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Hier finden Sie die Protokolle unserer Expertenchats zum Thema Bewegungsapparat.

Volkskrankheit Arthrose - Wie Physiotherapie und Gerätetraining unterstützen können

Hier finden Sie eine Auswahl der Fragen zum Thema "Volkskrankheit Arthrose - Wie Physiotherapie und Gerätetraining unterstützen können" an Kathrin Bamberger und Sporttherapeutin Karoline Wagner. Der Chat fand am Donnerstag, 24. Mai 2018, statt.

Thema: Arthrose

Ich bin 54 und habe Arthrose in beiden Handwurzeln. Mir wird von einer OP mit Einsetzen von Titanplatten abgeraten. Leider kann ich meine Arbeit nicht mehr machen. Können  Rehamaßnahmen etwas daran verbessern? Danke für die Antwort.

Kathrin Bamberger: Hallo, vielen Dank für Ihre Frage. Bei einer Arthrose in den Handgelenken kann man auf jeden Fall versuchen, mit Physiotherapie eine Verbesserung zu erzielen. Man sollte immer erst eine konservative Therapie versuchen. Am besten lassen Sie sich eine Verordnung für Krankengymnastik oder Manuelle Therapie ausstellen, dann kann mit Ihrem individuellen Befund gearbeitet werden. Auch Bewegungsübungen der Hände in kaltem oder warmen Wasser können hilfreich sein.

Ich habe Arthrose in der Schulter. Was kann man tun, um die Schmerzen zu lindern? Ich bekomme alle 2 bis 3 Monate Cortison gespritzt.

Karoline Wagner: Da die Schulter ein komplexes und primär muskulär geführtes Gelenk ist, ist es wichtig, die Ursache der Schmerzen zu beseitigen. Durch konservative Therapie (Physio- und Medizinische Trainingstherapie) wird das umliegende Gewebe zuerst mobilisiert, gedehnt und Verklebungen werden gelöst. Durch die anschließende Kräftigung der stabilisierenden Muskulatur wird dem Gelenkspalt wieder mehr Raum zur Verfügung gestellt, wodurch die Strukturen entlastet und daraus resultierend die Schmerzen gelindert werden.

Ich habe starke Arthrose im Knie. Mein Orthopäde rät mir zu einer OP. Gibt es aus Ihrer Sicht eine Alternative? Vielen Dank!

Karoline Wagner: Bevor Sie eine Operation in Betracht ziehen, wäre es sinnvoll, eine konservative Therapie anzuwenden. Optimal speziell für eine Arthrose im Kniegelenk wäre eine Kombination aus Physiotherapie und Medizinischer Trainingstherapie. Die Schmerzlinderung, Gelenkmobilisation und Kräftigung der umliegenden Muskulatur wären Effekte, die dabei erzielt werden.

Das hört sich gut an. Benötige ich dafür ein Rezept?

Karoline Wagner: Dafür benötigen Sie zum einen ein Rezept für Krankengymnastik (KG) / Manuelle Therapie (MT) und/oder ein Rezept für die Krankengymnastik am Gerät (KGG). Diese Rezepte kann Ihnen Ihr Orthopäde oder Hausarzt ausstellen.

Kann man etwas gegen Arthroseschmerzen in den Füßen tun?

Kathrin Bamberger: Man kann auf jeden Fall etwas gegen Arthroseschmerzen in den Füßen tun. Eine gute Möglichkeit, um Gelenkschmiere zu bilden, ohne das Gelenk zu stark zu belasten, ist Fahrrad fahren. Außerdem empfiehlt sich ein Stabilitätstraining zur Kräftigung der Muskulatur. Man kann auch mit Physiotherapie das Gelenk mobilisieren und schmerzlindernde Techniken anwenden.

Wie kann ich Rückenschmerzen im Brustwirbelbereich zu Leibe rücken?

Gegen Rückenschmerzen im Brustwirbelbereich kann man einiges tun. Am Anfang sollte eine gründliche Anamnese/Befundung durchgeführt werden. Gegen die Rückenschmerzen empfiehlt sich eine Kräftigung der gesamten Rumpfmuskulatur. Außerdem sollten steife Wirbelsegmente mobilisiert und verkürzte Muskulatur gedehnt werden. Zu Hause könnten Sie versuchen, ob Wärme hilft, die Schmerzen zu lindern.

Rückenschmerzen behandeln mit Sport und Physiotherapie

Hier finden Sie eine Auswahl der Fragen zum Thema "Rückenschmerzen behandeln mit Sport und Physiotherapie" an Sporttherapeutin Carina Gerlach und Physiotherapeut Georg Klingmüller. Der Chat fand am Donnerstag, 16. März 2017, statt.

Thema: Rückenschmerzen behandeln mit Sport und Physiotherapie

Frau A.: Hallo. Ich habe Schmerzen im unteren Rücken, fast Gesäß, die bis ins Bein ziehen.

Carina Gerlach: Wie lange bestehen die Beschwerden bereits?

Frau A.: Sehr stark erst seit gestern Abend. Sitzen und langes Stehen sind fast nicht möglich.

Georg Klingmüller: Haben Sie gestern etwas körperlich Anstrengendes getan, z.B. sich verhoben?

Carina Gerlach: Bei so akuten, starken Schmerzen sollten Sie die Ursache ärztlich abklären lassen.

Frau A.: Ich habe nichts gemacht, was diese Beschwerden hervorgerufen haben könnte. Habe aber schon längere Zeit beim Aufstehen nach langem Sitzen Beschwerden im Bein und Knie. Werde morgen Vormittag auch zum Arzt gehen.

Carina Gerlach: Sind Sie denn im Alltag körperlich aktiv oder haben sie bspw. eine sitzende Tätigkeit? Ein sogenannter unspezifischer Rückenschmerz, d. h. ein Schmerz, der immer mal wieder auftreten kann, aber keine krankhafte Ursache hat, kann sehr gut mit körperlicher Aktivität behandelt werden.

Die Wirbelsäule kann man sich vorstellen wie das Segel eines Schiffes, das von vielen verschiedenen Tauen - also den Muskeln - gehalten wird. Entsteht durch monotone Haltungen wie das Sitzen ein muskuläres Ungleichgewicht, kann dies Schmerzen verursachen.

Frau A.: Ich habe einen Bürojob und sitze dementsprechend viel... mache aber Aqua Fitness 1x pro Woche. Sonst bewege ich mich nicht allzu viel.

Carina Gerlach: Sehr gut! Aqua Fitness gehört zu den empfohlenen Sportarten bei Rückenschmerzen. Allerdings müssen Sie bedenken, dass es schwierig ist, eine Bürotätigkeit mit 40 Wochenstunden mit 1 bis 2 Stunden Sport pro Woche zu kompensieren. Versuchen Sie, ihren Alltag etwas aktiver zu gestalten, z.B. abends einen zügigen Spaziergang zu machen.

Georg Klingmüller: Die Symptomatik abzuklären ist sicherlich der richtige Weg. Versuchen Sie für sich rauszufinden, welche Bewegungen machen den Schmerz schlimmer, was könnte den Schmerz reduzieren, um dem Arzt genaue Auskunft geben zu können. Viel Liegen und Schonen wird die Probleme tendenziell eher schlimmer machen.

Frau A.: Ich merke wenn ich mich bewege geht es besser... ich vermute das der Ischiasnerv eingeklemmt ist

Georg Klingmüller: Das ist möglich. Ich kann Ihnen empfehlen, beide Beine mal zu dehnen. Einfach ein Bein auf einen Stuhl stellen und den Oberkörper nach vorne beugen. Die Knie bleiben gestreckt. Wärme könnte auch hilfreich sein. Das Dehnen geht auch in Seitenlage. Was auch helfen sollte, bei der Arbeit zwischendurch mal aufstehen und laufen bzw. in die Hocke gehen, sodass der Körper nicht immer die gleiche Position beibehält.

Frau A.: Ja, das werde ich machen. Vielen Dank nochmals für die Tipps.

Carina Gerlach: Wir freuen uns, dass wir Ihnen helfen konnten. Der Arzt wird Ihnen vielleicht ein Rezept für Krankengymnastik ausstellen. Dies können Sie gerne bei uns im Rehazentrum kerngesund! wahrnehmen. Dann können wir Ihnen noch gezielt Übungen zur Kräftigung der Muskulatur vermitteln.

 

Herr A.: Hallo! Ich hatte im Jahr 2000 einen Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelbereich. Einer OP konnte ich durch Rückenmuskelaufbau und ganz leichten Laufeinheiten aus dem Weg gehen. Nun habe ich beruflich bedingt durch langes Sitzen immer wieder mittelstarke Schmerzen sowie leichte Taubheit im linken Bein.

Carina Gerlach: Versuchen Sie zunächst, die Aktivität, die Ihnen bei Ihrem Bandscheibenvorfall geholfen hat, wieder aufzunehmen. In einer akuten Schmerzphase sollten Sie das Joggen auf Grund der Stoßbelastung eher meiden und dafür z.B. zügig gehen. Zusätzlich können kräftigende Übungen helfen, Ihre Muskulatur wieder zu stärken. Das erreichen Sie am besten mit einer Kombination aus Krankengymnastik und gerätegestützter Krankengymnastik. Eine Verordnung hierfür erhalten Sie bei Ihrem Hausarzt oder Orthopäden. Mit diesem können Sie dann zu uns ins Rehazentrum kerngesund! kommen. Wir behandeln die Schmerzen und erarbeiten mit Ihnen einen individuellen Trainingsplan.

Gerade in Zeiten, in denen Sie viel sitzen, sollten Sie sich regelmäßig als Ausgleich bewegen. Zusätzlich zu o.g. Spaziergängen sind natürlich auch Krafttraining und Wassergymnastik gute Sportarten.

Herr A.: Wie ist es mit Mountainbike fahren? Das tut mir trotz der Stoßbelastung gut.

Carina Gerlach: Es kann sein, dass das MTB fahren auf Grund der leichten Bewegung und damit im Becken zu einer Besserung führt. Bandscheiben sind Gewebe, die nicht mit Blutgefäßen versorgt sind, sondern durch Bewegung "ernährt" werden. Deshalb sind eben eintönige "Zwangshaltungen" wie das permanente Sitzen eher problematisch.

Versuchen Sie, tagsüber öfter mal im Sitzen Ihre Position zu verändern. Dies führt zu Bewegung in der Lendenwirbelsäule und damit zu einer verbesserten Versorgung der Bandscheiben.

Eine weitere Maßnahme wäre, regelmäßig die sog. ischiocrurale Muskulatur - also die Oberschenkelrückseite - sowie die Gesäßmuskulatur zu dehnen.

Herr A.: Mein Arbeitgeber müsste für einen Steharbeitsplatz in meinem Arbeitsbereich sorgen. Das würde doch sicher auch helfen, oder?

Carina Gerlach: Ja auf jeden Fall! Damit kann man noch öfter die Position wechseln. Gerne können Sie auch bei uns im Rehazentrum vorbei kommen und wir informieren Sie persönlich über die Möglichkeiten, wie Sie ihre Schmerzen besser in den Griff bekommen. Dies kann über ein Rezept für Physiotherapie als auch über eine 10er Karte für die medizinische Trainingstherapie erfolgen.

 

Herr K.: Hallo, ich bin beruflich ausschließlich am Schreibtisch tätig und merke immer wieder, dass im Laufe eines Tages leichte Rückenschmerzen im unteren Rücken auftreten und ich mit der Zeit auf dem Stuhl "zusammensinke". Dem würde ich gerne aktiv entgegenwirken.

Georg Klingmüller: Wichtig ist bei der Arbeit, dass man variierende Positionen einnimmt. Das heißt: Den Oberkörper nach vorne beugen, evtl. wenn der Tisch verstellbar ist, dann auch mal höher bzw. tiefer einstellen. Was sich auch grundlegend lohnt, ist aufzustehen und mal ein paar Schritte zu laufen, die Beine anzuheben oder mal in die Hocke zu gehen.

Man könnte sich auch mal ein Kissen in den Lendenbereich reinlegen bzw. unter ein Bein, aber wie gesagt nicht den ganzen Tag.

Herr K.: Das hört sich auf jeden Fall umsetzbar an, zumal die Tische tatsächlich höhenverstellbar sind. Da ich wöchentlich im Fitnessstudio trainiere, bieten sich bestimmte Übungen an, um diesen Bereich zu stärken bzw. zu stabilisieren?

Georg Klingmüller: Vorwiegend sollte die Bein- und Bauchmuskulatur trainiert werden. Was die Rückenmuskulatur betrifft, sollte man vorsichtig sein und eine Übung auswählen, die nicht zu einer Schmerzverstärkung führt. Wichtig ist auch ausreichendes Dehnen von Rücken- und Beinmuskulatur, dabei die Dehnposition mindestens eine Minute lang halten.

 

Frau E.: Hallo, ich bin 66 Jahre alt und hatte eigentlich nie Rückenschmerzen. Aber seit ich unter Osteoporose leide, habe ich permanente Probleme über den gesamten Rücken. Was raten Sie mir?

Carina Gerlach: Guten Abend. Zunächst einmal die Frage: Liegen bei Ihnen bereits osteoporosebedingte Wirbelkörperfrakturen vor?

Frau E.: Bisher nicht, aber ich würde dem gerne vorbeugen.

Carina Gerlach: Die Therapie der Osteoporose stützt sich in der Regel auf eine ärztlich verordnete medikamentöse Therapie. Viel zu oft wird leider das Thema Bewegung - genauer gesagt ein gezieltes Krafttraining - zu wenig umgesetzt. Ein gezieltes Muskeltraining hilft, eine Verschlimmerung der Osteoporose zu verlangsamen und die Knochendichte zu erhöhen. Durch den Zug am Knochen, den der Muskel beim Anspannen ausübt, wird der Knochen zum Wachstum angeregt. Deshalb sollten Sie zusätzlich zu Ihren Medikamenten ein gezieltes Aufbautraining machen. Die ist einerseits durch Gerätetraining, als auch beispielsweise über Wassergymnastik möglich. Außerdem kann Physiotherapie die Rückenschmerzen durch gezielte Detonisierung der Muskulatur helfen, die Schmerzen zu reduzieren.

Georg Klingmüller: Was vorher eventuell noch abgeklärt werden sollte, ist, wie weit die Osteoporose vorangeschritten ist. Man sollte wissen, wie die Knochendichte ist, damit der Therapeut auch weiß, ob es Stellen gibt, die "brüchig" sind.

Frau E.: In Ordnung, das mache ich. Vielen Dank!

Rückenschmerzen

Hier finden Sie eine Auswahl der Fragen zum Thema Rückenschmerzen an den Leitenden Oberarzt Christian Braune und den Oberarzt Marc-Henrik Echterhoff von der Klinik für Orthopädie/Unfallchirurgie am Klinikum Wetzlar. Der Chat fand am Montag, 25. April 2016, statt.

Thema: Rückenschmerzen

Frage von Herrn L.

Herr L.: Hallo, guten Abend und herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit für mich nehmen! Mein Krankheitsverlauf, den ich aus dem Gedächtnis schildere:

Ich bin männlich, 1977 geboren, wiege 110 kg und bin 188 cm groß.

  • Arbeitsunfähig wegen Rückenschmerzen und Kribbeln in der großen Zehe links
  • Behandlung Hausarzt: Spritze und Reizstrom, IR-Bestrahlung und 1-0-1 Ibu 600, Überweisung an Orthopäden
  • Orthopäde: Zehenheberschwäche großer Zeh links, er veranlasst MRT und verordnet Krankengymnastik
  • MRT, Diagnose Bandscheibenvorfall L5-S1 linksseitig
  • Weiter mit Krankengymnastik und viel Schwimmen
  • Kribbeln in der Zehe bessert sich kaum, aber Schmerzmittel nur noch bei Bedarf
  • Danach war ich in einer Sportklinik
  • Im Verlauf besserten sich die Rückenschmerzen, das Kribbeln in der Zehe ist stellenweise weg
  • Aber anschließend bekam ich zunehmend Schmerzen in der linken Gesäßhälfte
  • Physiotherapeuten diagnostizierten Muskelverhärtung und behandelten diese.
  • Schmerzen in der linken Gesäßhälfte strahlten teilweise in die linke Wade aus. Manchmal auch rechte Gesäßhälfte betroffen sowie Kribbeln in der rechten großen Zehe. Weiter mit Physio.
  • Erneutes MRT – Befund zeigte kaum Veränderung, Schmerzursache unklar
  • Die Medikation wurde umgestellt.
  • Weiterhin: Vorstellung beim Neurochirurg => Keine Indikation für PRT oder Eingriff
  • Infiltration Hüftkopf mit Cortikoid, Schmerzen weitgehend beseitigt, Vorstellung Schmerztherapeut – Verordnung Lyrica, nach 1 Tablette abgesetzt, da zu heftige Nebenwirkungen und extremes Suchtpotential.
  • Wirbelsäulensprechstunde: Befund ISG-Blockade
  • Stoßwellentherapie  im Glutearbereich rechts, Erfolg überschaubar
  • Temporär habe ich auch Schmerzen im Glutearbereich links, insbesondere beim Liegen linksseitig

Meine Frage: Wie ist die mögliche Diagnose und Therapie? Der auslösende Bandscheibenvorfall wird von den Neurochirurgen nicht mehr als ursächlich angesehen.

Christian Braune: Das passt alles nicht so ganz zu einem reinen Bandscheibenvorfall. Ich kann jetzt natürlich nicht ihre MRT-Bilder sehen, aber eine Osteochondrose macht zum Beispiel auch solche Beschwerden. Des Weiteren hat einer der Kollegen auch auf ihre Hüften ein Auge geworfen. Das Ganze scheint sich etwas komplexer zu gestalten.

Herr L.: Letzter Befund besagt: ISG mäßig druckschmerzhaft, weiter konservativ, symptomatische Schmerztherapie, evtl. ISG-Koagulation

Christian Braune: Ich würde mir Sie und ihre Befunde gerne mal in unserer Sprechstunde anschauen, weil ich ihnen so keine pauschale und zufriedenstellende Antwort geben kann. Termine gibt es immer mittwochs unter 06441 79 - 2410.

Herr L.: Herzlichen Dank!

 

Frage von Frau J.

Frau J.: Was kann man bei einer alten, nicht erkannten Wirbelkörperfraktur machen, bei der sich ein Keilwirbel gebildet hat? Im CT sieht der Wirbel aus wie ein Schmetterling. Der Wirbel hat eine Höhenminderung. Im MRT sieht man eine Keilbildung.

Marc-Henrik Echterhoff: Hallo. Das kommt ganz auf die Beschwerden an. Sollten Sie Schmerzen im Rücken haben, so sollte man sich in der Tat den Rücken und die Bilder dazu einmal anschauen. Oft werden Wirbelbrüche nicht sofort diagnostiziert und werden dann irgendwann zufällig entdeckt. Ist denn ein Unfall passiert, wenn ja, wann?

Frau J.: Vor zirka 10 Jahren war ein Treppensturz, bei dem ich 15 Stufen auf der kompletten Wirbelsäule die Treppe runter gerutscht bin.

Marc-Henrik Echterhoff: Ich gehe davon aus, dass der Bruch aus diesem Sturz resultiert. Haben Sie denn noch starke Schmerzen im Rücken?

Frau J.: Ab und an mal.

Marc-Henrik Echterhoff: Eine Korrektur im Sinne einer OP ist hier zwar möglich, aber sehr aufwendig. Um Ihre Beschwerden besser einschätzen zu können würde ich empfehlen, dass Sie sich in einer unserer Sprechstunden, jeweils mittwochs vorstellen. Sie können gerne einen Termin über unser Sekretariat unter der Nummer 06441 79-2410 oder 79-2401 vereinbaren. Dort kann eine eingehende Untersuchung durch uns erfolgen, bringen Sie bitte alle erforderlichen Untersuchungsbefunde, wie Röntgenbilder, Arztberichte mit.

Frau J.: O.K. Vielen Dank.

Marc-Henrik Echterhoff: Gerne.

 

Frage von Frau P.:

Frau P.: Ich leide seit ca. 1/2 Jahr an einem Bandscheibenvorfall in der HWS. Beim MRT im Februar kam heraus, dass C4/5 und C5/6 betroffen sind. Behandlung erfolgt seitdem durch Physiotherapie und Schmerzmittel. Kann ich, wenn die Schmerzen nachlassen, wieder Tennis spielen oder können die Bandscheiben dadurch noch mehr geschädigt werden bzw. kann dabei etwas passieren?
Oder wie lange sollte man generell mit Tennis pausieren?

Marc-Henrik Echterhoff: Sportliche Tätigkeiten, solange sie nicht mit Schmerzen verbunden sind, sind immer möglich. Sie sollten jedoch auf übermäßige Überkopfbelastung verzichten, zumindest kann diese die Symptomatik verschlechtern. Sollten jedoch bereits neurologische Probleme wie Taubheit oder Muskelschwäche auftreten, ist mit Sport vorsichtig zu verfahren.

Frau P.: Vielen lieben Dank. Ich werde es dann einfach mal ausprobieren.

Marc-Henrik Echterhoff: Viel Erfolg, bitte gut aufwärmen vor dem Spielen! Auch nach dem Spiel noch etwas auslaufen.

 

Frage von Frau D.:

Frau D.: Was kann ich bei ISG-Beschwerden machen?

Marc-Henrik Echterhoff: Diese sind oft Folge von Fehlbelastungen oder unausgeglichener Muskelbeanspruchung. Hier kann unter Umständen eine gute Physiotherapie oder sogar ein Termin beim Osteopathen helfen.

Frau D.: Kommt es oft vor, dass der Prolaps zum Vorfall wird?

Marc-Henrik Echterhoff: Der Prolaps ist bereits der Vorfall. Ich könnte mir vorstellen, dass Sie eine Protrusio, nämlich Vorwölbung meinen, welche zum Vorfall werden kann. Die Vorwölbung ist dann eher die Vorstufe zum Prolaps (Vorfall).

Frau D.: Also muss ich damit rechnen, dass es zum Vorfall wird?

Marc-Henrik Echterhoff: Nicht immer muss ein Prolaps, also Vorfall, auch zu Beschwerden führen. Also würde ich das nur weiter verfolgen, wenn Sie auch Schmerzen oder sogar Ausfälle wie Taubheitsgefühl oder Muskellähmungen haben. Um Ihre Beschwerden besser einschätzen zu können, würde ich empfehlen, dass Sie sich in einer unserer Sprechstunden, jeweils mittwochs, vorstellen. Sie können gerne einen Termin über unser Sekretariat unter der Nummer 06441 79-2410 oder 79-2401 vereinbaren. Dort kann eine eingehende Untersuchung durch uns erfolgen, bringen Sie bitte alle erforderlichen Untersuchungsbefunde, wie Röntgenbilder, Arztberichte mit.

Frau D.: Danke. Schönen Abend noch.

Marc-Henrik Echterhoff: Ihnen auch, gerne geschehen.

 

Frage von Herrn F.:

Herr F.: Hallo, ich habe vor 2 Wochen sehr starke Rückenschmerzen gehabt in der Nähe des Steißbeins. Die Schmerzen sind jetzt weniger geworden, nur habe ich jetzt ein leichtes Ziehen an den Oberschenkeln und am Po, des Weiteren seit 4-5 Tagen starke Schmerzen am Bauchbereich links, kann es vom Rücken kommen?

Marc-Henrik Echterhoff: Hallo. Das klingt in der Tat sehr nach Beschwerden, die aus dem Rücken, nämlich aus dem Bereich des Ischiasnervs, kommen. Diese ziehen gerne aus dem Rücken über den Po ins Bein und sind bei Anziehen der Beine oft etwas besser.

Herr F.: Vielen Dank! Und dass die Schmerzen bis zum Bauch strahlen, ist dann auch vom Rücken? Beugen kann ich mich bis zu einer bestimmten Position und wenn ich viel laufe ist mein Rücken richtig steif.

Marc-Henrik Echterhoff: Das kann in der Tat auch vom Rücken kommen, betrifft dann aber einen anderen Nerven. Sind die Schmerzen denn ständig vorhanden, oder eher bei körperlicher Betätigung? Dies klingt nach einer erheblichen muskulären Verspannung der Rückenmuskulatur. Ich würde, wenn die Bauchschmerzen nicht schlimmer werden, muskelentspannende Übungen, zur Not aber auch Schmerzmittel und Wärme empfehlen.

Herr F.: Die Schmerzen am Bauch hatte ich am Anfang gelegentlich und jetzt habe ich sie permanent, habe diese Woche einen Termin beim Orthopäden. Kann es auch mit Bindegewebe zu tun haben? Die Schmerzen sind nicht direkt am Bauch, sondern eher seitlich und auf einer Seite.

Marc-Henrik Echterhoff: Bitte lassen Sie aber auch die Bauchschmerzen abklären, gelegentlich sind die Beschwerden auch aus Problemen im Bauch zu finden. Ihr Hausarzt wird sie zu einem Facharzt überweisen. Seitliche Bauchschmerzen können auch in Beschwerden der Niere oder der harnableitenden Organsysteme zu finden sein. Also sollte man das Ganze einmal bei einem Facharzt für Allgemeinchirurgie oder auch Urologie abklären, natürlich ist auch der Termin beim Orthopäden wichtig. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.

Herr F.: Danke, werde ich machen, bin gespannt was der Orthopäde mir am Donnerstag sagen wird, wenn es nicht besser wird, werde ich zum Urologen gehen. Einen schönen Abend.

Marc-Henrik Echterhoff: Gerne geschehen, Ihnen auch.

 

Frage von Frau M.:

Frau M.: Hallo! Ich habe seit meinem Jugendalter Probleme mit meiner Wirbelsäule und ein Hohlkreuz. Habe damals lange Physiotherapie gemacht, hat sich aber leider nicht gebessert. Seit einem halben Jahr habe ich wieder häufiger Rückenschmerzen vor allem im HWS-Bereich und der rechten Seite in den Brustwirbeln, wenn ich auf der linken Seite liege. War jetzt bei einem Orthopäden, der ein Röntgenbild gemacht hat und gesagt hat, dass meine Wirbelsäule eher wie ein Stock gerade wäre und hat mir wieder Physiotherapie verschrieben. Was kann es noch sein? Was kann ich tun? Bin erst 25 Jahre alt und möchte nicht mein Leben lang mit Rückenschmerzen und Hohlkreuz leben. Vielen Dank schon einmal!

Marc-Henrik Echterhoff: Hallo, Ihr Hohlkreuz bietet schon einmal Grund für Schmerzen, aber ich denke, da ist bereits viel dran gearbeitet worden. Wenn im Röntgen ein "Stock" gesehen wird, dann ist am häufigsten eine erhebliche muskuläre Verspannung der gesamten Rückenmuskulatur verantwortlich, die die Wirbelsäule regelrecht in eine falsche Position verbiegt. Hier würde ich natürlich zunächst mit Schmerzmittel angehen, bei Besserung sollte man aber auch die Verspannungen, zum Beispiel mit Wärme oder auch mit muskelentspannenden Medikamenten lösen. Dann erst bringt zum Beispiel Physiotherapie wieder etwas.

Frau M.: An Schmerzmedikamenten benutze ich Ibuprofen. Komme auch gut damit zurecht bei Schmerzen. Bekomme ich muskelentspannende Medikamente rezeptfrei in der Apotheke oder muss ich erst nochmal zum Hausarzt?

Marc-Henrik Echterhoff: Es handelt sich dabei nicht um rezeptfreie Medikamente. Diese müssen vom Arzt verschrieben werden. Sollten die Beschwerden nicht besser werden, können Sie sich in unserer Sprechstunde unter 06441 79-2401 gerne einmal vorstellen.

Frau M.: Okay, vielen lieben Dank schon mal!

Marc-Henrik Echterhoff: Gerne geschehen.

 

Frage von Frau S.:

Frau S.: Es geht um meinen Mann, er ist 25 Jahre alt, d.h. eigentlich hat er das Alter für Probleme im Rücken noch nicht wirklich erreicht. Dennoch hat er seit 6 Monaten permanente Schmerzen im Rücken und wir haben schon einiges an Geld in Wärmepflaster etc. investiert. Wir waren schon bei einem Orthopäden, welcher sagte, es komme von einem Muskel, mein Mann sollte sich mehr bewegen. Er ist Kfz-Mechatroniker und bewegt sich somit von 7-21 Uhr in der Werkstatt.

Marc-Henrik Echterhoff: Hallo. Pauschal kann ich Ihnen natürlich nicht sagen, was der Grund dafür ist. Wärme bei Rückenschmerzen ist natürlich grundsätzlich gut. Die Verspannungen lösen sich dadurch in der Regel. Zudem sollte man jedoch auch ein geeignetes Schmerzmittel einnehmen. Die Tätigkeit Ihres Mannes ist jedoch auch eher belastend für den Rücken allgemein. Hat Ihr Mann denn Ausfälle wie Gefühlsstörungen oder Muskelschwäche?

Frau S.: Er schläft seit 2-3 Monaten mit einer Wärmflasche an der Stelle, wo der Schmerz ist oder mit diesen Wärmeauflagen. Gefühlsstörungen wurden von ihm noch nicht genannt, nur ein permanenter Schmerz an einer Stelle. Er hat auch schon Massagen bekommen und war sich einrenken lassen, jedoch ohne Erfolg. Langsam sind wir auch echt ratlos.

Marc-Henrik Echterhoff: Gibt es denn bisher Röntgenbilder oder gar ein MRT? Das würde ich zunächst empfehlen um auszuschließen, dass es sich um eine Nervenirritation aus der Wirbelsäule handelt. Gerne kann Ihr Mann sich anschließend in unserer Sprechstunde, immer mittwochs, vorstellen.

Frau S.: Es wurde ein Röntgen gemacht und daraufhin wurde gesagt, dass es vom Muskel kommt.

Marc-Henrik Echterhoff: Bei den anhaltenden Schmerzen würde ich fast sagen, dass ein Grund für ein MRT besteht. Das können Sie über den Hausarzt bekommen. Vergessen Sie aber nicht, dass auch Schmerzmittel ihre Berechtigung haben.

Frau S.: Vielen Dank. Wir werden ein MRT veranlassen und hoffen, dass wir den Grund endlich finden.

Marc-Henrik Echterhoff: Viel Erfolg und einen schönen Abend.

 

Frage von Frau A.

Frau A.: Hallo. Durch die Schwangerschaft habe ich vermehrt Probleme mit dem Ischias und dem Rücken.

Marc-Henrik Echterhoff: Hallo, das ist eine häufige Beschwerde nach Schwangerschaften, da sich das Beckenskelett durch das Kind deutlich erweitern kann und die Bandstrukturen zunächst schlaffer werden. Das sollte sich im Laufe der Zeit jedoch wieder bessern.

Frau A.: Ok, das sind gute Nachrichten!

Marc-Henrik Echterhoff: Wenn die Beschwerden nach einiger Geduld nicht vorübergehen, sollten Sie mit Sport und Kräftigung der Rumpfmuskulatur doch Besserung erfahren. Viel Erfolg.

Frau A.: Akupunktur und Rotlicht hilft auch, oder?

Marc-Henrik Echterhoff: Ja, das ist in der Regel so.

Frau A.: Danke!

Marc-Henrik Echterhoff: Gerne.

 

 

Gelenkbeschwerden

Hier finden Sie eine Auswahl der Fragen zum Thema Gelenkbeschwerden an Priv.-Doz. Dr. Thomas Gausepohl (links) und Prof. Dr. Jan Schmitt. Der Chat fand am Montag, 14. September 2015, statt.

Thema: Gelenkbeschwerden - Knie

Anfrage von Herrn S.

Herr S.: Hallo, ich habe seit ca. 3 Jahren eine Baker-Zyste. Ende 2014 hatte ich eine Knie-Arthroskopie, die zum Ziel hatte, die Zyste zum Entleeren zu bringen. Leider ohne Erfolg. Es bildet sich immer wieder Flüssigkeit im Knie und die Zyste ist immer prall gefüllt. Es wurde auch schon mehrfach punktiert. Wissen Sie Rat?

Prof. Dr. Jan Schmitt: Eine Baker-Zyste hat immer eine Ursache im Gelenk. Sie ist entweder degenerativ bedingt (Arthrose/Meniskusschaden etc.) oder hat  entzündliche Ursachen (Rheuma etc.). Ist bei der Knie-Arthroskopie eine Probe entnommen worden?

Herr S.: Nein

Prof. Dr. Jan Schmitt: Ist eine Arthrose festgestellt worden?

Herr S.: Ja, Varusgonarthrose

Prof. Dr. Jan Schmitt: Wahrscheinlich muss dann die Arthrose operiert werden. Das hängt von Ihrem Alter und dem Ausmaß der Arthrose ab.

Herr S.: Ich bin 75 Jahre. Was ist das für eine OP?

Prof. Dr. Jan Schmitt: Bei fortgeschrittener Arthrose wird üblicherweise das Kniegelenk ersetzt. Gern können Sie sich in meiner Sprechstunde vorstellen.

Herr S.: Vielen Dank.

 

Anfrage von Frau S.

Frau S.: Vor 5 Wochen bin ich auf mein Knie gestürzt, hatte eine Prellung im linken Knie. Das Knie ist geröntgt worden und vor 3 Wochen wurde noch ein MRT gemacht und als Diagnose einen Knorpelabriss von zirka 1,5 cm. Nun meine Frage: Muss ich mich einer OP hingeben, wächst der Knorpel wieder an oder was habe ich sonst für Alternativen? Kann ich Sport machen mit dieser Diagnose?

Priv.-Doz. Dr. Thomas Gausepohl: Wenn es sich um einen umschriebenen, also lokal begrenzten Knorpelschaden handelt, gibt es verschiedene Behandlungsoptionen. Diese sind auch altersabhängig. Darf ich Sie nach Ihrem Alter fragen?

Frau S: 43 Jahre und bin von Beruf Briefzusteller.

Prof. Dr. Jan Schmitt:  Das hört sich nach einer Indikation für eine Knorpeltransplantation an. Gerne können wir das vermitteln.

Frau S.: Was ist das genau und was wird da gemacht? Wie sieht es mit Sport aus?

Prof. Dr. Jan Schmitt: Es gibt verschiedene Verfahren. Man kann Knorpel von einer Stelle zur anderen verpflanzen oder Knorpelzellen entnehmen und diese anzüchten.

Frau S.: Bezahlt das die Krankenkasse?

Prof. Dr. Jan Schmitt: Prinzipiell ja.

Frau S.: Mein Hausarzt rät von einer OP erst einmal ab, ich möchte jetzt auch nichts überstürzen. Nun muss ich erst mal abwarten, ob ich damit meinem Beruf wieder nachgehen kann. Sollte ich bei meiner Arbeit eine Stützbandage anziehen?

Prof. Dr. Jan Schmitt: Wenn die Stützbandage Ihnen hilft, sollten Sie diese tragen. Vorsicht, wenn diese zu eng ist, kann es zu Stauungen und Thrombose kommen.

 

Anfrage von Herrn W.

Herr W.: Nach einem Innenmeniskusriss (ich wurde erfolgreich operiert) habe ich oft bei Wetterumschwung und Treppensteigen leichte Schmerzen.

Prof. Dr. Jan Schmitt: Möglicherweise haben Sie neben dem Meniskusschaden auch eine Arthrose. Dies kann man mit einer belasteten Röntgenaufnahme feststellen.

 

Anfrage von Herrn S.

Herr S.: Ich habe Knie-Arthrose beidseitig. Am Knie links hatte ich bereits 2 Knorpelglättungen. Danach war ich fast 2 Jahre schmerzfrei. Wie oft kann eine solche Glättung wiederholt werden?

Priv.-Doz. Dr. Thomas Gausepohl: Darf ich nach Ihrem Alter fragen?

Herr S.: Ich bin 46 Jahre und habe rechts eine Beinverkürzung von 2 cm.

Priv.-Doz. Dr. Thomas Gausepohl: Man sollte aus unserer Sicht die Beschwerden so lange wie möglich konservativ behandeln. In vielen Fällen hilft eine arthroskopische Knorpelglättung. Man kann diese aber nicht unendlich oft wiederholen. Wenn die Beschwerden in kurzen Abständen immer wieder auftreten, sollte man weitere Diagnostik durchführen. Dazu gehört unter anderem eine Gelenkaufnahme im Stand. In diesem Fall wäre eine Vorstellung in der Kniesprechstunde sinnvoll. Dabei kann auch der Grund für die Beinverkürzung geklärt werden.

Herr S.: Vielen Dank für die Infos!

 

Anfrage von Frau V.

Frau V.: Ich bin 15 Jahre alt. Seit ca. 4 bis 5 Monaten habe ich im rechten Knie Schmerzen, wenn ich laufe. Manchmal kommt es auch vor, dass ich nicht mehr richtig laufen kann. Es fühlt sich so an, als würde im Inneren des Knies etwas festklemmen.

Priv.-Doz. Dr. Thomas Gausepohl: Guten Abend. Haben Sie das Knie einmal von einem Arzt untersuchen lassen? Gerade bei jungen Menschen findet sich oft eine Instabilität der Bänder, die zu Funktionsstörungen führen kann. Das kann man aber nur bei einer Untersuchung des Gelenkes feststellen.

 

Anfrage von Herrn R.

Herr R.: Ich habe zwei neue Kniegelenke. Im  rechten Knie habe ich ein Spannungsgefühl. Es wird außerdem manchmal steif, wenn ich die Treppe hoch gehe.

Prof. Dr. Jan Schmitt: Waren Sie schon zu einer Nachkontrolle?

Herr R.: Das ist schon länger her.

Prof. Dr. Jan Schmitt: Gern können Sie sich bei mir vorstellen, aus der Ferne ist das schwierig zu beantworten. Dafür benötigen Sie eine  Einweisung von Ihrem Hausarzt.

Herr R.:  Das bedeutet, dass ich stationär aufgenommen werden muss?

Priv.-Doz. Dr. Thomas Gausepohl: Eine Einweisung wird vom Hausarzt zur Abklärung einer stationären Behandlung ausgestellt. Das heißt nicht, dass Sie auf jeden Fall operiert werden. Wenn Sie sich mit der Einweisung in der Sprechstunde vorstellen, wird die Notwendigkeit der stationären Behandlung von uns geklärt und dafür wird gegebenenfalls weitere Diagnostik durchgeführt.

Herr R.: Danke.

 

Anfrage von Frau K.

Frau K.: Sehr geehrter Herr Dr. Gausepohl, sehr geehrter Herr Prof. Schmitt, im Mai dieses Jahres habe ich (61 Jahre) mir vermutlich beim Entfernen von einbetonierten Terrassenplatten eine Verletzung meines rechten Knies zugezogen, die ich leider erst ein Vierteljahr später untersuchen lassen habe. Die Vermutung eines Facharztes für Orthopädie, dass es sich sehr wahrscheinlich um einen Meniskusriss handelt, wurde durch ein MRT bestätigt. Die genaue Diagnose lautet  Meniskus-Innenriss bei noch intakten Knorpeln. Mir wurden zwei Behandlungsoptionen vorgeschlagen: Glättung und Operation. Meine Frage: Gibt es Alternativen zu einer OP-Behandlung?

Prof. Dr. Jan Schmitt: Im Prinzip ist es besser, einen defekten Meniskus operieren zu lassen, da ein kaputter Meniskus zu einer vorzeitigen Arthrose führen kann. Natürlich sollte die Diagnose auch stimmen. Gern können Sie sich zu einer Zweitmeinung in meiner Sprechstunde vorstellen.

 

Anfrage von Frau I.

Frau I.: Schon länger habe ich Schmerzen in beiden Knien. Bei einer MRT-Untersuchung wurde an beiden Knien Arthrose vierten Grades mit weitgehend aufgebrauchtem Knorpelbelag festgestellt. 
Nach dieser Diagnose bekam ich Akupunktur und bin in osteopathischer Behandlung. Der Osteopath meint, dass die Sehnen in den Knien verkürzt seien und dehnt diese mit speziellen Übungen. Ist das sinnvoll? Was kann ich sonst noch gegen die Schmerzen unternehmen, die im Moment erträglich sind?

Priv.-Doz. Dr. Thomas Gausepohl: Es hört sich so an, als ob sich auf längere Sicht ein prothetischer Ersatz nicht vermeiden lassen wird. Eine wichtige Voraussetzung ist die erhaltene Beweglichkeit des Gelenkes. Eine Verkürzung der Sehnen sollte also verhindert werden. Die Therapie ist also sinnvoll.

Thema: Gelenkbeschwerden – Sprunggelenk

Anfrage von Frau B.

Frau B.: Ich habe nach einer  Sprunggelenks-OP (vor 8 Jahren) infolge einer "Knochenbrücke" ständig Schmerzen. Kann man was tun?

Priv.-Doz. Dr. Thomas Gausepohl: Wenn es sich um eine Arthrose durch den Bruch handelt, kann man heute eine Menge tun. Es kommt auf die Stärke der Beschwerden und die noch vorhandene Beweglichkeit an.

Frau B.: Raten Sie auch von einer OP ab, um das Knochenstück zu entfernen?

Priv.-Doz. Dr. Thomas Gausepohl: Eine Knochenbrücke macht in der Regel keine größeren Beschwerden. Meist ist die begleitende Arthrose dafür verantwortlich. Dafür müsste man sich ein Röntgenbild ansehen.

 

Anfrage von Frau R.

Frau R.: Mein Mann (48) hatte vor 20 Jahren einen Unfall, bei dem sein linkes Sprunggelenk stark verletzt wurde. Er hat starke Schmerzen in dem Gelenk und möchte es gerne erneuern lassen. Wir fragen uns nun, wie wir den besten Arzt finden, um diese Operation durchführen zu lassen und welcher Prothesentyp am besten geeignet ist.

Priv.-Doz. Dr. Thomas Gausepohl: Wenn es sich um ein sehr stark verändertes Gelenk handelt (Arthrose), dann kommt es für die Möglichkeiten der Therapie auf die noch bestehende Beweglichkeit an. Ist diese noch gut erhalten aber schmerzhaft, dann kommt heute eine Sprunggelenksprothese in Frage. Wir haben mit den Prothesen der neueren Generation sehr gute Erfahrungen. Dabei wird nicht so viel Knochensubstanz geopfert.

Frau R.: Führen Sie in Wetzlar solche Operationen durch oder kennen Sie vielleicht einen Kollegen, den Sie uns empfehlen könnten?

Priv.-Doz. Dr. Thomas Gausepohl: Ja, wir führen solche Operationen durch. Gern kann Ihr Mann sich bei uns in der Sprechstunde vorstellen.

Thema: Gelenkbeschwerden – Hand

Anfrage von Frau F.

Frau F.: Meine Tochter (fast 14 Jahre)  leidet seit zirka 1 Jahr an Schwellungen der Finger (rechte Hand), verbunden mit Steifigkeit bzw. schmerzhafter Beweglichkeitseinschränkung. Ein Besuch beim Orthopäden und Rheumatologen erbrachte keinen Befund. In den Sommerferien war sie weitgehend schmerzfrei. Hätten Sie einen Rat für uns?

Prof. Dr. Jan Schmitt: Das hört sich nach einem rheumatologischen Problem an, gere können Sie zur Zweitmeinung in meine Sprechstunde kommen.

Frau F.: Ist dafür eine besondere Überweisung notwendig?

Prof. Dr. Jan Schmitt: Sie benötigen eine Einweisung Ihres Hausarztes. Ein Überweisungsschein reicht leider nicht aus.

Frau F.: Vielen Dank!