medikamentösen Behandlung über minimal-invasive Resektion der Prostata durch die Harnröhre mit der Elektroschlinge bis zur Laserung der Prostata. Leiden Sie gerade an irritativen Symptomen wie z.B. nächtliches Aufstehen, vermehrter Drang auf die Toilette zu gehen, ein Restharngefühl, Brennen beim Wasserlassen?

Ich muss nachts etwa dreimal aufstehen und habe das Gefühl die Blase ist nie ganz leer.

Dr. med. Enis Tanović: Das spricht schon dafür, dass Sie unter einem benignen Prostatasyndrom (kurz BPS genannt) leiden, also an einer gutartigen Vergrößerung der Prostata. Um die optimale und richtige Methode der Therapie für Sie festzulegen, sollten wir weiterführende Diagnostik mit Ultraschall-Untersuchung, Harnstrahlmessung, PSA-Bestimmung und Volumetrie der Prostata durchführen. Erst wenn die komplette Diagnostik abgeschlossen ist, können wir die optimale Therapiewahl festlegen.

Mein PSA-Wert liegt bei über 10. Würden Sie mir zu einer Biopsie raten?

Dr. med. Enis Tanović: Bei einem PSA > 10 ng/ml sollte ein Prostatakarzinom bzw. eine bösartige Krankheit der Prostata ausgeschlossen werden. Wann wurde der PSA-Wert bei Ihnen abgenommen?

Vor ca. zwei Wochen.

Dr. med. Enis Tanović: Hatten Sie zu dem Zeitpunkt auch ein Symptom oder einen Harnwegsinfekt? Wie groß ist aktuell Ihr Prostatavolumen?

Nein, ich habe keine Beschwerden. Mein Prostatavolumen liegt bei 25 ml.

Dr. med. Enis Tanović: Bei Ihren aktuellen Angaben hier würde ich Ihnen eine Prostatabiopsie empfehlen. Es ist eine ambulante Diagnostik und man kann bei Ihnen ein Prostatakarzinom ausschließen oder ggf. doch bestätigen und damit rechtzeitig eine Therapie einleiten.

Ist das eine schmerzhafte Untersuchung?

Dr. med. Enis Tanović: Schmerz ist natürlich ein subjektives Gefühl. Fairerweise muss man sagen, dass die Prostatabiopsie eine unangenehme Diagnostik ist, die aber in Lokalbetäubung für den Patienten gut zu vertragen ist. Sie wird ambulant durchgeführt. Die Patienten vertragen diese Diagnostik gut und kommen ca. 5 Tage nach der Biopsie wieder zu uns, um den histologischen (feingeweblichen) Befund auszuwerten sowie das weitere Procedere in einem gemeinsamen Gespräch festzulegen.

 

Welche Vor- und Nachteile haben die Prostatalaserung und die Prostataresektion?

Dr. med. Achim Elert: Es gibt kein ideales Operationsverfahren, sondern dieses muss jeweils auf den Patienten zugeschnitten sein.

Prostataresektion: Vorteile: Sicher, schnell und führt schnell zum gewünschten Ergebnis, schnell wieder gut Wasser lassen zu können. Nachteil: Bei sehr großer Prostata kann es etwas vermehrt bluten während des Eingriffs.

Prostatalaserung: Vorteile: Geringerer Blutverlust, weniger Kreislaufbelastung durch die Spülflüssigkeit. Nachteile: Langsamer (längere OP-Zeit), Zeitraum bis man wieder gut Wasser lassen kann deutlich länger.

Grundsätzlich kommt die Resektion für sonst gesunde und jüngere Patienten in Frage, die Laserung eher für ältere und am Herzen vorerkrankte Patienten.